DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Armin Papperger, Vorstandschef des größten deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall (Rheinmetall Aktie), sieht eine größere Verantwortungsbereitschaft junger Menschen für die Verteidigungsfähigkeit des Landes. "Deutschland und besonders die jungen Menschen haben gemerkt, dass ein Land ohne Verteidigungsfähigkeit nicht sicher sein und überleben kann", sagte Papperger der Deutschen Presse-Agentur.
Für dich zusammengefasst:
Rheinmetall-Chef Armin Papperger sieht mehr Verantwortung junger Menschen.
Die Zahl der Bewerbungen bei der Bundeswehr stieg um 24 Prozent.
Rheinmetall erhält monatlich fast 23.000 Jobbewerbungen.
Die aktuelle Diskussion über den Wehrdienst hält der 63-jährige Papperger für richtig. "Aber ich glaube, dass das im Bereich der Freiwilligkeit schwierig sein wird". Dass man auf diesem Weg vermutlich nicht genügend Menschen bekommen werde, sei bereits an den Zulaufzahlen der Bundeswehr abzulesen. Diese seien zwar positiv, aber nicht genug.
Zum 1. Januar trat das Gesetz über den neuen Wehrdienst in Kraft. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe rekrutiert werden. Werden die Zielkorridore verfehlt, kann der Bundestag über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden.
Die Zahl der Bewerbungen bei der Bundeswehr ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums mit dem neuen Wehrdienst-Gesetz seit Januar um 24 Prozent auf rund 38.500 gestiegen.
Die Bundesregierung trifft bereits Vorkehrungen, im Fall einer Rückkehr zur Wehrpflicht auch den Zivildienst wieder zu aktivieren. Das findet auch Rüstungschef Papperger gut. "Dienst an der Gesellschaft ist sicherlich etwas, was nicht schadet."
Die Wehrpflicht in Deutschland war 2011 ausgesetzt worden - damit endete auch der zivile Ersatzdienst für junge Männer, die aus Gewissensgründen den Dienst bei der Bundeswehr verweigerten.
Großer Bewerberandrang in Rüstungsindustrie
Das Interesse an Jobs in der Rüstungsindustrie ist weit größer als der Zulauf zur Bundeswehr. Die Waffenschmiede Rheinmetall kann sich vor Bewerbungen kaum retten. Allein in Deutschland bekommt der Konzern nach Unternehmensangaben pro Monat aktuell im Schnitt fast 23.000 Bewerbungen. Vergangenes Jahr gingen in Deutschland insgesamt 232.000 Bewerbungen ein, weltweit waren es 360.000. Aktuell hat die Firma etwa 34.000 Beschäftigte.
Allein in der Düsseldorfer Rheinmetall-Zentrale arbeiteten fast 1.000 Menschen, von denen die Hälfte um die 30 Jahre oder jünger seien, sagte Papperger. "Und das sind alles Menschen, die hoch motiviert sind und sich einsetzen." Die Verwaltungszentrale von Rheinmetall ist in Düsseldorf, das größte Werk steht im niedersächsischen Unterlüß./dot/DP/mis
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