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Hohe Ausschüttungen im Ausverkauf: Warum geschlossene Fonds mit 7–11 % Rendite jetzt zur Chance werden könnten

Mehrere Closed-End Funds (CEFs) mit laufenden Ausschüttungen zwischen rund 7 % und 11 % notieren derzeit mit zweistelligen Abschlägen auf ihren Nettoinventarwert und investieren in ein Umfeld sinkender Inflationsraten und stabilisierender Zinsen. Auf Seeking Alpha wird dies als Gelegenheit beschrieben, qualitativ solide, aktiv gemanagte CEFs mit hoher Ausschüttungsrendite und laufenden Aktienrückkäufen zu attraktiven Bewertungen zu erwerben. Im Fokus stehen dabei Fonds, die ihre Ausschüttungen in der Vergangenheit gehalten oder erhöht und ihre Abschläge durch Buybacks tendenziell reduziert haben.

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Makro-Umfeld und Ausgangslage

Der Beitrag auf Seeking Alpha stellt den Zusammenhang zwischen dem CEF-Sektor und dem Zinsumfeld in den Mittelpunkt. Nach einer Phase aggressiver Zinserhöhungen der US-Notenbank hätten viele CEFs 2022/2023 deutliche Kursverluste verzeichnet und seien in der Folge mit hohen Discounts gegenüber ihrem Net Asset Value (NAV) gehandelt worden. Zugleich hätten sich die Inflationsdaten zuletzt abgeschwächt und der Markt preise eine Phase stabiler bis perspektivisch sinkender Leitzinsen ein.

In diesem Umfeld seien CEFs interessant, die von fallenden oder seitwärts laufenden Zinsen profitieren und gleichzeitig bereits heute hohe laufende Ausschüttungen bieten. Der Artikel fokussiert sich auf Fonds, die sich vor allem auf erstklassige, teilweise inflationsindexierte festverzinsliche Wertpapiere beziehungsweise vorrangige Unternehmensanleihen konzentrieren oder über Optionen zusätzliche Erträge generieren.

Ausgewählte CEFs mit hohen Ausschüttungen und Discount

Im Zentrum der Analyse auf Seeking Alpha stehen mehrere einzelne CEFs, die als besonders aussichtsreich eingestuft werden. Sie kombinieren laut Darstellung hohe laufende Ausschüttungen, signifikante Abschläge zum NAV, eine vergleichsweise konservative Portfoliostruktur sowie teilweise aktive Rückkaufprogramme.

Hervorgehoben werden insbesondere Fonds, die ihre Distribution in den vergangenen Jahren stabil gehalten oder sukzessive erhöht haben und deren Management sich durch disziplinierte Ausschüttungspolitik und aktives Discount-Management profiliert hat. Der Beitrag verweist darauf, dass diese Fonds häufig in breit diversifizierte Anleiheportfolios, Investment-Grade-Titel, bevorzugte Aktien (Preferreds) oder hochwertige Kreditinstrumente investieren, wodurch das Ausfallrisiko einzelner Emittenten reduziert werde.

Der Autor auf Seeking Alpha betont, dass mehrere der besprochenen CEFs zu Abschlägen von beispielsweise 10 % bis teils deutlich über 15 % auf ihren NAV gehandelt werden, obwohl die zugrunde liegenden Portfolios überwiegend in hochwertigen Papieren investiert seien. Dadurch ergebe sich aus Sicht des Artikels ein doppelter Hebel: zum einen die laufende Ausschüttung, zum anderen das Potenzial einer künftigen Discount-Verengung, etwa durch Rückkaufprogramme oder eine Normalisierung der Marktstimmung gegenüber CEFs.

Rolle von Buybacks und Discount-Management

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Beitrags auf Seeking Alpha liegt auf den Rückkaufprogrammen der Fonds. Mehrere der vorgestellten CEFs verfügen über genehmigte Aktienrückkaufprogramme, die aktiviert werden, wenn der Discount ein bestimmtes Niveau überschreitet. Diese Buybacks reduzieren die umlaufende Aktienzahl und können den Abschlag zum NAV strukturell verringern.

Der Artikel argumentiert, dass ein Management, das konsequent Buybacks nutzt, wenn der Marktpreis deutlich unter dem inneren Wert liegt, einen zusätzlichen Werttreiber für Anleger darstellt. Es wird darauf hingewiesen, dass Rückkäufe zu Discounts für verbleibende Anteilseigner NAV-akretiv wirken können. Zudem sendeten sie ein Signal, dass das Management den inneren Wert des Portfolios als deutlich höher einschätzt als den aktuellen Börsenkurs.

