Intel zurück aus der Hölle: Bank of America dreht um 180 Grad
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Intel galt lange als Sanierungsfall. Im Zuge des KI-Hypes wurde die Aktie zum Anlegerliebling. Jetzt stuft die Bank of America die Aktie gleich doppelt hoch und nennt ein Kursziel, das den Kurs um mehr als ein Viertel höher sieht.
Für dich zusammengefasst:
Bank of America hebt Intels Rating auf "Kaufen" an.
Das Kursziel wurde von 96 auf 135 US-Dollar erhöht.
Analysten erwarten Gewinn je Aktie von über 6 US-Dollar bis 2030.
Intel ist zurück auf dem Einkaufszettel der Wall Street. Die Bank of America hat ihre Einschätzung zur Chipaktie gleich um zwei Stufen angehoben, von "Unterperformer" auf "Kaufen", und das Kursziel von 96 auf 135 US-Dollar erhöht. Beim aktuellen Kurs von rund 107 US-Dollar entspricht das einem Aufwärtspotenzial von mehr als einem Viertel.
Der eigentliche Schwenk liegt aber nicht im Kursziel, sondern in der Gewinnerwartung. Die Analysten rechnen jetzt damit, dass Intel bis zum Jahr 2030 einen Gewinn je Aktie von über 6 US-Dollar erreichen könnte. Noch vor kurzem war die Schätzung auf 3 bis 4 US-Dollar gedeckelt. Treiber dieser Revision sind zwei Bereiche, die bislang unterschätzt wurden: erstens die Nachfrage nach sogenannten agentischen Prozessoren für Serveranwendungen, zweitens das externe Foundry-Geschäft.
Konkret glaubt BofA, dass Intel im Serverchip-Markt bis 2030 einen Anteil von rund einem Viertel eines dann fast 170 Milliarden US-Dollar schweren Marktes halten könnte. Das entspräche einem Umsatz von über 40 Milliarden US-Dollar allein in diesem Segment. Im Fertigungsgeschäft für externe Kunden kommt ein ähnlich hoher Betrag hinzu. Als potenzielle Auftraggeber nennen die Analysten Apple, MediaTek und weitere Anbieter von ARM-basierten Prozessoren.
Stütze für die Foundry-These ist ein jüngst gemeldetes IP-Abkommen mit dem EDA-Anbieter Cadence für Intels 14A-Prozesstechnologie sowie laufende Gespräche unter dem Stichwort "Terafab". Intel beginnt damit, ein stabileres Ökosystem für externe Kunden aufzubauen, argumentieren die Analysten.
Ein weiteres Argument ist struktureller Natur: Intel ist trotz einer Marktkapitalisierung von rund 540 Milliarden US-Dollar die am zweitwenigsten gehaltene Halbleiteraktie im S&P 500. Nur knapp 16 Prozent des Streubesitzes werden institutionell gehalten. Zum Vergleich: AMD, dessen Kurs sich im Jahresvergleich mehr als verdreifacht hat, liegt bei knapp 40 Prozent Institutionalisierungsquote. Die Logik: Je mehr professionelle Investoren einsteigen, desto größer der Kursrückenwind.
Risiken bleiben. ARM-basierte Prozessoren und maßgeschneiderte Chips aus den Häusern großer Technologieunternehmen wachsen schnell. Verzögerungen in der Fertigung oder beim Produktdesign könnten den Zeitplan der Analysten schnell kippen. Und sollte der Appetit auf KI-Infrastruktur nachlassen, trifft das auch die Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren.
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