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DIHK: Deutschland darf nicht 'Besserwisser' bei Klimapolitik spielen

BERLIN (dpa-AFX) - DIHK-Präsident Peter Adrian fordert einen Kurswechsel in der Klima- und Energiepolitik. "Ich glaube, dass wir mittlerweile erkannt haben, wie der eingeschlagene Weg ohne Korrektur wichtige Teile der Industrie ruiniert", sagte Adrian der Deutschen Presse-Agentur.

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Es drohe eine Deindustrialisierung - mit absurden Folgen: "Dann kaufen wir uns die Produkte, die wir heute bei uns schon sehr effizient und klimafreundlich herstellen können aus Ländern ein, in denen sie mit weniger Effizienz und mehr CO2 hergestellt werden."

Es sei ein anderer Ansatz in der Klima- und Energiepolitik nötig, sagte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). "Deutschland darf hier nicht weiter den Besserwisser für die ganze Welt spielen. Wir müssen es schlichtweg besser machen, indem wir andere Länder einbinden."

Die DIHK kritisiere nicht das Ziel der Klimaneutralität. "Sondern was wir kritisieren, ist der Weg dorthin und die damit verbundenen hohen Kosten der Transformation, insbesondere im Bereich der Energieversorgung."

Die DIHK hatte eine Studie in Auftrag gegeben mit dem Ergebnis, dass die Energiewende mit dem bisherigen Kurs viel zu teuer und für die Unternehmen nicht zu stemmen sei. Kostentreiber seien etwa hohe Investitionen in den Ausbau der Stromnetze, in die Transformation industrieller Prozesse sowie neue Kraftwerke. Dazu kämen im internationalen Vergleich hohe Energiekosten. Adrian sprach von einem enormen Handlungsbedarf.

"Indien will 2070 klimaneutral werden, China 2060, die EU insgesamt 2050, Deutschland 2045. Wir sind in Deutschland global für etwa 1,5 Prozent der Emissionen verantwortlich", sagte Adrian. "Wir wollen weltweit erreichen, dass wir klimaneutral werden, dass wir das Pariser Klimaschutzabkommen global einigermaßen einhalten können. Das wird aber nur funktionieren, wenn wir eine abgestimmte Vorgehensweise mit den großen, wichtigen Wirtschaftsnationen hinbekommen."

Deutschland habe, bezogen auf das Referenzjahr 1990, bisher 48 Prozent CO2-Einsparungen erreicht. Viele andere Industrieländer hätten die Emissionen dagegen gesteigert. "Das Klimaziel werden wir nur erreichen, wenn wir einen Prozess der internationalen Abstimmung hinbekommen."

"Die EU-Kommission hat jetzt gesagt, zur Erreichung der Klimaziele seien kompensatorische Maßnahmen international bis zu 5 Prozent zulässig", sagte der DIHK-Präsident. "Das ist ein guter erster Ansatz."

Adrian nannte ein Beispiel. "Aufforstungen im brasilianischen Regenwald wären ein großer Beitrag für eine CO2-Kompensation." Aus der Perspektive des globalen Klimaschutzes komme es weniger darauf an, was man in Deutschland allein tue. "Für das Ergebnis wichtiger wäre es, wenn wir weltweit erfolgreicher sind. Wir brauchen dafür mehr Pragmatismus."/hoe/DP/zb

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