
Entscheidende Woche für US-Rüstungsaktien
Nicht nur für 4 der 7 Magnificent-Seven-Werte heißt es in dieser Woche, mit ihren Geschäftszahlen Farbe zu bekennen, auch die Ergebnisberichte zahlreicher US-Rüstungskonzerne standen auf dem Programm.
So haben bereits am Dienstag RTX und Northrop Grumman ihre Zahlen vorgelegt, ehe am Mittwoch General Dynamics folgte. Am Donnerstagmittag waren dann L3Harris, Oshkosh und Lockheed Martin an der Reihe. Vor allem für den Luft- und Raumfahrtspezialisten lief es im abgelaufenen Quartal gut – so gut sogar, dass die Aktie noch in der Vorbörse auf ein neues Allzeithoch geklettert ist.
Raketensparte sorgt für Umsatzbooster
Im Vergleich zum Vorjahr legten die Erlöse von Lockheed Martin (Lockheed Martin Aktie) um 9,1 Prozent auf 20,32 Milliarden US-Dollar dazu. Damit wurden die Erwartungen um 460 Millionen US-Dollar übertroffen. Wachstumstreiber war die Sparte für Raketen und Feuerleitsysteme. Hier legten die Erlöse nicht zuletzt aufgrund niedrigerer Lagerbestände im Zusammenhang mit der Unterstützung der Ukraine um 17,8 Prozent auf 4,02 Milliarden US-Dollar zu.
Underperformer war hingegen das Luftfahrtgeschäft mit einem Umsatzwachstum von 6,4 Prozent. Mit Erlösen von 8,52 Milliarden US-Dollar ist die Sparte aber noch immer die wichtigste des Gesamtkonzerns.
Gewinn über den Erwartungen, Cashflow stark verbessert
Der Gewinn pro Aktie (nach standardisierter Rechnungslegung GAAP) fiel mit 5,80 US-Dollar um 5 Cent höher aus als prognostiziert. Insgesamt erzielte Lockheed-Martin einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn von 1,344 Milliarden US-Dollar nach 527 Millionen US-Dollar vor 12 Monaten.
Eine starke Verbesserung ist dem Unternehmen beim Cashflow gelungen, der von 441 auf 2,75 Milliarden US-Dollar kletterte. Im Vorjahresquartal hatten Wertminderungen in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar das Cashflow-Ergebnis stark belastet.
Starker Ausblick beflügelt Anlegerfantasien
Für 2026 legte das Management eine Prognose über den Erwartungen des Marktes vor. Die Erlöse sollen sich auf 77,5 bis 80,0 Milliarden US-Dollar belaufen. Die Mittelpunktschätzung von 78,75 Milliarden US-Dollar liegt um 900 Millionen US-Dollar über den Schätzungen.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie wird von Lockheed Martin auf 29,80 US-Dollar getippt, womit die Erwartungen um 70 Cent übertroffen werden konnten. Die Prognose für den freien Cashflow lag mit 6,65 Milliarden US-Dollar um satte 500 Millionen US-Dollar über den Schätzwerten der Analystinnen und Analysten.

Neues Allzeithoch, aber wachsende Abwärtsrisiken
Das starke Abschneiden sowie insbesondere der starke Ausblick kamen am Markt hervorragend an. Die Aktie legte noch in der Vorbörse um über 5 Prozent zu und verteuerte sich mit 635 US-Dollar aus dem Stand auf ein neues Allzeithoch. Damit ist der Ausbruch über das Verlaufshoch bei 620 US-Dollar aus dem Herbst 2024 gelungen, was ein technisches Kaufsignal darstellt.
Allerdings ist nach der ohnehin schon steilen Rallye aus den vergangenen Wochen etwas Vorsicht geboten. Die Aktie war mit Blick auf den RSI schon vor den Zahlen überkauft, das dürfte sich am Donnerstag verstärken. Außerdem mahnt der große Abstand zu den Durchschnittslinien zu Zurückhaltung. Aus technischer Perspektive ist nicht ausgeschlossen, dass aus der Zahlenvorlage schon in den kommenden Tagen ein "Sell-the-News"-Event wird.
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Fazit: Fortgeschrittenes Bewertungsniveau, Gewinnmitnahmen angebracht
Auch fundamental wird es zunehmend schwieriger, noch höhere Kurse zu rechtfertigen. Selbst auf Basis der starken Prognose für 2026 ist die Aktie bereits mit einem KGVe von 21,1 bewertet – das 5-Jahres-Mittel liegt bei 17,1. Bei vielen weiteren Kennziffern handelt Lockheed Martin ebenfalls sowohl über der historischen Norm als auch den Durchschnittswerten der Branche.
Daher sollte auf dem aktuellen Kurs- und Bewertungsniveau nicht mehr zugekauft, sondern mit dem Reduzieren von Positionen und ersten Gewinnmitnahmen begonnen werden.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross