Er fügte hinzu: "Wir erleben eine Phase der umfassenden Euphorie über die eigene militärische Stärke." Falls es hier nicht zu einem grundlegenden Umdenken komme, seien die europäisch geführten Gespräche eigentlich zum Scheitern verurteilt.
Teheran müsste auf zivile Anreicherung verzichten
Eine echte Chance für den Vorstoß der Europäer sieht Fuchs, falls der Iran zum Verzicht auf jegliche Urananreicherung - auch zu zivilen Zwecken - bewegt werden könnte. Das lehnt die Regierung in Teheran bislang strikt ab. Bundesaußenminister Johann Wadephul trifft heute gemeinsam mit seinen Kollegen aus Frankreich und Großbritannien mit dem iranischen Chefdiplomaten Abbas Araghtschi in Genf zu Gesprächen über eine Verhandlungslösung zusammen.
Fuchs meint aber, dass ein Einlenken Teherans ohne vollkommenen Gesichtsverlust möglich wäre. Die Mullahs könnten auf die noch bestehende Schlagkraft ihrer Raketenmacht verweisen, samt der aus iranischer Sicht erfolgreichen Einschläge im israelischen Kernland, sagt Fuchs. Auch der bevorstehende Trauermonat Muharram biete eine Möglichkeit, ein Überschreiten von vermeintlich roten Linien ideologisch zu rechtfertigen. "Im iranisch-schiitischen Verständnis geht es dabei um übermächtigen Feinde und das Böse in der Welt", sagt Fuchs.
US-Eingreifen könnte Konflikt verkürzen
Der Sicherheitsexperte Riad Kahwaji von dem in Dubai ansässigen Institute for Near East and Gulf Military Analysis (Inegma) geht davon aus, dass der Iran derzeit auf Zeit spiele. Teheran rationiere seine Raketen und versuche die Moral im eigenen Land mit Propaganda aufrechtzuerhalten. Eine US-Intervention mit einem gezielten Schlag auf die Urananreicherungsanlage in Fordo könne daher verhindern, dass es zu einem langgezogenen Konflikt komme. Es sei aber unklar, ob das zu einer Kapitulation Teherans oder sogar einem Kollaps der Regierung führen werde, sagte er im dpa-Gespräch./cmy/DP/nas
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