"So richtig vereint sind Ost und West beim Unwillen, Veränderungen in der Welt zu akzeptieren. Die globalen Herrschaftsverhältnisse sind jetzt multipolar. Das gefällt den Deutschen nicht: China, Russland, Iran, Israel, Mekka-Pakt, Islamischer Staat und dann noch die USA mit einem irrlichternden Präsidenten - was bitte soll das? Der Kalte Krieg war angsteinflößend, aber wenigstens leicht zu verstehen. Jetzt katzbuckelt man vor Diktatoren in Katar und Saudi-Arabien, damit es Ersatz für das ausgefallene russische Erdgas gibt, und vor Recep Tayyip Erdogan, weil er Europa Migranten vom Hals hält, oder vor Peking, weil es ohne China gar nicht geht. Da wächst die Sehnsucht nach klaren Feindbildern. Und die Sehnsucht nach der Festung Europa. Wir dürfen weiter überall hin, wollen aber fast keinen reinlassen. Das wäre doch wieder eine eindeutige Sache. So eindeutig wie die Berliner Mauer."/DP/jha
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