Trotz des angespannten Marktumfelds legte der Solana-Kurs auf Wochensicht um knapp acht Prozent zu und gehörte damit zu den stärksten Performern unter den großen Kryptowährungen. Während viele Investoren Risiko reduzierten, entwickelte sich im Hintergrund eine bemerkenswerte Dynamik auf Netzwerkebene.
Das Solana-Netzwerk verzeichnete zuletzt einen deutlichen Anstieg der Aktivität. Laut Daten von Dune Analytics stiegen die täglichen Transaktionen im Januar 2026 sprunghaft an und erreichten zeitweise rund 175 Millionen. Ein solches Niveau wurde seit dem Sommer 2025 nicht mehr gesehen. Mitte Februar gingen die täglichen Transaktionen zwar wieder auf rund 108,8 Millionen zurück, dennoch blieb die Aktivität deutlich über dem Niveau konkurrierender Blockchains.

Zum Vergleich: BNB Chain und Base verzeichneten im gleichen Zeitraum lediglich rund 13 beziehungsweise 12,5 Millionen tägliche Transaktionen. Solana dominierte damit klar die Charts. Der zwischenzeitliche Rückgang der Transaktionszahlen wird im Umfeld der aktuellen Marktunsicherheit und der geopolitischen Spannungen gesehen. Dennoch erreichten die monatlichen Transaktionen im Februar ein neues 7-Monats-Hoch und das trotz allgemeiner Nervosität an den Märkten.
Ein weiterer Hinweis auf tatsächliche Nutzung jenseits kurzfristiger Spekulation ist die Entwicklung bei Stablecoins und Total Value Locked. Die Stablecoin-Marktkapitalisierung auf Solana stieg auf rund 15,423 Milliarden US-Dollar und markierte damit neue Höchststände. Gleichzeitig lag die TVL des Netzwerks zuletzt bei 6,51 Milliarden US-Dollar.
Diese Zahlen deuten darauf hin, dass Nutzer das Netzwerk nicht nur für Memecoins oder kurzfristige Hypes verwenden, sondern verstärkt für Transfers und DeFi-Anwendungen. Die niedrigen Gebühren und hohen Transaktionsgeschwindigkeiten bleiben zentrale Wettbewerbsvorteile.

Trotz der starken Aktivitätsdaten gibt es auch Gegenwind. Die Nettozuflüsse auf Solana sind seit September um fast die Hälfte zurückgegangen. Das zeigt, dass angesichts wachsender makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheit Kapital aus dem Netzwerk abgezogen wurde.
Ein Teil der Investoren scheint Gelder in defensivere Anlageklassen wie Gold umgeschichtet zu haben. Diese Entwicklung spiegelt das generelle Risk-Off-Umfeld wider, das derzeit die globalen Märkte prägt. Dennoch blieb der Anstieg der Transaktionen robust, was eher auf organisches Wachstum als auf kurzfristige Walbewegungen hindeutet.
Nach einem deutlichen Rückgang auf rund 78 US-Dollar Ende Februar kühlte sich die Volatilität bei SOL zuletzt spürbar ab. Die Kursbewegungen wurden ruhiger, was häufig als Phase der Stabilisierung interpretiert wird.
Prognosemärkte wie Polymarket zeigen, dass ein Teil der Marktteilnehmer auf eine Erholung in Richtung 90 bis 100 US-Dollar spekuliert. Voraussetzung dafür wäre jedoch, dass die Unterstützung im Bereich um 75 US-Dollar nachhaltig verteidigt wird.
Ein Blick auf die Order-Flow-Daten zeigt jedoch auch eine weniger positive Komponente. Das Handelsvolumen im Derivatemarkt liegt derzeit deutlich über dem Spot-Volumen. Das bedeutet, dass ein Großteil der jüngsten Kursbewegung von Futures-Tradern getrieben wurde und weniger von direkter Nachfrage im Spotmarkt. Der Anstieg basiert damit stärker auf spekulativen Positionierungen als auf reiner Spot-Akkumulation.

Dennoch wirkt die Situation nicht überhitzt. Die Funding Rate bewegt sich weiterhin in einem neutralen Bereich und war über längere Zeit sogar negativ. Das deutet darauf hin, dass das Verhältnis zwischen Long- und Short-Positionen relativ ausgeglichen ist und keine übermäßige Hebel-Euphorie vorliegt. Von einer einseitig überladenen Long-Positionierung kann aktuell nicht gesprochen werden.
Damit bleibt das Bild ambivalent: strukturelle Netzwerkstärke auf der einen Seite, derivative-getriebene Dynamik auf der anderen, jedoch ohne Anzeichen einer akuten Überhitzung.
Unterm Strich zeigt sich ein gemischtes, aber interessantes Bild. Der Solana-Kurs bleibt unter der 100-Dollar-Marke gefangen und spürt das geopolitische Umfeld deutlich. Gleichzeitig sprechen die Netzwerkdaten für eine hohe Nutzung und strukturelle Stärke. Ob daraus eine nachhaltige Erholung entsteht oder die Unsicherheit erneut dominiert, dürfte maßgeblich vom makroökonomischen Umfeld und der weiteren geopolitischen Entwicklung abhängen.

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