Mehrheit skeptisch bei Aufnahme weiterer iranischer Flüchtlinge
HAMBURG (dpa-AFX) - Die Eskalation im Iran-Krieg hat eine Diskussion über mögliche Flüchtlingsbewegungen aus der Region ausgelöst. In Deutschland sind 73 Prozent der Menschen der Meinung, dass ihr Land mit der Aufnahme weiterer iranischer Flüchtlinge nicht gut zurechtkommen würde, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag von "Stern" und "RTL" ergab.
Demnach sind Anhänger der CDU/CSU mit 80 Prozent überwiegend dieser Meinung, unter den Wählern der AfD sind es 98 Prozent. Aber auch bei Anhängern der SPD (63 Prozent) und der Linken überwiegt die Skepsis. Allein Unterstützer der Grünen sehen den Angaben zufolge mehrheitlich in dieser Frage keine größeren Probleme auf Deutschland zukommen.
Experten uneins: Kommt es wirklich zu größerer Fluchtwelle?
Hintergrund der Debatte über einen möglichen Anstieg der Flüchtlingszahlen aus dem Iran sind die zunehmenden Bombardierungen des Landes sowie die wachsende Repression durch das iranische Regime und die Revolutionsgarden. Bisher gibt es für eine Flucht vieler Menschen aus dem Iran in andere Länder nach Darstellung internationaler Organisationen keine Anzeichen.
Experten sind sich uneins in ihren Prognosen, ob es wirklich zu einer größeren Fluchtwelle aus dem Land kommen wird - und ob diese Deutschland erreichen würde. Die längste Grenze teilt sich der Iran mit dem Irak, doch wichtiger für eine Flucht Richtung Europa ist die Grenze zur Türkei im Norden.
In Deutschland lebt nach Angaben von Integrationsexperten mit etwa 319.000 Menschen die größte iranische Exil-Gemeinschaft in Europa, 128.000 Menschen mit iranischem Migrationshintergrund haben demnach einen deutschen Pass.
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte 1.000 Deutsche für die repräsentative Erhebung am 19. und 20. März 2026./sl/DP/zb
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