- Fed-Chef Kevin Warsh spricht am Freitag in Jackson Hole.
- Die Inflation übersteigt seit fünf Jahren das Fed-Ziel.
- Hohe Anleiherenditen erhöhen den Druck auf die Fed.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Nicolas Ebert Die erste große Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole wird mit Spannung erwartet. Anleger suchen nach Hinweisen zu seinem Kurs bei Inflation, Zinsen und der Unabhängigkeit der US-Notenbank.
Warsh hatte angekündigt, zunächst die Ergebnisse von fünf Arbeitsgruppen abzuwarten, bevor er konkrete Pläne für seine Geldpolitik vorlegt. Doch die Märkte fordern zunehmend Klarheit. Die Inflation liegt laut Reuters seit mehr als fünf Jahren über dem Fed-Ziel von 2 Prozent.
Gleichzeitig verändert sich das globale Zinsumfeld. Die jahrelange "globale Sparschwemme" mit niedrigen Zinsen ist einer Phase gewichen, in der Staatsschulden, alternde Gesellschaften und hohe Investitionen in künstliche Intelligenz um Kapital konkurrieren.
"Sowohl der Anleihemarkt als auch das FOMC haben sich eindeutig entschlossen, aufzuwachen", sagte Adam Posen vom Peterson Institute for International Economics. Anleger müssten sich auf möglicherweise dauerhaft höhere Zinsen einstellen.
Renditen und Fed-Unabhängigkeit im Fokus
Der jüngste Anstieg der Anleiherenditen erhöht den Druck auf Warsh. Zwar ist die Finanzierung des US-Staates nicht Aufgabe der Fed, doch steigende Kosten für Staatsanleihen könnten die Geldpolitik beeinflussen.
Auch die Unabhängigkeit der Notenbank steht im Mittelpunkt. Demokraten im US-Senat fordern Informationen über Warshs Gespräche mit US-Präsident Donald Trump.
Maurice Obstfeld, ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, sieht Jackson Hole als wichtige Gelegenheit für Warsh. "Die Märkte fragen sich, was die Fed unternehmen wird, um die Inflation zu bekämpfen", sagte er.
Sonal Desai von Franklin Templeton erwartet jedoch keine detaillierten Zinsprognosen. Warsh dürfte seiner Linie treu bleiben und stärker auf langfristige Veränderungen durch Finanzinnovation eingehen.
Für Anleger bedeute das zunächst mehr Unsicherheit an den Märkten. Gleichzeitig könnte ein stärker datengetriebener Kurs der Fed langfristig für ein stabileres geldpolitisches Umfeld sorgen.
Am Freitag um 16 Uhr deutscher Zeit spricht Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole.
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