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Draghi zeichnet düstere Zukunft für EU-Wirtschaft

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der ehemalige italienische Regierungs- und EZB-Chef Mario Draghi zeichnet ein düsteres Zukunftsbild für Europas Wirtschaft. "Unser Wachstumsmodell verliert an Bedeutung, die Schwachstellen nehmen zu, und es gibt keinen klaren Weg, um die erforderlichen Investitionen zu finanzieren", sagte Draghi bei einer Rede in Brüssel. Die Energiepreise seien weiterhin zu hoch, zu wenige Unternehmen arbeiteten mit künstlicher Intelligenz und es gebe Nachholbedarf beim Aufbau der Mikrochipproduktion.

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EZB-Zentrale in Frankfurt am Main.
Quelle: - pixabay.com:

Zudem ging Draghi auf Probleme in der Automobilindustrie ein. Der Absatz von Elektroautos stocke, Modelle seien zu teuer, die CO2-Emissionen im Verkehr sinken kaum. Noch während Draghi sprach, wurde bekannt, dass Ford wegen schleppender E-Auto-Nachfrage bis zu 1.000 Stellen in Köln streicht.

Ein Jahr Draghi-Bericht

Vor einem Jahr hatte Draghi einen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Auftrag gegebenen Bericht vorgestellt, worin der 78-Jährige klarstellte, dass die Europäische Union im Konkurrenzkampf mit den USA und China deutlich innovativer werden müsse. Die EU stehe vor einer "existenziellen Herausforderung", hieß es. Die Kommission brachte daraufhin eine Reihe von Vereinfachungsvorschlägen und anderen Maßnahmen auf den Weg.

Deutlich optimistischer als Draghi in seiner aktuellen Rede blickte kurz zuvor EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf ihre Wirtschaftspolitik und die ökonomische Lage in der EU. Es gebe Milliarden zur Wirtschaftsförderung, es gebe mehr und mehr E-Autos auf Europas Straßen und man arbeite an neuen Handelsbeziehungen weltweit. Sie versprach: "Wir werden unbeirrbar Kurs halten."

"Wachsende Frustration" bei Bürgern und Firmen

Draghi betonte in seiner Rede zudem, dass es Europas Bürger und Unternehmen schätzten, dass die Kommission eine klare Priorität auf Wettbewerbsfähigkeit lege. "Aber sie äußern auch wachsende Frustration", so der Ex-Banker. Sie seien enttäuscht darüber, wie langsam sich die EU bewege und sähen, dass Europa mit dem Tempo des Wandels anderswo nicht Schritt halten könne./mjm/DP/jsl

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