Fed-Showdown an der Börse: Zinserhöhung, Öl-Schock und die nächste Richtungsentscheidung

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Die neue Börsenwoche startet mit maximaler Spannung: Nach den überraschend hartnäckigen US-Inflationsdaten steht am Mittwoch die wohl wichtigste Fed-Entscheidung seit Monaten bevor. Die Erzeugerpreise stiegen im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, anschließend legten auch die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent zu. Die Kerninflation erhöhte sich um 0,3 Prozent. Damit haben sich die Zinserwartungen innerhalb weniger Tage massiv verschoben: Der Markt preist inzwischen mit rund 86 bis 87 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Gleichzeitig nähert sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen wieder der Marke von 5 Prozent – ein schwieriger Mix insbesondere für hoch bewertete Technologie- und Wachstumsaktien. In der vergangenen Woche verloren Dow, S&P 500 und Nasdaq entsprechend an Boden.

Und ausgerechnet jetzt kommt ein neuer Ölpreisschock hinzu. Brent springt zum Wochenstart auf rund 108 US-Dollar je Barrel, nachdem neue Angriffe auf die saudische East-West-Pipeline sowie Zwischenfälle im Umfeld der Straße von Hormus und des Bab el-Mandeb die Sorgen um die globale Energieversorgung erneut verschärft haben. Damit droht genau der Faktor wieder stärker zu werden, der Fed und EZB derzeit am meisten Kopfzerbrechen bereitet: energiegetriebene Inflation. Die EZB hat ihren Einlagenzins bereits in der vergangenen Woche um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent angehoben und weitere Schritte nicht ausgeschlossen. Nun liegt der Ball bei Fed-Chef Kevin Warsh.

Am Mittwochabend fällt die Entscheidung: Um 20:00 Uhr unserer Zeit veröffentlicht die Fed ihren Zinsentscheid, um 20:30 Uhr folgt die Pressekonferenz mit Kevin Warsh. Besonders brisant: Weil es sich um eine Sitzung mit neuen Wirtschafts- und Zinsprojektionen handelt, bekommen Anleger gleichzeitig einen aktualisierten Blick auf den sogenannten Dot Plot. Entscheidend wird deshalb nicht nur sein, ob die Fed den Leitzins von aktuell 3,50 bis 3,75 Prozent tatsächlich anhebt. Viel wichtiger ist die Frage: Bleibt es bei einer einmaligen „Versicherungsanhebung“ – oder beginnt ein neuer Zinserhöhungszyklus? Goldman Sachs und JPMorgan rechnen inzwischen mit einer Anhebung in dieser Woche; JPMorgan erwartet sogar einen weiteren Schritt im Dezember. Bereits wenige Stunden vor der Fed werden zudem die US-Einzelhandelsumsätze für August veröffentlicht und liefern einen wichtigen neuen Hinweis darauf, wie robust der amerikanische Verbraucher trotz hoher Preise und Zinsen noch ist.

Auch danach bleibt der Kalender gut gefüllt. Am Donnerstag folgen die US-Baugenehmigungen und Baubeginne sowie neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, am Freitag steht die US-Industrieproduktion im Mittelpunkt. International könnte außerdem die Bank of Japan für Bewegung sorgen: Auch dort erwartet der Markt inzwischen eine weitere Zinserhöhung – mit möglichen Folgen für Yen, Anleiherenditen und internationale Kapitalströme. Bei den Unternehmen ist die Berichtssaison zwar deutlich ruhiger geworden, einige Zahlen bleiben aber interessant: Trip.com berichtet am Dienstag nach US-Börsenschluss, Lennar veröffentlicht am Mittwoch seine Ergebnisse und mit Carnival folgt am Donnerstag ein weiterer wichtiger Gradmesser für Konsum- und Reiseausgaben. Gerade Lennar dürfte angesichts der hohen Hypothekenzinsen einen interessanten Blick auf den US-Immobilienmarkt liefern.

Im Webinar „Wochenausblick Börse“ ordnen wir ein, ob DAX, Dow, S&P 500 und Nasdaq nach dem jüngsten Rücksetzer vor einer neuen Rallye stehen – oder ob Fed, steigende Renditen und ein Ölpreis über 100 Dollar die nächste größere Korrektur auslösen. Wir analysieren den Fed-Entscheid, die neuen Projektionen der US-Notenbank, die wichtigsten Konjunkturdaten und die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten. Natürlich werfen wir auch einen Blick auf Gold, Öl und Bitcoin, besprechen zentrale Unterstützungen und Widerstände und zeigen, wo Trader und Anleger in dieser außergewöhnlich wichtigen Handelswoche Chancen und Risiken besonders genau beobachten sollten. Zusätzlich analysieren wir wie gewohnt die Wunschaktien der Teilnehmer.



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