Monatszahler Realty Income: So viel Dividende gab's schon lange nicht mehr!

Max Gross Max Gross
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Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.

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Holzhäuser mit Kostenkalkulation (Symbolbild).
© Artful Homes auf Unsplash.
Der starke Anstieg der Anleiherenditen setzt Immobilienaktien unter Druck. Das führt umgekehrt jedoch zu hohen Dividendenrenditen und Chancen für Anleger.
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Hinweis

Hohe Renditen gefährden jetzt den Aktienmarkt

Die unaufhaltsam steigenden Anleiherenditen, die je nach Markt auf den höchsten Stand seit Jahren oder sogar Jahrzehnten gestiegen sind, werden zur wachsenden Bedrohung für den Aktienmarkt. Optisch präsentieren sich Indizes, wie der S&P 500 und der Nasdaq 100 noch in guter Verfassung, doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig, denn während sich viele Einzelwerte längst um das Rennen um höhere Notierungen verabschiedet haben, wird der Markt derzeit nur noch durch einige wenige Werte überhaupt zusammengehalten.

Besonders stark betroffen von anhaltenden Kursverlusten sind Dividenden- und Value-Werte. Deren Ausschüttungen sehen sich der wachsenden Konkurrenz durch Anleihen ausgesetzt, nachdem in den vergangenen Tagen auch die Renditen für US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren deutlich über die 5-Prozent-Marke geklettert sind. Selbst die Renditen für Bundesanleihen nähern sich langsam, aber sicher 4 Prozent.

Werte aus dem Artikel:
Realty Aktie 54,18 $ 0,00%
Vonovia Aktie 16,35 € +0,03%

Für die Immobilienbranche ist die Lage besonders prekär

Für Immobilienaktien, wie Vonovia, und Immobilieninvestitionsfonds (REITs), wie der bei ausschüttungsorientierten Anlegerinnen und Anlegern beliebte Monatszahler Realty Income, stellen die stark gestiegenen Anleiherenditen gleich eine doppelte Belastung dar.

Einerseits werden sie gegenüber Anleihen ebenfalls weniger attraktiv, weil die Renditen inzwischen vergleichbar mit den Unternehmensausschüttungen sind. Gleichzeitig trüben sich die Aussichten von Immobilienwerten ein, da steigende Zins- und Refinanzierungskosten die Kapitalrenditen neuer Investitionsvorhaben und damit auch das FFO-Wachstum beeinträchtigen. Darüber hinaus sinkt mit steigenden Zinsen üblicherweise auch der Wert des Immobilienportfolios, was sich nachteilig auf die Unternehmensbewertung auswirkt.

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Monatszahler Realty Income nähert sich der 6-Prozent-Marke

Während Vonovia (Vonovia Aktie) in den vergangenen Tagen angesichts eines hohen Verschuldungsgrades auf den höchsten Stand seit mehr als 3 Jahren gefallen ist, purzelten zuletzt auch bei Realty Income die Kurse. Zwar konnte sich die Aktie lange besser behaupten als der Rest der Immobilienbranche, doch mit dieser relativen Stärke ist es nun vorbei.

Die Aktie ist in den zurückliegenden Tagen unter 56 US-Dollar und damit den niedrigsten Stand seit Mai 2025 gefallen. Da die Dividende in den vergangenen 16 Monaten weiter gestiegen ist, bietet die Aktie jetzt mit 5,85 Prozent so viel Dividende wie seit April vergangenen Jahres nicht mehr. Sollte die Aktie außerdem weiter fallen, könnte die Rendite schon bald über 6 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2023 klettern.

Verschuldung beherrschbar, Auszahlung sicher, Bewertung moderat

Während Anlegerinnen und Anleger bei Vonovia derzeit aufgrund des hohen Verschuldungsgrades auf keinen Fall zuschlagen sollten, stellt sich die Lage bei Realty Income differenziert dar. Zwar ist auch der auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierte US-REIT mit insgesamt 31,3 Milliarden US-Dollar verschuldet, das entspricht aber "nur" rund dem 6-Fachen des EBITDA – bei Vonovia beträgt die Verschuldung das 13-Fache (!).

Damit verfügt Vonovia praktisch über keine finanziellen Spielräume mehr und könnte vor der Kürzung seiner Dividende stehen. Das ist bei Realty Income nahezu ausgeschlossen, denn die Dividendenzahlungen von knapp 3 Milliarden US-Dollar in den vergangenen 12 Monaten sind gut durch laufende Mieteinnahmen (Funds from Operation) in Höhe von fast 4 Milliarden US-Dollar gedeckt. Das entspricht einer fortgeschrittenen, aber nicht gefährlichen Ausschüttungsquote von 75 Prozent.

Mit Blick auf die Unternehmensbewertung hat die Realty-Income-Aktie von den Kursverlusten der vergangenen Wochen profitiert. Das Kurs-FFO-Verhältnis liegt jetzt bei 12,7, das entspricht einer FFO-Rendite von 7,9 Prozent, was wie die Dividendenrendite von 5,85 Prozent noch immer deutlich über den Anleiherenditen vieler Staatsanleihen liegt. Gegenüber dem Branchendurchschnitt handelt Realty Income außerdem mit einem Abschlag von 10 Prozent, obwohl die Dividendenrendite rund 23 Prozent über dem Mittel der Vergleichsgruppe liegt. Damit ist die Aktie in einer besonders aussichtsreichen Situation, von einer Erholung der Branche zu profitieren, sollte sich der Anleihenmarkt beruhigen.

Aktie zwar überkauft, aber weiter mit Abwärtsrisiken

Mit Blick auf den Chart der Aktie ist gegenwärtig allerdings noch Vorsicht angebracht. Zwar besteht im Bereich von 55 bis 56 US-Dollar die Möglichkeit einer Bodenbildung, allerdings ist Realty Income mit Blick auf den Relative-Stärke-Index (RSI) sowie den Trendstärkeindikator MACD so schwach wie schon lange nicht mehr.

Obwohl die Aktie inzwischen überverkauft ist, könnten die Verluste daher anhalten, zumal sich in den gleitenden Durchschnitten mit einem Death Cross bereits das nächste Verkaufssignal zeigt. Mehr Sicherheit böte ein Einstieg im Bereich von 52,50 beziehungsweise 50,00 US-Dollar oder nach einer klar erkennbaren Bodenbildung.

24.09.26 - ARIVA.DE Redaktion

Fazit: Hier bahnt sich eine seltene Einstiegsgelegenheit an

Die stark steigenden Anleiherenditen setzen den gesamten Aktienmarkt unter Druck, besonders stark kommen derzeit aber Immobilienwerte unter Druck, wo die Belastung eine gleich doppelte ist. Hierzulande richtet sich der Blick vieler Anlegerinnen und Anleger jetzt auf Vonovia. Allerdings sollte das Papier angesichts der unverantwortlich hohen Verschuldung gemieden werden.

Die besseren Aussichten bietet stattdessen der US-Immobilieninvestitionsfonds Realty Income. Dessen Ausschüttungen sind nicht nur besonders motivierend, weil sie monatlich erfolgen, sondern auch, weil sie sich aktuell das erste Mal seit fast 1,5 Jahren der Marke von 6 Prozent nähern. Gleichzeitig sorgt eine Ausschüttungsquote von 75 Prozent für Sicherheit und Stabilität, während die Unternehmensbewertung im Branchenvergleich günstig ist. Technisch besteht für die Anteile zwar noch Platz nach unten, ein belastbarer Boden und damit die Gelegenheit zum Einstieg sollte aber bald gefunden sein.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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