Zu den massiven Angebotsausfällen durch die Schließung der Straße von Hormus kommen nun noch beträchtliche Exportausfälle aus Russland hinzu. Laut Angaben von Reuters sind derzeit rund 40% der Exportkapazitäten in Russland lahmgelegt. Grund hierfür sind intensivierte Drohnenangriffe der Ukraine auf die Ölhäfen Primorsk und Ust-Luga an der Ostsee sowie den Hafen Noworossijsk am Schwarzen Meer. Seit Ende Januar ist die Druschba-Pipeline geschlossen, durch die russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei transportiert wurde. Durch die wiederholte Beschlagnahmung von Schiffen der russischen Schattenflotte in Europa wurden darüber hinaus die Exporte aus dem arktischen Hafen Murmansk beeinträchtigt. Die Ausfälle summieren sich laut Reuters auf rund 2 Mio. Barrel pro Tag und sind damit die größten in der jüngeren Geschichte Russlands. Russland versucht zwar, einen Teil der Ausfälle durch höhere Lieferungen über Pipelines nach China und die Exporthäfen im Fernen Osten auszugleichen. Die Möglichkeiten dafür sind aber beschränkt. Der Ukraine-Krieg stellt somit bei aller Fokussierung auf den Krieg im Mittleren Osten ein zusätzliches, nicht zu vernachlässigendes Risiko für die Ölversorgung dar.
US-Energieunternehmen optimistischer, jedoch keine deutliche Ausweitung der Ölbohrungen
Die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Dallas Fed unter den Energieunternehmen in ihrem Distrikt zeigte eine deutliche Stimmungsaufhellung im Vergleich zur letzten Umfrage vor drei Monaten. Der Aktivitätsindex stieg von -6,2 auf 21,0, das höchste Niveau seit Ende 2022, der Index für den Ausblick von -15,2 auf 32,2. Das dürfte vor allem am deutlich gestiegenen WTI-Ölpreis liegen. Dieser wird laut der Umfrage zum Jahresende bei durchschnittlich 74 USD je Barrel erwartet, wobei die Spanne der Antworten mit 50-135 USD sehr weit ist. In zwei Jahren wird von den Umfrageteilnehmern ein durchschnittliches Preisniveau von 73 USD erwartet, in fünf Jahren eines von 79 USD. Unter diesen Preisannahmen ist die Schieferölproduktion profitabel.
Der für den kostendeckenden Betrieb bestehender Ölbohrungen in den beiden besten Fördergebieten benötigte WTI-Ölpreis wird von den Unternehmen bei durchschnittlich 43 USD je Barrel gesehen. Je nach Region liegt der Break-even-Preis bei 34-47 USD. Für neue Ölbohrungen wird ein durchschnittlicher Preis von 66 USD je Barrel benötigt. Hier liegt die Spanne in den verschiedenen Regionen zwischen 62 und 70 USD. Die Hälfte der befragten Firmen gab an, dass sie auch nach den deutlich gestiegenen Ölpreisen an ihren Bohrplänen vom Jahresbeginn festhalten würden. Gut ein Viertel der Unternehmen wollen etwas mehr und lediglich ein Fünftel deutlich mehr Ölbohrungen durchführen. Die meisten Schieferölunternehmen setzen trotz des deutlich gestiegenen Ölpreises weiterhin auf Ausgabendisziplin. Eine schnelle und deutliche Ausweitung der US-Ölproduktion ist daher nicht zu erwarten.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| FC6Q6M | Call | Oil Brent Future | Hebel: 5,0 |
| FE15DB | Put | Oil Brent Future | Hebel: 5,0 |
| FC5392 | Call | WTI Crude Oil-Future | Hebel: 5,0 |
| FE1VMA | Put | WTI Crude Oil-Future | Hebel: 5,0 |
Schäden an Katars LNG-Verflüssigungsanlagen unterstützen Gaspreise längerfristig
Wir haben auch die Prognosen der übrigen Energiepreise angehoben: Den europäischen Gaspreis TTF sehen wir nicht nur kurzfristig, sondern auf längere Zeit gut unterstützt. Denn nicht nur aktuell fehlt durch die Sperrung der Straße von Hormus ein Fünftel des globalen LNG-Handels, der volumenmäßig inzwischen laut Energy Research den Pipeline-Handel übertrifft und etwas mehr als die Hälfte der globalen Exporte ausmacht. Dass wir die Preise auch nach Kriegsende als unterstützt erachten, ist den längerfristigen Schäden an Katars Energieinfrastruktur zuzuschreiben, die bereits heute zu konstatieren sind (wir berichteten). Hinzu kommt, dass sich der Ausbau der dortigen Kapazitäten verzögern könnte, der den stark wachsenden Bedarf in Asien hätte bedienen sollen. Ein Viertel der asiatischen LNG-Importe wurde im vergangenen Jahr durch die Straße von Hormus verschifft. Aber auch in den USA waren im Rahmen einer großen Energiekonferenz in Houston warnende Stimmen zu vernehmen, dass sich der weitere Ausbau der Verflüssigungskapazitäten in den USA wegen stark steigender Kosten verzögern könnte. Der TTF-Erdgaspreis dürfte am Jahresende bei 50 EUR je MWh handeln und damit nur 10% niedriger als aktuell. Dennoch halten wir an der Erwartung längerfristig fallender Gaspreise fest. Denn die LNG-Welle hat vielleicht etwas weniger Wucht, aber sie kommt.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| FE178N | Call | Gas Oil Future | Hebel: 5,3 |
| FE2KFA | Put | Gas Oil Future | Hebel: 5,5 |
| FE15KY | Call | Unleaded Gasoline Future | Hebel: 5,8 |
| FE15LJ | Put | Unleaded Gasoline Future | Hebel: 5,4 |
Quantencomputer – Vom Labor aufs Börsenparkett
Quantencomputer versprechen nichts Geringeres als eine neue Technologierevolution. Aus dem Labor kommend, ziehen sie zunehmend Interesse von Industrie und Investoren auf sich. Das ökonomische Potenzial ist groß, vom Gesundheitswesen bis zur Finanzbranche. Für mutige Anleger ist Quantum Computing schon jetzt ein heißer Tipp – aber man tut gut daran, sich diversifiziert in den Zukunftstrend zu positionieren. Hier mehr dazu!
Kontakt bei Fragen und Anregungen | ||||||
|
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.