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Ruhe vor dem Sturm: Warum Metals Focus bei Platin & Co. spürbares Aufwärtspotenzial sieht

Die Platingruppenmetalle stehen laut Metals Focus vor einem spannenden Jahr 2026: Sinkende Minenproduktion, schwindende Lagerbestände und anhaltende Angebotsdefizite könnten die Preise deutlich antreiben. Besonders Platin rückt in den Fokus – Metals Focus erwartet einen Anstieg auf 2.190 USD je Unze. Gleichzeitig sorgen Schmucknachfrage, KI-Infrastruktur und Wasserstofftechnologien für zusätzliche Impulse im gesamten PGM-Sektor.
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Nach einem soliden Jahresauftakt scheinen die Preise für Platingruppenmetalle (PGM) derzeit in einer Seitwärtsbewegung festzustecken. Doch für Rohstoffinvestoren könnte genau diese Phase eine strategische Einstiegschance bieten. Die britischen Analysten von Metals Focus gehen davon aus, dass sich die fundamentale Lage im gesamten PGM-Sektor weiter anspannt und die Preise 2026 deutlich anziehen werden. Angeführt wird diese Entwicklung von Platin, gestützt durch sinkende Minenproduktion, abschmelzende Lagerbestände und ein wachsendes Investoreninteresse.

Preissprung erwartet: Die Prognosen für 2026

Der wichtigste Treiber hinter der positiven Marktsicht ist das fortgesetzte physische Defizit bei allen fünf wichtigen PGMs. Metals Focus erwartet daher, dass diese Metalle das Jahr 2026 mit spürbaren Preisaufschlägen abschließen werden:

  • Platin: 2.190 USD je Unze (+71 % gegenüber Vorjahr)
  • Palladium: 1.570 USD je Unze (+37 %)
  • Rhodium: 10.200 USD je Unze (+62 %)
  • Iridium: 7.200 USD je Unze (+64 %)
  • Ruthenium: 1.560 USD je Unze (mehr als verdoppelt)

Für Platin rechnen die Analysten 2026 mit dem vierten jährlichen Angebotsdefizit in Folge (geschätzt 312.000 Unzen), während die weltweiten Bestände auf 9 Millionen Unzen sinken dürften. Bei den kleineren Metallen spitzt sich die Lage ebenfalls zu: Im Rhodiummarkt könnten die Bestände 2026 auf ein Äquivalent von weniger als drei Monaten Nachfrage fallen.

Strukturelle Enge: Das Angebot schwächelt

Auf der Angebotsseite bleibt das Bild äußerst angespannt. Metals Focus erwartet, dass die globale PGM-Minenproduktion 2026 um weitere 2,2 % auf 13,9 Millionen Unzen zurückgeht. Belastend wirken hier vor allem die schleppende Produktionserholung in Südafrika nach den Überflutungen von 2025 sowie ein niedrigeres Angebot aus Nordamerika, wo die Stillwater-West-Mine in den Wartungsmodus (Care-and-Maintenance) versetzt wurde.

Zwar dürfte die Sekundärversorgung durch Recycling (insbesondere aus Autokatalysatoren dank chinesischer Verschrottungsprogramme) bei Platin, Palladium und Rhodium 2026 um 11 % auf 4,4 Millionen Unzen steigen. Dennoch reicht diese zusätzliche Menge bei Weitem nicht aus, um den Rückgang auf der Primärseite auszugleichen.

Nachfrage: Breiter diversifiziert als erwartet

Die Automobilindustrie bleibt das zentrale Standbein des Sektors. Zwar sank die Autonachfrage nach Platin, Palladium und Rhodium 2025 um 2 % auf 11,9 Millionen Unzen und fiel damit erstmals seit 2022 unter die 12-Millionen-Marke. Da Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Hybride den Markt aber weiterhin dominieren, verläuft die Erosion der klassischen Katalysatornachfrage deutlich langsamer als noch vor wenigen Jahren prognostiziert.

Gleichzeitig stabilisieren andere Segmente den PGM-Markt erheblich:

  • Schmuck: Da Gold für viele Käufer zu teuer geworden ist, stieg die Platin-Schmucknachfrage 2025 um 10 % auf 2,2 Millionen Unzen – den höchsten Stand seit neun Jahren.
  • Technologie: Der Ausbau der KI-Infrastruktur und der Bedarf an Datenspeicherung ließen die Elektroniknachfrage um 8 % auf 1,3 Millionen Unzen klettern. (Dies treibt beispielsweise auch das Defizit bei Ruthenium für Festplatten an).
  • Wasserstoff: In diesem Zukunftsmarkt sprang die Nachfrage 2025 um 76 % auf 97.000 Unzen, angetrieben von staatlichen und unternehmerischen Investitionen.

Neue Handelswege und geopolitische Katalysatoren

Ein zusätzlicher Preistreiber ist die zunehmende Regionalisierung der Lieferketten, forciert durch Initiativen wie die US-Section-232-Proklamation, Chinas 15. Fünfjahresplan und den Critical Raw Materials Act der EU.

Besondere Aufmerksamkeit widmet Metals Focus der Einführung von Platin- und Palladium-Futures an der Guangzhou Futures Exchange in China. Diese hat den Zugang für Investoren erheblich erleichtert und die Nachfrage gestützt. Platin korrelierte zuletzt zudem stärker mit Gold und profitierte somit vermehrt von sicherheitsorientierten Kapitalflüssen.

Unter dem Strich beschreibt Metals Focus einen Markt im strukturellen Wandel, in dem Platin die Führungsrolle übernimmt. Für Rohstoffanleger bedeutet das: Die Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate dürfte nicht das Ende der Fahnenstange markieren, sondern vielmehr das Luftholen vor dem nächsten fundamentalen Aufwärtsimpuls.
 
 

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