In Kombination mit hohen laufenden Ausschüttungen entstehe damit ein Renditeprofil, das sich aus Einkommen, möglicher Kursaufwertung bei enger werdendem Discount sowie dem laufenden Ertrag der Basisanlagen zusammensetze. Der Beitrag unterstreicht, dass dies gerade für einkommensorientierte Anleger mit längerem Horizont interessant sein könne.

Risiken: Zinsentwicklung, Leverage und Volatilität

Die Analyse auf Seeking Alpha bleibt nicht bei den Chancen stehen, sondern adressiert explizit die wesentlichen Risiken. Zu den zentralen Risikofaktoren zählen die weitere Zinsentwicklung, der Einsatz von Leverage in vielen CEF-Strukturen und die potenziell hohe Kurssensitivität bei Marktschocks.

Steigende Zinsen könnten die Kurse der im Portfolio gehaltenen Anleihen belasten und damit den NAV unter Druck setzen. Gleichzeitig würden Refinanzierungskosten für den Leverage steigen, was die Nettoerträge und damit die Ausschüttungsfähigkeit beeinträchtigen könne. Zwar gehe der Artikel von einem eher stabilen bis leicht fallenden Zinsumfeld aus, weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass ein unerwarteter Renditeanstieg die Performance der Fonds negativ beeinflussen könnte.

Hinzu komme, dass CEFs als börsengehandelte, häufig hochspezialisierte Vehikel starken Stimmungsschwankungen unterliegen können. In Phasen erhöhter Risikoaversion oder Marktstress reagierten Discounts historisch oft mit deutlicher Ausweitung, selbst wenn sich am zugrunde liegenden NAV nur wenig ändere. Dies könne kurzfristig zu erheblichen Kursverlusten führen, die vor allem für Anleger mit geringerer Risikotoleranz problematisch seien.

Eignung für einkommensorientierte, erfahrene Anleger

Der Beitrag auf Seeking Alpha stellt heraus, dass die vorgestellten CEFs besonders für erfahrene, einkommensorientierte Anleger interessant sein könnten, die die Struktur von geschlossenen Fonds verstehen und Volatilität aushalten können. Die hohe laufende Ausschüttung – im Bereich von etwa 7 % bis 11 % – könne einen wesentlichen Beitrag zu einem auf laufenden Cashflow ausgerichteten Portfolio leisten.

Voraussetzung sei jedoch, dass Investoren die spezifischen Charakteristika von CEFs akzeptieren: die Hebelwirkung durch Leverage, die Möglichkeit von Kapitalverlusten, die Schwankungen beim Discount sowie die Tatsache, dass Ausschüttungen teilweise aus Kapitalrückzahlungen bestehen können. Der Beitrag betont, dass eine sorgfältige Analyse der jeweiligen Fondsberichte, der Portfoliostruktur und der historischen Ausschüttungshistorie notwendig sei.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen laut Artikel Fonds, die über lange Zeiträume hinweg ihre Distribution stabil gehalten oder erhöht haben und eine konservative Ausschüttungspolitik verfolgen. Hier könne das Risiko einer Kürzung der Ausschüttung geringer sein als bei Vehikeln, die mit sehr aggressiven Payout-Ratios arbeiten.

Fazit: Mögliche Strategie für konservative Anleger

Für konservative Anleger, die bereits mit Anleihen, Kreditmärkten und der Funktionsweise von CEFs vertraut sind, ergibt sich aus den auf Seeking Alpha dargestellten Inhalten ein klar umrissenes Handlungsmuster. Anstatt aggressiv zu allokieren, könnte ein schrittweises, diversifiziertes Engagement in ausgewählten CEFs mit Qualitätsportfolios, nachvollziehbarem Risikoprofil, historisch verlässlichen Ausschüttungen und aktivem Discount-Management in Betracht gezogen werden.

Ein konservativer Ansatz würde dabei folgende Elemente berücksichtigen: Begrenzung der Positionsgrößen je Fonds, Streuung über mehrere Manager und Strategien, Bevorzugung von CEFs mit moderatem Leverage und transparenten, überwiegend hochwertigen Underlyings sowie Fokus auf Fonds, die Buybacks einsetzen und eine disziplinierte Ausschüttungspolitik dokumentiert haben. Neue Engagements könnten zudem in Tranchen aufgebaut werden, um das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunktes zu mindern.

Unter diesen Prämissen kann die im Artikel auf Seeking Alpha beschriebene «Buy-the-dip»-Gelegenheit im CEF-Sektor für konservative Anleger als selektive Ergänzung eines bestehenden Einkommensportfolios dienen – nicht als dessen Kern, sondern als renditeorientierte Beimischung mit bewusst akzeptierter Volatilität und klaren Risikogrenzen.

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