Deutschlands Industrie überrascht – doch jetzt droht Gefahr vom Rhein
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Deutschlands Industrie wächst den dritten Monat in Folge, die Autobranche zieht kräftig an. Doch Niedrigwasser am Rhein und die Straße von Hormus könnten das zarte Comeback schnell gefährden.
Für dich zusammengefasst:
Die deutsche Industrieproduktion stieg im Juni um 0,2 %.
Die Automobilindustrie verzeichnete einen Anstieg von 3,6 %.
Das Handelsbilanzdefizit verringerte sich auf 15,4 Milliarden Euro.
Die deutsche Industrie zeigt sich trotz des Iran-Kriegs weiter robust. Die Produktion ist im Juni den dritten Monat in Folge gestiegen, wie das Statistische Bundesamt berichtet.
Gegenüber dem Vormonat legte die Industrieproduktion um 0,2 Prozent zu. Im Mai hatte das Plus nach revidierten Daten noch 0,7 Prozent betragen. Das Juni-Ergebnis entsprach der mittleren Prognose der von Bloomberg befragten Ökonomen. Besonders stark entwickelte sich die Automobilindustrie. Ihre Produktion stieg gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent.
Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) Research wie folgt: "Im weniger volatilen Vorquartalsvergleich konnte die Industrieproduktion im zweiten Quartal leicht zulegen. Angesichts der prall gefüllten Auftragsbücher dürfte sie ihre Erholung im dritten Quartal fortsetzen."
"Kurzfristig könnten jedoch für einige Unternehmen die Transportprobleme infolge des Niedrigwassers im Rhein ein Hindernis darstellen. Auch die Stimmungsindikatoren, wie das ifo-Geschäftsklima oder der Einkaufsmanagerindex senden Erholungssignale", so Schattenberg weiter.
Auch der Außenhandel legte zu. Die Exporte wuchsen den fünften Monat in Folge. Gleichzeitig zogen die Importe kräftig an. Das Handelsbilanzdefizit verringerte sich dennoch von 19,3 Milliarden Euro im Mai auf 15,4 Milliarden Euro.
Die Daten fügen sich in eine Reihe zuletzt überraschend positiver Konjunktursignale ein. Dazu gehören ein besser als erwartetes Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal und starke Industrieaufträge. Auch Konjunktur- und Stimmungsindikatoren haben sich vor dem Hintergrund des Reformpakets der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz verbessert.
Risiken bleiben
Die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus und die niedrigen Wasserstände auf dem Rhein bedrohen weiterhin Produktion und Lieferketten.
Unternehmen reagieren bereits mit angepassten Transportwegen und größeren Lagerbeständen. Sollten die Transportkapazitäten auf den Binnenwasserstraßen jedoch länger eingeschränkt bleiben, könnten laut Wirtschaftsministerium vorübergehende Produktionsausfälle bei betroffenen Unternehmen nicht ausgeschlossen werden.
Der deutsche Aktienindex reitet derzeit auf einer Erfolgswelle. In dieser Handelswoche baute der DAX seinen Wert um etwa 1,6 Prozent aus und liegt somit nun deutlich über der Marke von 26.000 Punkten.
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.