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Ares Capital vs. Oaktree Specialty Lending: Die verborgene Mathematik hinter einem klaren BDC-Leistungsunterschied

Ares Capital hat Oaktree Specialty Lending in den vergangenen Jahren deutlich outperformt. Eine detaillierte Analyse auf Seeking Alpha zeigt, dass dieser Vorsprung nicht auf Zufall, sondern auf klar quantifizierbare strukturelle und operative Unterschiede bei den beiden Business Development Companies (BDCs) zurückzuführen ist. Für Investoren mit Fokus auf stabile Cashflows und risikoangepasste Renditen liefert der Vergleich zentrale Kennzahlen für die Allokation im BDC-Segment.

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Geschäftsmodell und Positionierung im BDC-Sektor

Beide Gesellschaften operieren als BDCs und investieren überwiegend in gesicherte Kredite an mittelständische Unternehmen. Ares Capital gilt als einer der größten und etabliertesten Player im Markt. Oaktree Specialty Lending ist kleiner und fokussiert sich ebenfalls auf gesicherte, überwiegend erstrangige Kredite sowie ausgewählte nachrangige Engagements. Die Analyse auf Seeking Alpha arbeitet heraus, dass die scheinbar ähnlichen Geschäftsmodelle bei näherem Hinsehen erhebliche Unterschiede in Portfoliostruktur, Ertragskraft und Risikoprofil aufweisen.

Portfoliostruktur und Kreditqualität

Im Mittelpunkt steht die Kreditqualität der Portfolios. Ares Capital weist einen breiter diversifizierten Kreditbestand auf, mit einer größeren Anzahl von Portfolio-Unternehmen und einer breiten Streuung über Branchen. Die Non-Accrual-Quote liegt historisch auf einem niedrigen Niveau. Die Ausfälle einzelner Engagements schlagen damit weniger stark auf den Net Asset Value (NAV) durch.

Oaktree Specialty Lending verfügt über ein konzentrierteres Portfolio mit höherem Exposure in einzelnen Positionen. Die Non-Accrual-Quote ist zwar ebenfalls kontrolliert, doch die geringere Diversifikation erhöht die Volatilität potenzieller Wertberichtigungen. Die Analyse betont, dass kleine Verschiebungen in der Kreditqualität bei Oaktree Specialty Lending relativ stärker auf EPS und NAV wirken können als bei Ares Capital.

Ertragskraft und Renditetreiber

Die Bruttorenditen auf das Portfolio liegen bei beiden Gesellschaften im typischen BDC-Bereich, werden jedoch durch unterschiedliche Kosten- und Kapitalstrukturen überlagert. Ares Capital profitiert von Skaleneffekten in der Kostenbasis und einem effizienten Liability Management. Dadurch kann ein größerer Teil der Bruttoerträge in das Net Investment Income (NII) durchgereicht werden.

Oaktree Specialty Lending erzielt zwar attraktive Couponrenditen auf Teile des Portfolios, sieht sich aber höheren relativen Kosten und einem weniger vorteilhaften Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital gegenüber. Das schmälert den Zufluss an NII pro Aktie und begrenzt das Wachstum der ausschüttungsfähigen Erträge. Die Analyse auf Seeking Alpha arbeitet heraus, dass diese strukturelle Ertragsdifferenz ein wesentlicher Grund für die überlegene Performance von Ares Capital ist.

Dividendenpolitik und Ausschüttungsstabilität

Für einkommensorientierte Anleger sind Dividendenhistorie und Ausschüttungsdisziplin entscheidend. Ares Capital kann eine lange Historie stabiler und häufig steigender Dividenden vorweisen, ergänzt durch Sonderausschüttungen in Phasen erhöhter Ertragskraft. Die Deckung der Dividenden durch das laufende NII gilt als solide und wird regelmäßig durch ein komfortables Payout-Ratio unterfüttert.

Oaktree Specialty Lending zahlt ebenfalls eine attraktive Dividende, doch ist die Historie stärker von Anpassungen geprägt. Die Spanne zwischen NII und Dividende ist enger, was die Flexibilität bei Verschlechterung des Kreditumfelds reduziert. Die Analyse hebt hervor, dass die Dividendenstabilität bei Ares Capital ein zusätzlicher Faktor ist, der in der Gesamtperformance zum Tragen kommt.

Bewertung und Markt-Pricing

Die Kapitalmärkte honorieren die Unterschiede in Qualität und Ertragskraft mit voneinander abweichenden Bewertungsmultiplikatoren. Ares Capital handelt typischerweise näher am oder über dem NAV, was das Vertrauen der Investoren in die Werthaltigkeit des Portfolios widerspiegelt. Der Markt preist die Stabilität der Cashflows und die geringeren Ausfallrisiken mit einem Bewertungsaufschlag ein.

Oaktree Specialty Lending wird dagegen eher mit einem Abschlag oder einem geringeren Aufschlag auf den NAV bewertet. Dieser Bewertungsabschlag korrespondiert mit der höheren Sensitivität gegenüber Einzelausfällen und dem weniger skalenbasierten Kostenprofil. Damit setzt sich der Vorsprung von Ares Capital nicht nur in der Fundamentalanalyse, sondern auch im Marktpricing fort.

Die „verborgene Mathematik“ hinter der Outperformance

Die auf Seeking Alpha vorgestellte „verborgene Mathematik“ verweist auf die kumulative Wirkung kleiner relativer Vorteile über mehrere Kennzahlen hinweg. Ares Capital kombiniert:

- breitere Diversifikation und geringere Non-Accrual-Quote,
- effizientere Kostenstruktur und besseres Liability Management,
- stabilere und besser gedeckte Dividenden,
- sowie ein höheres Vertrauen des Marktes, sichtbar in der NAV-Bewertung.

Diese Faktoren verstärken sich gegenseitig und führen über die Zeit zu einer signifikanten Outperformance gegenüber Oaktree Specialty Lending. Bereits geringfügige Unterschiede im Spread zwischen Portfoliorendite und Refinanzierungskosten, in der Quote notleidender Kredite und in der Ausschüttungsdisziplin akkumulieren sich zu einem deutlichen Renditevorsprung auf Total-Return-Basis.

Risiken und zyklische Einflüsse

Beide BDCs sind zinssensitiv und zyklisch. Steigende Zinsen wirken kurzfristig tendenziell positiv auf die Ertragslage, da viele Kredite variabel verzinst sind. In einem Abschwung erhöht sich jedoch das Ausfallrisiko im Portfolio. Die Analyse deutet an, dass Ares Capital aufgrund der stärkeren Diversifikation und der robusteren Bilanzstruktur besser gerüstet ist, eine Rezession oder längere Schwächephase zu absorbieren.

Oaktree Specialty Lending bleibt in einem schwierigen Umfeld anfälliger für negative Überraschungen auf Einzeltitelebene. Die geringere Pufferwirkung bei NII und NAV kann in solchen Phasen zu stärkeren Kursabschlägen und erhöhter Volatilität führen.

Fazit: Konsequenzen für konservative Anleger

Für konservative Anleger mit Fokus auf planbare Erträge und Kapitalerhalt legt die Analyse nahe, Ares Capital als bevorzugte Kernposition im BDC-Segment zu betrachten. Die Kombination aus breiter Diversifikation, solider Kreditqualität, effizienter Kostenstruktur und bewährter Dividendenpolitik schafft ein stabileres Ertragsprofil und reduziert idiosynkratische Risiken.

Oaktree Specialty Lending kann in Portfolios mit höherer Risikotoleranz eine Beimischung darstellen, bleibt aber im direkten Vergleich die zyklischere und sensitivere Wahl. Wer als defensiv orientierter Investor auf diese Nachricht reagiert, dürfte tendenziell Gewichtungen zugunsten von Ares Capital ausbauen, Engagements in Oaktree Specialty Lending überprüfen und BDC-Exposures insgesamt stärker nach Qualität, Diversifikation und Dividendenstabilität ausrichten.

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