BERLIN (dpa-AFX) - Statt der umstrittenen Entlastungsprämie schlägt Handwerkspräsident Jörg Dittrich steuer- und abgabenfreie Einkommensanteile vor - eine aus seiner Sicht gerechtere Lösung. "Der Staat könnte die ersten 1.000 Euro vom Lohn im Mai, Juni oder Juli steuer- und abgabenfrei stellen. Dann hätten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter je nach Einkommen netto spürbar mehr in der Tasche", sagte Dittrich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
"Das hielte ich für deutlich sinnvoller. Und das wäre dann tatsächlich eine Entlastung, und zwar eine für Betriebe wie Beschäftigte", ergänzte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. "Das fände ich solidarisch."
Bundesrat muss noch zustimmen
Der Bundestag hatte am Freitag den Weg geebnet für steuerfreie Entlastungsprämien von bis zu 1.000 Euro, die Unternehmen an ihre Beschäftigten zahlen können. Das Parlament beschloss mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition eine Änderung des Einkommensteuergesetzes. Der Bundesrat muss noch zustimmen, geplant ist das am 8. Mai.
Konkret soll es steuerfrei sein, wenn Arbeitgeber Beschäftigten in diesem Jahr und bis zum 30. Juni 2027 eine Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro zahlen. Zur Begründung heißt es im Gesetzentwurf, der Iran-Krieg habe massive wirtschaftliche Verwerfungen mit sich gebracht und werde für viele Menschen in Deutschland zunehmend zu einer großen Belastung.
Dittrich kritisierte: "Der Vorschlag ist weder gerecht noch durchdacht. Und deswegen bin ich vehement dagegen, dass der Staat ankündigt, eine Saalrunde zu schmeißen, und diese dann auf den Deckel der Wirtschaft anschreiben lässt." Viele Handwerksbetriebe könnten eine solche Prämie nicht stemmen. "Ich habe deswegen in den letzten Tagen einen Sturm der Entrüstung erlebt, der noch längst nicht abgeebbt ist."/cco/DP/he
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