Geotechnische Daten klingen für viele Investoren zunächst nach trockener Ingenieursarbeit – doch sie sind mitentscheidend für die spätere Profitabilität und Kostenstruktur einer Mine. Lake Victoria Gold (WKN A3E4WC / TSXV LVG) hat nun für sein vollständig genehmigtes Imwelo-Goldprojekt in Tansania entscheidende Testergebnisse vorgelegt, die direkt in das finale Grubendesign einfließen.
Der Clou für den geplanten Tagebau (spezifisch im „Area C“): Während das tiefe Frischgestein sehr stabil ist und steile Grubenwände erlaubt, lässt sich das weichere Gestein nahe der Oberfläche voraussichtlich komplett ohne teure Sprengungen abbauen. Für den angestrebten Produktionsstart ist das ein enormer wirtschaftlicher Hebel.
Neun Bohrlöcher liefern das Fundament für die Minenplanung
Das Prüfprogramm wurde von Luhlaza Advisory and Consulting in Zusammenarbeit mit der City Engineering Company Limited durchgeführt. Basis der Auswertungen waren neun gezielte Bohrlöcher innerhalb des geplanten Minenbereichs sowie detaillierte Kernprotokollierungen und Labortests. Letztere umfassten anspruchsvolle Verfahren wie Druckfestigkeitstests, triaxiale Kompressionstests, Zugfestigkeitsanalysen und Dichtemessungen.
Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes, zweigeteiltes Bild der Lagerstätte, das Lake Victoria Gold nun für eine optimale, kosteneffiziente Minenplanung nutzt:
Tiefenzone (Frischgestein): Enorme Stabilität bis 166 MPa
In den tieferen Bereichen der Lagerstätte stießen die Ingenieure auf Basalt, porphyrischen Basalt und Granit. Diese Gesteinseinheiten weisen starke bis sehr starke mechanische Eigenschaften auf. Die gemessenen einaxialen Druckfestigkeiten erreichen Spitzenwerte von bis zu 166 MPa. Für Investoren bedeutet das: Das Gestein bietet hervorragende Voraussetzungen für extrem stabile Grubenwände. Vorbehaltlich des Detaildesigns können hier steilere Böschungswinkel realisiert werden, was den teuren Abraumabtransport (Strip Ratio) in der Tiefe deutlich reduziert.
Oberflächenzone (Oxidzone): „Free-Digging“ spart Sprengkosten
Ein ganz anderes Bild zeigt sich in der oberen, oxidierten Saprock-Zone, die sich von der Oberfläche bis in eine Tiefe von 0 bis 60 Metern erstreckt. Aufgrund der geringeren Gesteinsfestigkeit sind hier zwar konservativere, flachere Böschungswinkel und punktuelle Stabilitätsmaßnahmen erforderlich. Dieser scheinbare Nachteil wird jedoch durch einen anderen operativen Vorteil überkompensiert: Das Material besitzt sogenannte „Free-Digging“-Eigenschaften. Es kann in der frühen Betriebsphase direkt mit schwerem Gerät abgebaut werden, ohne dass zuvor kostenintensive Bohr- und Sprengarbeiten (Drill & Blast) nötig sind. Das senkt die initialen Abbaukosten erheblich.
Alle Puzzleteile für das baureife Gesamtmodell
Für Lake Victoria sind diese Daten ein technischer Meilenstein auf dem Weg zur Entwicklungsreife. Das Unternehmen integriert die geotechnischen Parameter aktuell parallel in mehrere Arbeitsstränge. Sie bilden die Grundlage für:
Die finale Grubenoptimierung (Area C) und die Überarbeitung der Strip Ratio
Den detaillierten Produktions- und Zeitplan
Detaillierte Standsicherheitsanalysen
Die metallurgische Prozessauslegung und Optimierung des Flowsheets
Die allgemeine Infrastruktur- und Standortplanung
Mit dem Abschluss dieses Programms verlässt das Imwelo-Projekt zunehmend die theoretische Planungsphase. Die präzisen geotechnischen Rahmendaten für Area C ermöglichen nun ein detailliertes und belastbares Ingenieursmodell – die Grundvoraussetzung, um Projektfinanzierung, Standortvorbereitung und letztlich den Bau der Mine erfolgreich voranzutreiben.
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