Oracle-Aktie stürzt ab: Wird die KI-Wette jetzt zu teuer?
Nicolas Ebert
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Oracle wächst im KI-Geschäft rasant, doch der Preis ist hoch. Milliarden für Rechenzentren, neue Schulden und sinkende Margen lassen Anleger nervös werden.
Für dich zusammengefasst:
Oracle plant bis 2027 Investitionen von 95 Milliarden US-Dollar.
Die Aktie fiel nachbörslich um etwa 10 Prozent.
Der Umsatz im vierten Quartal betrug 19,18 Milliarden US-Dollar.
Oracle treibt den Ausbau seiner Infrastruktur für Künstliche Intelligenz massiv voran. Anleger reagieren jedoch nervös. Die Aktie des Software- und Cloud-Konzerns fiel nachbörslich deutlich, nachdem Oracle höhere Investitionen und neue Finanzierungspläne angekündigt hatte.
Nach eigenen Angaben plant Oracle für das Geschäftsjahr 2027 Investitionsausgaben von bis zu 95 Milliarden US-Dollar. Davon sollen Kunden bis zu 25 Milliarden US-Dollar zurückerstatten. Finanzchefin Hilary Maxson sagte, Oracle rechne mit eigenen Ausgaben von 70 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut LSEG nur 67,66 Milliarden US-Dollar erwartet.
Oracle will 2027 fast 40 Milliarden US-Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufnehmen. Darin enthalten ist eine bereits angekündigte Aktienemission über 20 Milliarden US-Dollar. Die hohe Summe zeigt, wie teuer der Wettlauf um Rechenzentren und Künstliche Intelligenz geworden ist.
Der Konzern hat große Aufträge von Kunden wie Meta Platforms und OpenAI gewonnen. Damit will Oracle stärker mit Amazon und Microsoft konkurrieren. Ein wichtiges Projekt ist das Stargate-Rechenzentrum in Texas, das Oracle gemeinsam mit OpenAI und weiteren Partnern baut. Es soll innerhalb von 90 Tagen zu mehr als drei Vierteln fertiggestellt sein.
Vorstandschef Clay Magouyrk sagte Analysten, das Ausbautempo beschleunige sich weiter. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 solle die Leistung fast ein Gigawatt erreichen. Das wäre nahezu so viel wie in den vergangenen vier Quartalen zusammen.
Zugleich versucht Oracle, seine Dienste für Künstliche Intelligenz stärker zu monetarisieren. Im vierten Quartal startete der Konzern vorausbezahlte Token-Pakete. Nach Angaben von Vorstand Mike Sicilia haben sich bereits 33 Unternehmenskunden beteiligt, darunter Aon Services und Liberty Energy. Sie zahlen im Voraus, um bevorzugten Zugang zu neuen Modellen von Oracle zu erhalten.
Sicilia sagte, Oracle weite das Angebot nun auf die gesamte Produktpalette aus, auch auf den Fusion-Bereich. Es sei noch früh, doch die Resonanz der Kunden sei sehr positiv.
Operativ schnitt Oracle besser ab als erwartet. Der Umsatz im vierten Quartal lag bei 19,18 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut LSEG mit 19,10 Milliarden US-Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn erreichte 2,03 US-Dollar je Aktie und übertraf ebenfalls die Erwartungen.
Auch der Auftragsbestand ist stark. Oracle meldete verbleibende Leistungsverpflichtungen von 638 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut Visible Alpha 592,52 Milliarden US-Dollar erwartet. Davon sollen zwölf Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate zu Umsatz werden.
Trotzdem bleibt die Finanzierung der große Schwachpunkt. Jacob Bourne, Analyst bei eMarketer, sieht zwar echte Nachfrage nach Oracles Cloud-Infrastruktur. Die Investitionen lägen aber deutlich über den Erwartungen, während der freie Cashflow weiter negativ sei.
Die Reaktion an der Börse fiel hart aus. Die Oracle-Aktie verlor nachbörslich zeitweise rund 10 Prozent. Anleger sehen den Konzern damit in einem Spannungsfeld. Die Nachfrage nach Cloud- und Künstliche-Intelligenz-Infrastruktur ist hoch. Doch der Preis für das Wachstum steigt.
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