Experten rechnen mit sinkendem Energieverbrauch

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Strommasten im gleißenden Sonnenlicht (Symbolbild).
- pixabay.com

BERLIN (dpa-AFX) - Der Gesamtverbrauch an Energie in Deutschland wird 2026 laut einer Hochrechnung deutlich sinken. Es sei mit einem Rückgang um knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen, berichtete die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) in Berlin. Als Hauptgründe sehen die Experten die verhaltene Wirtschaftsentwicklung und den kräftigen Anstieg der Energiepreise. Von der Witterung und sonstigen Einflussfaktoren seien dagegen nur schwache Wirkungen auf den Energieverbrauch ausgegangen.

Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen werden laut der Hochrechnung im Gesamtjahr um knapp 4 Prozent zurückgehen.

Deutlich weniger Mineralölverbrauch 2026

Die Jahresprognose basiert auf den Daten für die ersten neun Monate des laufenden Jahres. In diesem Zeitraum ging der Energieverbrauch laut AGEB um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. "Die Verbrauchsentwicklung war gekennzeichnet durch einen gesunkenen Mineralölabsatz und einen weiteren Rückgang des Beitrags der Braunkohle", hieß es. Bei Erdgas, bei den erneuerbaren Energien sowie bei der Steinkohle gab es dagegen einen Verbrauchsanstieg.

Der Verbrauch von Mineralöl nahm von Januar bis September insgesamt um mehr als 12 Prozent ab. Dabei fielen die Rückgänge je nach Energieträger unterschiedlich aus. Bei Ottokraftstoff lag das Minus bei 4 Prozent, bei Diesel bei über 9 Prozent. Der Absatz von Flugkraftstoff verringerte sich um 3 Prozent und die Lieferung von Rohbenzin an die chemische Industrie ging um rund 5 Prozent zurück. Bei leichtem Heizöl lag der Rückgang bei über 38 Prozent. Der Grund: Verbraucher hätten aufgrund hoher Preise ihre Bestände abgebaut und nur geringe Mengen nachgekauft, so die AGEB.

Werte aus dem Artikel:
Brent Crude Ölpreis 99,1831 $ -4,83%
EON Aktie 18,69 € +1,27%
RWE Aktie 57,56 € +1,27%

Steinkohleverbrauch zur Stromerzeugung legt zu

Der Erdgasverbrauch nahm leicht zu (0,8 Prozent), der von Steinkohle um über 8 Prozent. Der Einsatz in Kraftwerken zur Stromerzeugung habe dabei einen Zuwachs um 7,2 Prozent verzeichnet. Die Eisen- und Stahlindustrie verbrauchte ebenfalls etwas mehr Kohle als im Vergleichszeitraum. Erneuerbare Energien legten um 5,7 Prozent zu.

Die AGEB stellte fest, dass in den ersten neun Monaten mehr Strom ins Ausland floss als von dort bezogen wurde. Der Saldo lag bei 1,9 Terawattstunden. Im Vergleichszeitraum der beiden Vorjahre hatte der Stromaustausch noch deutliche Importüberschüsse aufgewiesen.

In absoluten Zahlen lag der inländische Primärenergieverbrauch in den ersten drei Quartalen bei 10.356 Petajoule. In der Einheit Terawattstunden beträgt der Wert 2.877. Eine Terawattstunde sind eine Milliarde Kilowattstunden.

Erneuerbare steigern Anteil auf 22,5 Prozent

Erneuerbare Energien hatten in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt einen Anteil von 22,5 Prozent am gesamten Energieverbrauch. Im Vorjahr lag er bei 20,5 Prozent. Die fossilen Energieträger Öl (Rohöl), Erdgas und Kohle lieferten mit zusammengenommen 75,5 Prozent weiterhin den Großteil der in Deutschland verbrauchten Energie. In die übrigen Anteile fließen unter anderem Strommengen ein, die durch Müllverbrennung erzeugt wurden.

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen sind drei Wirtschaftsverbände sowie fünf Institute, die mit energiewirtschaftlicher Forschung befasst sind./tob/DP/mis


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