
SMA Solar: Gut erholt, aber trotzdem ein Underperformer
Viele Solaraktien konnten in den vergangenen Monaten nach einem verlustreichen und mehrjährigen Bärenmarkt ordentlich Boden wiedergutmachen, nachdem sich bei Investoren die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass der rasant steigende Energiebedarf von Rechenzentren für KI-Anwendungen auch der Solarbranche zugutekommen dürfte.
Ausgehend von einem Mehrjahrestief bei rund 11 Euro konnten sich seit November 2024 auch die Anteile des hessischen Solarausrüsters SMA Solar stark erholen. Ihnen gelang zuletzt fast eine Vervierfachung auf 39,10 Euro. Seit dem Jahreswechsel befindet sich die Aktie aber wieder in einer Korrektur. Diese drohte am Dienstag zunächst an Fahrt zu gewinnen, doch die Bullen konnten das Ruder noch einmal zu ihren Gunsten herumreißen.
2025 war nach Ergebnisrückgängen ein Jahr zum Abhaken
Im vergangenen Jahr sind die Erlöse um 0,9 Prozent auf 1,516 Milliarden Euro gesunken, während die Profitabilität von anhaltend schwachen Margen beeinträchtigt wurde. Das operative EBITDA ging von 147,5 Millionen Euro in 2024 auf 106,6 Millionen Euro zurück. Insgesamt fiel das EBITDA von -16,0 Millionen Euro auf -65,4 Millionen Euro.
Für den Rückgang macht SMA Solar eine Kombination aus "Wertminderungen, Rückstellungen und Restrukturierungsaufwand" verantwortlich, die für hohe Einmaleffekte gesorgt hätten. Die EBITDA-Marge ging um 3,3 Prozentpunkte auf -4,3 Prozent zurück. Hierfür machte das Management in der Pressemitteilung geringere Verkäufe in "Home & Business Solutions"-Sparte verantwortlich.
Rückkehr zur Profitabilität in Aussicht gestellt
Einigermaßen konstant zeigten sich die Auftragseingänge, sodass das Orderbuch mit 1,352 Milliarden Euro ähnlich gut gefüllt ist, wie im vergangenen Jahr (1,356 Milliarden Euro). Trotzdem ist der Ausblick auf 2026 mit hohen Unsicherheiten belastet. Die Umsatzprognose liegt bei 1,475 bis 1,675 Milliarden. Erfreulich ist die geplante Rückkehr zur Profitabilität mit einem EBITDA zwischen 50 und 180 Millionen Euro.
Während SMA Solar beim Umsatz den Schätzungen der Analystinnen und Analysten von 1,55 Milliarden Euro gerecht werden konnte, liegt die unternehmenseigene EBITDA-Prognose mit einer Mittelpunktschätzung von 115 Millionen Euro unter den Erwartungen von 150 Millionen Euro. Das sorgte am Markt zunächst für Enttäuschung.

Dank Vorzeichenwechsel ist die Aktie einsame Spitze im TecDAX
Auf die seit dem Jahreswechsel zweistelligen Verluste packte SMA Solar in der Vorbörse weitere -4 Prozent drauf. Damit verschärfte sich die charttechnische Ausgangslage der Aktie zunächst, die in der vergangenen Woche an der Anfang Februar unterschrittenen 50-Tage-Linie nach unten abgeprallt war und die Kurs auf die 200-Tage-Linie zu nehmen drohte.
Doch den Käuferinnen und Käufern gelang ein rascher Konter und der Vorzeichenwechsel. Mit einem Plus von etwa 3 Prozent gehört die Aktie am Dienstag zu den wenigen, die sich am deutschen Aktienmarkt gegen den marktbreiten Abverkauf stemmen können.
Nichtsdestotrotz befinden sich die Hesen gegenüber dem Rest der Branche weiter im Hintertreffen, denn der Branchen-ETF von Invesco (Invesco Aktie) (TAN) konnte seit dem Jahreswechsel rund 15 Prozent zulegen. Dieser profitiert von einer starken Performance von Werten wie Enphase Energy und Solar Edge, wo sich die Branchenerholung deutlicher zeigt.
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Fazit: Jetzt muss nur das Management Wort halten!
Die Aktie von SMA Solar stemmt sich am Dienstag gegen den schwachen Gesamtmarkt. Hierfür war nach einer schwachen Eröffnung allerdings eine Kraftanstrengung der Käuferinnen und Käufer nötig, die zunächst mit der unter den Erwartungen liegenden EBITDA-Prognose warm werden mussten.
Positiv ist die geplante Rückkehr zu Profitabilität. Wird das Unternehmen seinen Erwartungen gerecht, steht für 2026 ein EV/EBITDA-Verhältnis von 8 zu Buche, das liegt deutlich unter den Vergleichswerten der Konkurrenz. Das gilt auch für das KGVe 2026 von 16,1. Gelingt SMA Solar die vom Management in Aussicht gestellte Profitabilitätswende, könnte 2026 ein für die Aktie erfolgreiches Jahr werden.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross