Im Zentrum seiner auf Substack geposteten HYPE-These steht die Annahme, dass Exchange-Token auch in schwachen oder seitwärts laufenden Krypto-Märkten gut performen können. Der Grund liegt für Hayes auf der Hand. Handelsplätze verdienen auch dann Gebühren, wenn Kurse stagnieren oder fallen. Hyperliquid ist derzeit die mit Abstand dominante Exchange für Perpetual Futures und zugleich eines der umsatzstärksten Krypto-Projekte außerhalb des Stablecoin-Sektors.
Hayes argumentiert, dass Hyperliquid sein Wachstum nicht zwingend aus einem insgesamt wachsenden Krypto-Markt beziehen müsse. Bereits eine moderate Verlagerung von Handelsvolumen von zentralisierten Börsen hin zu Hyperliquid könne ausreichen, um die Erlöse deutlich zu steigern.
Besonderes Potenzial sieht er in den sogenannten permissionless Listings. Über das Protokoll HIP-3 können mit ausreichend gestakten HYPE-Tokens neue Perpetual-Märkte erstellt werden. Hayes verweist dabei auf Angebote für Gold, Silber, Nasdaq 100 und S&P 500. Gerade diese Märkte könnten Hyperliquid aus seiner Sicht von anderen DEXs abheben und neue Nutzergruppen anziehen.
Zusätzliche Fantasie leitet er aus dem angekündigten HIP-4-Upgrade ab, das Prediction Markets à la Polymarket und Kalshi ermöglichen soll. Obwohl dieses Potenzial in seinem Modell laut eigener Aussage noch gar nicht eingepreist sei, sieht Hayes darin einen möglichen weiteren Kurstreiber.
Ein zentraler Punkt seines Essays ist die Frage, wie glaubwürdig die Handelsvolumina konkurrierender Börsen tatsächlich sind. Hayes argumentiert, dass Krypto-Handelsplätze Volumen vergleichsweise leicht künstlich aufblähen können, etwa durch Wash Trading, “Volumizing” oder Token-Incentives für Trader.
Um die Echtheit von Volumen zu beurteilen, verweist er auf das Verhältnis von ADV zu OI. ADV steht für Average Daily Volume, also das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen. OI meint das Open Interest, also das Volumen offener Positionen. Laut Hayes ist ein niedrigeres ADV/OI-Verhältnis ein Hinweis darauf, dass das Volumen stärker durch echte, kapitalunterlegte Handelsaktivität entsteht und weniger durch künstlich erzeugte Umsätze.
Sein Fazit lautet, dass Hyperliquid unter den größten Perpetual-DEXs das niedrigste ADV/OI-Verhältnis aufweise und damit über das “realste” Volumen im Markt verfüge. Für Hayes ist das ein wichtiges Argument gegen die Sorge, Hyperliquid könne im Wettbewerb mit gebührenarmen Rivalen Marktanteile verlieren. Dieses Volumen wiederum sorgt für eine niedrigere Slippage (das heißt niedrigere Handelsgebühren), welche wiederum neue Trader anlockt.
Sein Kursziel von 150 US-Dollar stützt Hayes auf ein klassisches Multiple-Modell. Er arbeitet mit einem KGV-ähnlichen Ansatz auf Basis von Marktkapitalisierung und annualisierten 30-Tage-Umsätzen. Aktuell, so Hayes, werde HYPE nur mit einem KGV von rund 12 gehandelt. Das sei im Vergleich zu traditionellen Börsenbetreibern wie CME, Robinhood oder Coinbase zu niedrig.
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Auch wenn Hyperliquid wegen Smart-Contract-Risiken, möglicher Gegenparteirisiken und der geringeren Zugänglichkeit für viele Anleger wohl mit einem Abschlag gegenüber börsennotierten Unternehmen gehandelt werde, hält Hayes eine Neubewertung für wahrscheinlich. In seinem Modell setzt er daher auf ein höheres Bewertungs-Multiple sowie auf einen Anstieg der annualisierten 30-Tage-Umsätze von 843 Millionen auf 1,4 Milliarden US-Dollar bis August.
Selbst unter konservativeren Annahmen sieht er laut eigener Rechnung noch Aufwärtspotenzial. In einem Stressszenario komme er immer noch auf ein Kursziel von 58 US-Dollar und damit deutlich über dem damaligen Marktniveau.
Trotz all der bullischen Argumenten für HYPE: Auf die Aussagen von Arthur Hayes sollte man sich bei seiner Bullenthese für Hyperliquid nicht blind verlassen. Erst vor rund einem halben Jahr prognostizierte Hayes einen HYPE-Kurs von über 5.000 US-Dollar – nur um kurz danach zu verkaufen.

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