- Vier von fünf Bäumen in Deutschland sind krank.
- 35 Prozent der Bäume haben deutliche Schäden.
- Wald bedeckt rund ein Drittel der Landesfläche Deutschlands.
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Nach der neuen Waldzustandserhebung für 2025 sind sichtbare Nadel- und Blattverluste der Baumkronen "weiterhin auf einem sehr hohen Niveau". In der Gesamtschau hätten sie sich im Vergleich zu 2024 nur wenig verändert. Dabei zeige sich, dass sich der Wald immer noch nicht von den Folgen der extrem trocken-heißen Sommer 2018 bis 2020 erholt habe. Überdurchschnittlich von Schäden betroffen sind demnach vor allem ältere Bäume über 60 Jahre.
Gut ein Drittel mit deutlichen Schäden
Wie dicht das Laub oder die Nadeln sind, gilt als wichtiger Indikator für den Gesundheitszustand. "Deutliche" Schäden hatten über alle Arten hinweg nun 35 Prozent der Bäume nach 36 Prozent 2024. Bei ihnen ist verglichen mit gesunden Bäumen mehr als ein Viertel der Krone kahl. Der Anteil der Bäume in der "Warnstufe" mit einer Kronenverlichtung von 11 bis 25 Prozent stiegt leicht um einen Prozentpunkt auf 44 Prozent. Volle Kronen hatten erneut 21 Prozent.
Die Waldzustandserhebung wird seit 1984 von den Ländern über ein Netz von Stichproben vorgenommen. Dabei wird jeweils von Mitte Juli bis Mitte August die Blatt- und Nadelmasse der Kronen taxiert und "Schadstufen" zugeordnet. Diesmal waren es 46.531 Bäume an 1.889 Punkten. Das bundeseigene Thünen-Institut rechnet die Daten dann zu einem deutschlandweiten Ergebnis hoch. Das Wetter war dabei 2025 wegen anhaltender Trockenphasen mit gelegentlichen Hitzewellen für den Wald vielerorts ungünstiger als 2024, heißt es im Bericht.
Jede zweite Eiche krank
Im Blick stehen vor allem vier Hauptarten, die für gut 70 Prozent aller Bäume stehen. Sorgen bereiten weiter die Eichen: Nach einem spürbaren Anstieg 2024 hatte erneut jede zweite Eiche (51 Prozent) deutlich gelichtete Kronen. Zum schlechten Zustand trügen maßgeblich Insekten und Pilze bei. Die Eiche sei als durchschnittlich älteste Baumart aber auch besonders anfällig für Schäden.
Bei Kiefern gab es einen spürbaren Anstieg der größeren Schäden. Deutlich gelichtete Kronen haben nun 31 Prozent nach 24 Prozent 2024. Bei Buchen sank der Anteil von 46 Prozent auf 38 Prozent, bei Fichten von 39 Prozent auf 38 Prozent. Minister Rainer hob einen deutlichen Rückgang neu abgestorbener Bäume als "wichtiges Signal" der Stabilisierung hervor. Der Anteil der Bäume, die seit der Vor-Erhebung abgestorben sind, sank von zuvor 0,86 Prozent auf nun 0,3 Prozent. Wald bedeckt rund ein Drittel der Landesfläche Deutschlands.
Rainer sagte: "Unser Wald ist ein Stück Heimat". Er stehe für Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum - vom Sägewerk bis zum Schreinerbetrieb. Dabei gelte: "Wald schützen, heißt Wald nutzen." Der weitere Umbau hin zu artenreichen Mischwäldern, die Klimaveränderungen trotzten, sichere die Zukunft - und auch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Seine Marschroute dafür laute: "Verlässlichkeit, Eigenverantwortung und gezielte Förderung".
Umweltschützer für Stopp beim Fällen alter Buchen
Die Umweltorganisation Greenpeace forderte eine "echte Kehrtwende hin zu einer ökologischen Waldwirtschaft". Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erläuterte, ein einzelner regenreicherer Juli reiche nicht aus, um die Schäden vergangener Dürrejahre auszugleichen. Naturnahe Wälder seien entscheidend, um ihre vielfältigen Leistungen zu sichern. Wälder kühlten die Umgebung und wirkten durch ihre Schwammfunktion als wichtiger Puffer gegen extreme Hitze und Starkregen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert einen bundesweiten Einschlagstopp für alte Buchenwälder.
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände erklärte, die Wälder litten weiter stark unter den Folgen des Klimawandels. Für ein gelingendes "Mehrgenerationenprojekt Waldumbau" brauche es verlässliche Bedingungen, um vor Ort flexibel reagieren zu können. "Wälder lassen sich unter den Bedingungen des Klimawandels nicht konservieren wie ein Freilichtmuseum", sagte Präsident Andreas Bitter. Wer stabile Waldökosysteme fördern wolle, müsse ihre dynamische Weiterentwicklung ermöglichen, statt sie zu behindern./sam/DP/jha
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