Die Niederlassung von Microsoft.
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Microsoft unter Druck – starke Zahlen, aber schwache Nerven am Markt

Microsoft liefert operativ ein starkes Quartal ab, doch die Aktie gerät dennoch unter Druck. Hohe KI-Investitionen verunsichern Anleger – dabei spricht vieles dafür, dass der Markt überreagiert.
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Ein genauer Blick auf den jüngsten Quartalsbericht von Microsoft zeigt vor allem eines: operative Stärke. Das Unternehmen erzielte ein Umsatzwachstum im hohen zweistelligen Prozentbereich und übertraf damit nicht nur das durchschnittliche Unternehmenswachstum, sondern auch mehrere Mitglieder der sogenannten „Magnificent Seven“, darunter Apple (Apple Aktie) und Tesla. Zwar profitierte Microsoft (Microsoft Aktie) teilweise von Wechselkurseffekten, doch selbst bereinigt lag das Wachstum bei überzeugenden 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders stark präsentierte sich erneut der Geschäftsbereich Produktivität & Geschäftsprozesse. Mit einem Umsatzplus von 16 Prozent wächst ein seit vielen Jahren etabliertes Kerngeschäft weiter auf hohem Niveau. Das ist bemerkenswert, denn hier handelt es sich nicht um ein junges, schnell skalierbares Segment, sondern um das Rückgrat des Microsoft-Ökosystems mit Office, LinkedIn und Dynamics.

Trotz dieser Zahlen kam es zu einem deutlichen Kursrückgang der Microsoft-Aktie. Der Abverkauf erinnerte in seiner Heftigkeit an frühere Stressphasen im Software-Sektor, auch wenn die fundamentale Ausgangslage kaum vergleichbar ist. Die Skepsis gegenüber SaaS-Modellen im KI-Zeitalter hat zuletzt zugenommen, und selbst Branchenführer wie Microsoft werden nicht mehr geschont. Ähnliche Zweifel trafen zuletzt auch andere Softwareunternehmen wie ServiceNow.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht weniger das aktuelle Geschäft, sondern die Frage, wie tragfähig das KI-Wachstumsnarrativ ist. Nach Jahren der Visionen verlangt der Markt nun konkrete Renditen. Das Weltwirtschaftsforum in Davos 2026 markierte in dieser Hinsicht einen Wendepunkt: KI wird nicht mehr an ihrem Potenzial gemessen, sondern an ihrem messbaren Beitrag zu Umsatz und Gewinn.

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Microsoft steht dabei besonders im Fokus, weil ein erheblicher Teil des KI-Auftragsbestands mit OpenAI verknüpft ist. Die Konzentration birgt Risiken, macht aber zugleich deutlich, wie zentral Microsoft im KI-Ökosystem positioniert ist. Berichte über mögliche weitere Großinvestitionen von Amazon in OpenAI unterstreichen, dass der strategische Wert dieser Partnerschaften branchenweit erkannt wird.

Operativ liefert Microsoft weiterhin überzeugend ab. Der Geschäftsbereich Intelligent Cloud wuchs um 29 Prozent und übertraf damit sogar das Wachstum von Produktivität & Geschäftsprozesse. Azure entwickelte sich besser als erwartet, auch wenn der Markt diese Stärke zuletzt kaum honorierte. Im Bereich More Personal Computing gab es zwar einen leichten Umsatzrückgang von drei Prozent, doch dieser ist angesichts der Zyklik von Xbox und der starken Entwicklung der übrigen Segmente gut zu verkraften.

Auch auf der Ergebnisseite überzeugt Microsoft. Ein Umsatzwachstum von 17 Prozent wurde in ein operatives Ergebnisplus von 21 Prozent übersetzt, der Nettogewinn stieg um 23 Prozent, der Gewinn je Aktie sogar um 24 Prozent. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist das außergewöhnlich.

Die größte Unsicherheit bleibt die Höhe der Investitionsausgaben. Rund 30 Milliarden US-Dollar im Quartal flossen vor allem in KI-Infrastruktur. Das Management betonte jedoch, dass langfristige und kurzfristige Verträge die Kapazitätsplanung absichern und kein unkontrollierter Vorlauf aufgebaut werde. Dennoch fordert der Markt zunehmend detailliertere Angaben zu KI-Umsätzen innerhalb der Azure-Kennzahlen.

Fazit: Eine große Chance

Fundamental hat Microsoft ein sehr starkes Quartal abgeliefert. Wachstum, Margen, Cashflows und Marktposition sprechen eine klare Sprache. Der Kursrückgang wirkt vor diesem Hintergrund überzogen. Bewertungskennzahlen wie EV/EBITDA und KGV liegen deutlich unter den Durchschnittswerten der vergangenen Jahre. Für langfristig orientierte Anleger ergibt sich damit ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis.

Kurzfristig sind weitere Schwankungen möglich, doch strukturell ist der Aufwärtstrend intakt. Wer dem Management bei den KI-Investitionen vertraut, findet in der aktuellen Schwächephase eine seltene Gelegenheit, eine Position in einem der qualitativ besten Unternehmen der Welt aufzubauen oder auszubauen.

Redaktion Ariva/MW


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