PARIS (dpa-AFX) - Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für die Ölnachfrage im kommenden Jahr gesenkt und vor Versorgungsengpässen bei Diesel gewarnt. Der weltweite Verbrauch werde 2027 zwar um rund zwei Millionen Barrel pro Tag steigen, den durch den Iran-Krieg verursachten Schock jedoch nicht vollständig ausgleichen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht des Interessenverbands von Industriestaaten. Damit dürfte die Nachfrage im kommenden Jahr knapp unter dem Niveau von 2025 bleiben.
Für dich zusammengefasst:
IEA senkt Prognose für Ölnachfrage im Jahr 2027.
Globale Nachfrage nach Rohöl wird auf 104,4 Mio. Barrel geschätzt.
Dieselmarkt steht unter extremem Druck aufgrund von Engpässen.
Die tägliche globale Nachfrage nach Rohöl wird für 2027 auf durchschnittlich nur noch 104,4 Millionen Barrel eingeschätzt. Zuvor hatten die Experten der IEA noch eine Nachfrage von 105,0 Millionen Barrel pro Tag erwartet. Die Nachfrageprognose für das laufende Jahr blieb hingegen unverändert, nachdem sie zuletzt gesenkt worden war. Der Interessenverband erwartet demnach 2026 weiter eine tägliche Nachfrage von durchschnittlich 102,4 Millionen Barrel.
Die Nachfrage werde durch hohe Preise und Einschränkungen beim Angebot belastet, schreiben die IEA-Experten. Rohöl hat sich im Oktober nach wiederholten Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verteuert. Der Preis für Öl der Referenzsorte Brent ist in dieser Zeit wieder über die Marke von 100 Dollar (Dollarkurs) je Barrel gestiegen und wurde zuletzt bei 105,65 Dollar gehandelt.
"Für den Ölmarkt wird bis Jahresende weiterhin ein Angebotsdefizit prognostiziert", heißt es weiter im Monatsbericht. Vor allem bei Destillaten, also Heizöl und Diesel, rechnet die IEA mit einer knappen Versorgung "voraussichtlich bis weit ins Jahr 2027". Vor allem der Markt für Diesel stehe aufgrund von Versorgungsengpässen "unter extremem Druck".
Vor dem Hintergrund der knappen Versorgung mit Diesel drängt die IEA ihre Mitgliedstaaten dazu, die zugesagte Freigabe von Diesel-Notreserven umzusetzen. Angesichts der Rekordpreise an den Zapfsäulen erwägt US-Präsident Donald Trump ein Exportverbot für Diesel und hat sogar ein Lieferabkommen mit Russland in Aussicht gestellt./jkr/stk
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