dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 119

Russische Pässe für Separatistengebiet Transnistrien

MOSKAU/CHISINAU (dpa-AFX) - Russlands Präsident Wladimir Putin erleichtert die Ausgabe russischer Pässe im Separatistengebiet Transnistrien und verstärkt damit den Druck auf die Republik Moldau. Einem Erlass des Kremlchefs zufolge sollen Einwohner von Transnistrien ab 18 Jahren russische Staatsbürger werden können, auch wenn sie nicht - wie sonst gefordert - fünf Jahre in Russland gewohnt haben. Der Kreml in Moskau veröffentlichte das Dokument.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Kuppeln des Moskauer Kremls.
Quelle: - ©unsplash.com:

Transnistrien ist ein vorwiegend von ethnischen Russen bewohnter schmaler Landstreifen zwischen dem Fluss Dnjestr und der Ukraine. Er hat sich in einem Krieg Anfang der 1990er Jahre von der rumänischsprachigen Republik Moldau abgespalten. International ist die Separatistenrepublik nicht anerkannt. Für Moldau, das in die EU strebt, ist die Abspaltung ein ungelöstes Problem. Russland unterstützt Transnistrien und hat dort etwa 1.500 Soldaten stationiert, meist Einheimische mit russischer Staatsbürgerschaft.

Tiraspol sieht besseren Schutz für Separatistengebiet

Die Separatistenführung in Tiraspol nannte den Erlass einen Schritt zum Schutz der Einwohner Transnistriens, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Von den etwa 455.000 Menschen haben nach verschiedenen Schätzungen bereits 200.000 bis 250.000 einen russischen Pass.

Während die moldauische Führung in Chisinau nicht sofort reagierte, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Moskau hoffe wohl auf neue Soldaten für seinen Krieg. Zugleich wolle Russland Transnistrien als seine Einflusszone markieren, erklärte er.

Befürchtet wird, dass Moskau den vorgeblichen Schutz russischer Bürger als Druckmittel nutzen könnte. Auch im besetzten Teil der Ostukraine hatte Russland nach 2014 russische Pässe verteilt. 2022 vor der Großinvasion in die Ukraine erkannte es die separatistischen Gebilde Donezk und Luhansk als eigenständige Staaten an./fko/DP/mis

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend