dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 272

Hunderte Migranten unter schwierigen Bedingungen auf Kreta

ATHEN (dpa-AFX) - Nach der Ankunft von rund 450 Migranten ist die Zahl der auf der Ferieninsel Kreta untergebrachten Schutzsuchenden auf etwa 1.000 gestiegen. Die griechische Küstenwache hatte die Neuankömmlinge innerhalb von 48 Stunden aufgegriffen, nachdem sie offenbar mit Kuttern vom libyschen Hafen Tobruk gestartet waren, wie der griechische Rundfunk ERTnews berichtete.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Migration (Symbolbild).
Quelle: - © AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus / Getty Images:

Provisorisches Lager bei Chania völlig überlastet

Im überfüllten Lager von Agia bei Chania, das ursprünglich nur für Kurzaufenthalte vorgesehen war, herrschen laut lokalen Behörden unzumutbare Bedingungen: Matratzen auf dem Boden, unzureichende sanitäre Anlagen, fehlende Klimatisierung sowie die Ausbreitung von Hautkrankheiten prägen das Bild, moniert die Gewerkschaft der Beamten der Küstenwache. Die Stimmung unter den Migranten sei zunehmend angespannt. Die Beamten warnen vor einer Eskalation: Die Lage sei "außer Kontrolle", und das Personal überfordert - derzeit komme ein Beamter auf bis zu 100 Menschen, heißt es auf der Homepage der Gewerkschaft. Dringend müssten diese Menschen zum Festland gebracht werden, da es keine geeigneten Aufnahmelager auf Kreta gibt.

Asylstopp für Migranten aus Nordafrika

Seit dem 11. Juli nimmt Griechenland zudem keine Asylanträge mehr von Migranten entgegen, die über den Seeweg aus Nordafrika einreisen. Der vorläufige Asylstopp gilt für drei Monate.

Haft statt Duldung bei illegalem Aufenthalt

In einem weiteren Schritt hat das Parlament in Athen ein Gesetz verabschiedet, das den irregulären Aufenthalt unter Strafe stellt. Menschen ohne Aufenthaltsrecht, die sich nicht zur freiwilligen Ausreise bereiterklären, müssen künftig mit mindestens drei Jahren Haft rechnen. Eine Aussetzung oder Umwandlung der Strafe ist nicht vorgesehen. "Betroffenen sollen künftig nur zwei Optionen offenstehen: Inhaftierung oder Rückkehr", erklärte das Migrationsministerium immer wieder. Dies diene dem Schutz der öffentlichen Ordnung und der nationalen Sicherheit.

Stadt Chania beklagt finanzielle Überlastung

Die Stadt Chania sieht sich derweil finanziell überfordert. Angesichts des weiterhin milden Herbstwetters rechnen die lokalen Behörden mit weiteren Ankünften, warnte eine Sprecherin der Stadt örtlichen Medien. Seit Jahresbeginn und bis zum 7. September sind nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) knapp 11.500 Migranten aus Nordafrika auf Kreta angekommen. Dies entspreche laut Regierung in Athen einem Anstieg von mehr als 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum./tt/DP/men

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend