
Von der Brokerwahl über Spread und Swapgebühren bis zur richtigen Plattform: In Teil 2 unserer CFD-Serie geht es um die Praxis. Plus die teuersten Fehler, die Einsteiger im CFD-Trading immer wieder machen.
Im ersten Teil dieser Serie haben wir die Grundlagen geklärt: Was sind CFDs und wie funktioniert der Hebel. Jetzt geht es an die Praxis. Denn zwischen dem Verständnis der Theorie und dem ersten profitablen Trade liegen einige Entscheidungen, die am Ende bares Geld kosten oder sparen können.
Den richtigen Broker finden
Ohne Broker geht im CFD-Trading nichts. Der Broker ist das Unternehmen, das unsere Orders an den Markt weiterleitet, uns die Handelsplattform bereitstellt und unser Geld verwaltet.
Wenn wir bei Google nach CFD-Brokern suchen, bekommen wir dutzende Ergebnisse. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind teilweise erheblich. Es gibt ein paar Kriterien, die wir bei der Auswahl beachten sollten, bevor wir irgendwo Geld einzahlen.
An erster Stelle steht die Regulierung. Ein Broker, der von der BaFin in Deutschland oder einer vergleichbaren europäischen Behörde beaufsichtigt wird, unterliegt den europäischen aufsichtsrechtlichen Standards. Im Internet finden wir viele Erfahrungsberichte von Tradern, die bei unregulierten Brokern Probleme mit Auszahlungen hatten. Manchmal wurde das Geld einfach nicht überwiesen, der Support war nicht erreichbar und am Ende stand man ohne Ansprechpartner da.
Neben der Regulierung sollten wir uns die handelbaren Märkte ansehen. Nicht jeder Broker bietet die gleichen Märkte an. Wenn wir neben dem DAX und dem EUR/USD auch Rohstoffe oder Kryptowährungen handeln möchten, dann sollte der Broker diese auch im Angebot haben.
Ebenfalls spielt der Kundenservice eine wichtige Rolle. Gerade am Anfang tauchen Fragen auf, die schnell beantwortet werden sollten. Ein deutschsprachiger Support, der per Telefon oder Live-Chat erreichbar ist, kann in solchen Momenten viel Wert sein.
Die Kosten im Überblick
Kosten sind ein Thema, das viele Einsteiger erst auf dem Schirm haben, wenn sie die ersten Trades gemacht haben. Dabei lohnt es sich, die Kostenstruktur vorher zu kennen, weil sie direkt in die Profitabilität einfließt.
Neben den klassischen Kosten wie die Gebühr für einen Trade spielt auch der Spread eine wichtige Rolle. Der Spread ist die Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs.
Wenn der DAX bei 18.000 Punkten steht, könnte der Kaufkurs bei 18.001 und der Verkaufskurs bei 17.999 liegen. Der Spread beträgt dann 2 Punkte. Das bedeutet, dass wir bei jeder neuen Position sofort 2 Punkte im Minus sind. Erst wenn der Kurs diese 2 Punkte in unsere Richtung gelaufen ist, stehen wir mit dem Trade bei einem Gewinn/Verlust von 0 €. Das klingt nach wenig, summiert sich aber. Wenn wir zehn Trades am Tag machen und jeder Trade 2 Punkte Spread kostet, sind das 20 Punkte, die wir allein durch die Spreadkosten erst einmal aufholen müssen.
Je nach Markt und Broker variiert der Spread. Beim EUR/USD liegt er oft zwischen 0,5 und 1,5 Pips, beim DAX bei 1 bis 2 Punkten. Bei exotischen Währungspaaren oder Kryptowährungen kann der Spread auch deutlich höher sein. Manche Broker arbeiten zusätzlich mit einer Kommission pro Trade. Ob Spread, Kommission oder eine Kombination aus beidem: Wir sollten das vor der Kontoreröffnung wissen.
Ein Kostenpunkt, den Anfänger oft übersehen, sind die Swapgebühren. Wenn wir eine Position über Nacht offen lassen, berechnet der Broker dafür Finanzierungskosten. Die Höhe hängt vom Markt, vom Broker und vom aktuellen Zinsniveau ab. Beim klassischen Daytrading fallen keine Swapgebühren an, weil alle Positionen am selben Tag geschlossen werden. Wenn wir aber eine Position über mehrere Tage oder Wochen halten, können die Swapkosten spürbar werden.
Wenn die Swapgebühr für eine DAX-Position bei 3 Euro pro Nacht liegt und wir die Position vier Wochen halten, sind das 20 Handelstage mal 3 Euro, also 60 Euro. Bei einem angestrebten Gewinn von 200 Euro machen die Swapkosten dann fast ein Drittel aus.
