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Finanzministerium warnt vor KI als Cyberwaffe

BERLIN (dpa-AFX) - Das Bundesfinanzministerium sieht durch neuartige Modelle der Künstlichen Intelligenz (KI) erhebliche Risiken. "Die Entwicklung von Modellen wie Claude Mythos bedeutet eine Verschärfung der Cyber-Bedrohungslage, die sich auch auf die Finanzstabilität auswirken kann", sagte eine Ministeriumssprecherin dem "Handelsblatt".

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Visuelle Darstellung von künstlicher Intelligenz.(Symbolbild)
Quelle: - ©unsplash.com:

"Mythos" scannt Software nach Schwachstellen

Auslöser dieser Warnungen ist die Software "Claude Mythos" des US-Unternehmens Anthropic. Dabei handelt es sich um ein KI-Programm, das Betriebssysteme, Webbrowser und andere Software voll automatisiert nach Fehlern und Schwachstellen durchsucht. Das Gefährliche an dieser Technologie ist, dass sie die Sicherheitslücken nicht nur aufspürt, sondern quasi als Bauanleitung die passenden digitalen Angriffswerkzeuge gleich mitliefert.

Anthropic hat nach eigenen Angaben bereits Tausende schwerwiegende Lücken damit gefunden. Bislang hält das Unternehmen die Software unter Verschluss und gewährt nur ausgewählten Organisationen Zugang, damit diese ihre Systeme reparieren können.

In den falschen Händen wäre "Mythos" eine gefährliche Cyberwaffe - und könnte zugleich der US-Regierung einen Vorteil geben, eigene Programme zu härten und potenzielle Schwachstellen für Spionage im Ausland auszunutzen.

Das Bundesfinanzministerium nehme die Lage sehr ernst, beobachte die Entwicklungen genau und stehe in engem Austausch mit der Finanzaufsicht sowie europäischen Partnern, sagte die Sprecherin weiter. Da in absehbarer Zeit weitere KI-Modelle mit ähnlichen Fähigkeiten auf den Markt drängen dürften, fordert das Ministerium von den Unternehmen des Finanzsektors, rechtzeitig notwendige Cybersicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.

"Neue Zeitrechnung der Cybersicherheit"

Vor dem Hintergrund dieser Bedrohungslage schlägt auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Alarm. BSI-Präsidentin Claudia Plattner warnt, dass sich das Zeitfenster zwischen der Entdeckung eines Fehlers und einem echten Cyberangriff durch solche KI-Systeme drastisch verkürze. Wirtschaft und Behörden müssten sich künftig auf eine stetig wachsende Flut an Sicherheitslücken und nötigen Software-Updates einstellen./chd/DP/jha

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