Zu anderen Verdachtsfällen seien bereits erste Ermittlungsstränge abgeschlossen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ein Bericht sei zur Prüfung an die Oberstaatsanwaltschaft und das Justizministerium geschickt worden, hieß es ohne nähere Details. In solchen Berichten kann eine Anklage oder Verfahrenseinstellung vorgeschlagen werden. Letzteres gilt im Fall von Benko als eher unwahrscheinlich.
Benkos Anwalt beantwortete eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur vorerst nicht. Frühere Vorwürfe gegen den 48-jährigen österreichischen Unternehmer hatte der Anwalt zurückgewiesen.
Ein Überblick über die neuen Ermittlungsstränge:
Mutmaßliche Millionen-Zahlung an Familienstiftung
Die insolvente Signa Prime Selection AG, das Immobilien-Flagschiff der Signa-Gruppe, soll 15 Millionen Euro an Schulden an eine Familienstiftung im Umfeld von Benko zurückbezahlt haben. Die WKStA verdächtigt Benko und andere Personen, dadurch die Stiftung begünstigt zu haben, während andere Gläubiger benachteiligt worden seien.
Luxus-Chalet
Eine von Benko kontrollierte Firma soll ein Luxus-Anwesen in den österreichischen Alpen zu billig an Benko und die Signa-Gruppe vermietet haben. Dadurch sei diese Firma geschädigt worden, meint die Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt gegen Benko wegen mutmaßlicher Untreue.
Haus für Signa-Berater
Die WKStA ermittelt auch zu einem Kredit über 17 Millionen Euro, mit dem die Signa Holding GmbH das Privathaus eines Signa-Beraters finanziert haben soll. In diesem Fall steht Benko ebenfalls unter Untreue-Verdacht.
Mutmaßlicher Käuferbetrug
Im vierten neuen Ermittlungsstrang steht ein Signa-Mitarbeiter im Fokus. Er soll Wohnungs-Käufer zu überhöhten Zahlungen verleitet haben, hieß es von der Staatsanwaltschaft.
Bisherige Ermittlungen
Benko sitzt in Wien in Untersuchungshaft. Bislang waren acht Ermittlungsstränge rund um ihn und Signa bekannt gewesen. Dazu gehören Vorwürfe zu einem angeblichen "Geldkarussell", mit dem Benko Investorengelder als eigene Kapital-Zuschüsse ausgegeben haben soll; mutmaßlicher Betrug im Zusammenhang mit Corona-Förderungen; sowie mutmaßlicher Investmentbetrug rund um ein Immobilienprojekt in München./al/DP/stw
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