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MetaTrader und TradingView
Die Handelsplattform ist die Software, über die wir Charts analysieren, Orders aufgeben und unser Konto verwalten. Im CFD-Bereich dominieren zwei Plattformen: der MetaTrader und TradingView.
Der MetaTrader wird von Brokern den Tradern kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gibt den MetaTrader 4 und den MetaTrader 5. Beide Versionen laufen sehr stabil. Dadurch dass die Software schon sehr viele Jahre am Markt ist und von vielen Tradern genutzt wird, haben wir heute eine extrem stabile Software.

Was den MetaTrader besonders macht, ist die Community. Es gibt eine große Anzahl an Indikatoren, Erweiterungen und automatische Handelssysteme, sogenannte Expert Advisors (kurz EA). Der MetaTrader 5 bietet über 20 Chartzeiteinheiten, einen integrierten Wirtschaftskalender und kann im Gegensatz zum MT4 mehrere Prozessorkerne nutzen, was beim Backtesting von Handelsstrategien einen großen Unterschied macht.
TradingView ist eine browserbasierte Plattform, die in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Die Oberfläche ist modern, die Charts sind übersichtlich und die Bedienung schnell verständlich. Auch hier punktet die Community, in der Trader Analysen und Handelsideen teilen. Da TradingView im Browser läuft, müssen wir keine Software installieren. Auch automatisierte Strategien lassen sich dort entwickeln, die Programmiersprache heißt Pine Script und ist etwas einsteigerfreundlicher als die MQL-Programmiersprache beim MetaTrader.
Beides lässt sich auch kombinieren: TradingView für die Chartanalyse und MetaTrader für die eigentliche Orderausführung.
Natürlich gibt es für TradingView wie auch für den MetaTrader 4 und MT5 eine App für iOS und Android.

Fehler, die in der Praxis teuer werden
Die Statistik sagt, dass ein Großteil der CFD-Trader Geld verliert. Das steht offen bei jedem Broker auf der Webseite.
Das größte Problem ist fehlendes Risikomanagement. Wenn pro Trade fünf Prozent vom Konto riskiert werden und zehn Verlusttrades in Folge kommen, ist die Hälfte weg. Um das wieder aufzuholen, bräuchten wir 100 Prozent Rendite auf das verbleibende Kapital. Diese Rechnung machen die wenigsten Anfänger, bevor sie die Order abschicken. Viele Trader begrenzen ihr Risiko pro Position deutlich; es gibt jedoch keine allgemein gültige Regel.
Dann gibt es die Trader, die glauben, sie müssten ständig handeln. Zwölf Trades am Tag, weil ja immer irgendetwas im Markt passiert. Dabei vergessen sie, dass jeder Trade Kosten verursacht. Spread, eventuell Kommissionen und Swapgebühren bei Übernachtpositionen.
Ein Fehler, der oft unterschätzt wird: ohne Stop Loss handeln. Irgendwann kommt eine Nachricht, die den Markt innerhalb von Minuten um mehrere hundert Punkte bewegt. Ohne Stop Loss sitzt man dann mit einem Verlust da, der weit über dem liegt, was man normalerweise in Kauf nehmen würde. Aber auch Stop‑Loss‑Orders bieten keinen vollständigen Schutz, insbesondere bei extremen Marktbewegungen.
Und dann wäre da noch das „Rachetrading“. Ein Verlust ärgert uns und statt in Ruhe den nächsten Trade nach den eigenen Regeln zu planen, eröffnen wir sofort eine neue Position, um das Geld zurückzuholen. Meistens mit mehr Risiko als sonst. Das Ergebnis ist fast immer ein noch größerer Verlust. Wenn die Emotionen hochkochen, ist der klügste Trade, den wir machen können, den Computer auszuschalten und am nächsten Tag mit klarem Kopf weiterzumachen.
Natürlich spielt der Hebel beim CFD auch eine große Rolle, wieso laut Statistiken viele Trader ihr Geld im CFD-Trading verlieren.
Ausblick auf Teil 3
Rund um das CFD-Trading kursieren viele Behauptungen, die sich hartnäckig halten. Im nächsten Teil dieser Serie nehmen wir die verbreitetsten CFD-Mythen unter die Lupe und prüfen, was davon stimmt und was nicht. Wer sich bis dahin selbst ein Bild machen möchte, kann bei Smartbroker-CFD.de ein kostenloses Demokonto eröffnen und die Praxis in der Demo-Version testen. Unser Partnerbroker von Smartbroker-CFD.de – GBE Brokers Limited - stellt sowohl den MetaTrader als auch TradingView als Trading-Plattform kostenfrei zur Verfügung.
Risikohinweis:
93,62% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD‑Handel bei diesem Anbieter.
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit einem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren.
Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.