Ifo: Niedriger CO2-Preis bremst Investitionen fürs Klima

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Deutsche Industrieunternehmen würden nach einer Ifo-Umfrage mehr in klimafreundliche Technologien investieren, wenn der CO2-Preis höher und verlässlich wäre. "Für viele Unternehmen machen planbare CO2-Preise den Unterschied, ob sich etwa eine neue, klimafreundliche Anlage rechnet", schreibt Ifo-Forscher Mathias Dolls. "Die befragten Unternehmen investieren im Schnitt erst, wenn der Preis konstant über 90 Euro pro Tonne CO2 liegt. Bei zu starken Preisschwankungen investieren die Unternehmen nicht."

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Bei einem niedrigen CO2-Preis von etwa 50 Euro lehnen die befragten Firmen Klimaschutzprojekte im Schnitt ab, zeigt die Ifo-Studie unter 830 Industrieunternehmen. Steige der erwartete CO2-Preis auf 175 Euro, falle die Entscheidung klar zugunsten klimafreundlicher Investitionen aus. "Aktuell liegen die Preise des europäischen Emissionshandels von etwa 70 bis 90 Euro nahe an der Schwelle, an der ein durchschnittliches Industrieunternehmen in Deutschland beginnt, klimafreundlich zu investieren, aber ein großer Teil dürfte noch zögern", sagt Ifo-Forscher Gerome Wolf.

Neben der Höhe des CO2-Preises spielen laut Studie Preisschwankungen eine zentrale Rolle für Investitionsentscheidungen. Sobald Unternehmen mit hohen Schwankungen rechnen, warteten sie ab und investierten selbst bei einem hohen Durchschnittspreis nicht, so das Ifo. Verlässliche politische Bedingungen seien daher ausschlaggebend.

Emissionshandel in der EU auf dem Prüfstand

Der Emissionshandel in Europa, das zentrale Klimaschutzinstrument der EU, steht im Zentrum heftiger Debatten. Dabei müssen Firmen Rechte zum Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) nachweisen. Während etwa die Chemiebranche auf Lockerungen dringt, warnen manche Stahlkonzerne wie Salzgitter, die schon mit der Umstellung ihrer Produktion begonnen haben, vor einer Rolle rückwärts.

Die EU-Kommission hatte im Juli eine Abschwächung des Emissionshandels vorgeschlagen. Sie will, dass die Gesamtzahl verfügbarer Rechte für den Ausstoß klimaschädlicher Gase langsamer abnimmt. Zudem soll es in bestimmten Bereichen mehr kostenlose Zertifikate geben.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) pocht auf Entlastung für die Wirtschaft. "Die Reform des EU-Emissionshandels muss jetzt so ausgestaltet werden, dass wir industrielle Produktion und energieintensive Unternehmen langfristig in Deutschland halten können", sagte sie jüngst der Deutschen Presse-Agentur./als/DP/stw



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