TOKIO (dpa-AFX) - Indien und Japan wollen vor dem Hintergrund der protektionistischen Wirtschaftspolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump künftig stärker zusammenarbeiten. Darauf verständigte sich der indische Ministerpräsident Narendra Modi mit seinem japanischen Amtskollegen Shigeru Ishiba in Tokio. So plant Japan, die Privatinvestitionen in Indien in den nächsten zehn Jahren auf 10 Billionen Yen (58 Milliarden Euro) zu verdoppeln. Wenige Tage vor Modis Besuch in Japan waren neue Zölle der US-Regierung auf Importe aus Indien wegen dessen Ölgeschäften mit Russland in Kraft getreten. Damit verdoppelt sich der für Indien verhängte Zollsatz der USA auf 50 Prozent.
Japan wiederum misst seinen Beziehungen zu Indien, das mit mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern die weltweit größte Bevölkerung hat und dessen schnell wachsende Wirtschaft in naher Zukunft hinter den USA und China zur drittgrößten der Welt aufsteigen dürfte, große Bedeutung bei. Japan sei eine Technologiemacht und Indien ein Powerhouse der Talente, sagte Modi auf einem Wirtschaftsforum in Tokio vor seinem Treffen mit Ishiba, bei dem beide eine Reihe von Kooperationsabkommen unterzeichneten. So wollen sie auch die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich in den nächsten zehn Jahren ausbauen.
Indien und Japan gehören zusammen mit den USA und Australien zur sogenannten Quad-Gruppe. Die Gruppe will angesichts von Chinas Machtstreben einen freien und offenen Indopazifik gewährleisten. Mit Indopazifik ist grob gesagt eine Region vom Indischen bis zum nördlichen Pazifischen Ozean gemeint, die den Großteil Asiens umfasst und bis zur Westküste der USA reicht. Modi besucht nach Japan am Wochenende China./ln/DP/stw
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