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ROUNDUP 2: IAEA-Chef macht Iran wegen Atominspektionen Druck

(neu: mehr Details und Hintergrund)

WIEN (dpa-AFX) - Der Iran muss aus Sicht des obersten UN-Atomwächters rasch der erneuten Überwachung seines Nuklearprogramms durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zustimmen. "Es bleibt noch Zeit, aber nicht mehr viel", sagte IAEA-Chef Rafael Grossi in Wien.

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Die Flagge des Iran.
Quelle: - pixabay.com:

Teheran hat als Reaktion auf die Zerstörung seiner Atomanlagen durch Israel und die Vereinigten Staaten die Zusammenarbeit mit IAEA-Inspektoren ausgesetzt. Seit Wochen verhandelt die Atomenergiebehörde in Wien mit iranischen Vertretern über die Wiederaufnahme von Inspektionen. Dabei steht vor allem der Verbleib von mehr als 400 Kilogramm Uran im Fokus, das laut IAEA einen beinahe Atomwaffen-tauglichen Reinheitsgrad hat.

Treffen am Dienstag in Kairo geplant

Bislang hat Teheran die IAEA nicht darüber informiert, wo und in welchem Zustand dieses Material nach den Angriffen vom Juni ist. Der Iran habe Fristen für entsprechende Berichte verstreichen lassen, sagte Grossi am Rande einer Sitzung des IAEA-Gouverneursrates. Der Iran befürchte, dass Israel aufgrund solcher Informationen den Iran erneut bombardieren könnte, hieß es aus westlichen diplomatischen Kreisen in Wien.

Ägyptischen Angaben zufolge soll es am Dienstag ein Treffen von Ägyptens Außenminister Badr Abdel-Atti, seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi und IAEA-Chef Grossi geben. Abdel-Atti habe jüngst eine Reihe von Gesprächen geführt, um "den Weg für die Wiederaufnahme der Verhandlungen" zwischen den beiden Seiten zu eben, teilte das Außenministerium in Kairo mit.

Fortschritte, aber noch kein Durchbruch

Grossi hatte vor Bekanntwerden des geplanten Treffens gesagt, in den Gesprächen mit dem Iran habe es zuletzt Fortschritte gegeben. Er hoffe, dass in wenigen Tagen eine Einigung in dieser Frage erzielt werden könne. Damit könne der Weg für die internationalen diplomatischen Bemühungen im Atomstreit mit dem Iran geebnet werden, hatte er gesagt.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien drohen seit Ende August mit der Wiedereinführung von UN-Sanktionen, falls der Iran nicht innerhalb der nächsten Wochen an den Verhandlungstisch zurückkehrt.

Der Iran sei "bereit, eine realistische und dauerhafte Vereinbarung zu treffen", die die eine Überwachung des Atomprogramms, Beschränkungen der Uran-Anreicherung und die Aufhebung von Sanktionen vorsehe, hatte Außenminister Araghtschi am Wochenende in einem offenen Brief an die drei europäischen Staaten im britischen "Guardian" geschrieben./al/DP/jha

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