- Industrie in Deutschland enttäuscht im Januar 2026.
- Auftragseingang sank um 11,1 Prozent im Vergleich.
- Produktion fiel um 0,5 Prozent im Monatsvergleich.
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Der Auftragseingang sank im Monatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 11,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Analysten wurden von der Stärke des Auftragsdämpfers überrascht. Sie hatten im Schnitt nur einen Rückgang um 4,3 Prozent erwartet.
Zudem war der Auftragseingang im Dezember schwächer als bisher bekannt ausgefallen. Das Bundesamt revidierte den Anstieg auf nur noch 6,4 Prozent im Monatsvergleich, nachdem zuvor ein Plus von 7,8 Prozent gemeldet worden war. Im Jahresvergleich stieg der Auftragseingang im Januar um 3,7 Prozent, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht. Hier hatten Analysten einen deutlich stärkeren Zuwachs erwartet.
Erneut spielte die Entwicklung der Großaufträge eine maßgebliche Rolle. Ohne deren Berücksichtigung war der Auftragseingang im Januar nur um 0,4 Prozent niedriger als im Vormonat. Die Ergebnisse für das Saarland lagen für die Berechnung des Bundesergebnisses für Januar nicht rechtzeitig vor und wurden daher geschätzt.
"Nach dem sehr hohen Volumen an Großaufträgen im Dezember 2025 haben sich die Auftragseingänge im Januar 2026 in mehreren Branchen des Verarbeitenden Gewerbes wieder normalisiert", heißt es in der Mitteilung des Bundesamtes. Dies zeigt sich besonders bei den Neuaufträgen von Metallerzeugnissen, die um 39,4 Prozent gesunken sind.
Unerwartet schwach zeigte sich auch die Entwicklung der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Hier meldete Destatis für Januar einen Rückgang um 0,5 Prozent im Monatsvergleich, während Analysten einen Anstieg um 1,0 Prozent erwartet hatten. Im Dezember war die Produktion um revidierte 1,0 Prozent gefallen (zunächst -1,9 Prozent). Im Jahresvergleich sank die Produktion in den Industriebetrieben um 1,2 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet.
"Alles in allem lassen die heutigen Zahlen nicht erwarten, dass die Industrie im ersten Quartal das Wachstum der deutschen Wirtschaft unterstützen wird", schreiben Experten der Commerzbank (Commerzbank Aktie). Für das Wachstum sei allenfalls ein leichtes Plus zu erwarten. "Zwar machen die gerade auch für die Industrie zuletzt besseren Stimmungsindikatoren Hoffnung auf eine Wende zum Besseren, aber es bleibt abzuwarten, ob diese Hoffnungszeichen auch nach der Eskalation im Nahen Osten und den deshalb stark gestiegenen Ölpreisen bestehen bleiben."/jsl/jkr/nas
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