Haftverlängerung in Israel für zwei Gaza-Aktivisten
TEL AVIV (dpa-AFX) - Ein israelisches Gericht hat die Haft zweier Aktivisten verlängert, die nach dem Stopp der Gaza-Hilfsflotte nach Israel gebracht worden waren. Das Gericht in der israelischen Küstenstadt Aschkelon habe eine Haftverlängerung um zwei Tage angeordnet, teilte die Menschenrechtsorganisation Adalah mit, die die beiden vertritt. Die Organisation sprach von einer "rechtswidrigen Entführung" des Spaniers Saif Abu Keschek und des Brasilianers Thiago Ávila durch Israel. Eine israelische Gerichtssprecherin bestätigt, der Richter habe eine Haftverlängerung bis Dienstag angeordnet.
Israel wirft Abu Keschek, der palästinensische Wurzeln hat, Verbindungen zur Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor. Spanien fordert seine sofortige Freilassung. Ávila werden "illegale Aktivitäten" vorgeworfen. Konkrete Beweise wurden bisher nicht vorgelegt.
Die israelische Marine hatte in der Nacht zum Donnerstag westlich von Kreta 21 Schiffe der "Global Sumud Flotilla" in internationalen Gewässern abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Griechenland erklärte sich anschließend bereit, die von der israelischen Marine festgenommenen Personen aufzunehmen und ihre Rückreise in die Herkunftsländer zu ermöglichen.
Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation vor Gericht
Die Anwältinnen von Adalah erklärten laut der Mitteilung vor Gericht, das gesamte Verfahren sei rechtswidrig. Sie stellten die Zuständigkeit des Staates infrage und argumentierten, es gebe keine rechtliche Grundlage für die Anwendung der betreffenden Straftatbestände auf Handlungen ausländischer Staatsangehöriger in internationalen Gewässern. Zudem seien die Festgenommenen ohne rechtliche Grundlage ergriffen worden und hätten von schwerer Misshandlung bis hin zu Folter berichtet.
Die Aktivisten sollten demnach vorerst zurück in eine Haftanstalt nahe Aschkelon gebracht werden. Sie hätten als Protest gegen ihre Behandlung einen Hungerstreik begonnen./le/DP/he
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