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Aktie "falsch bewertet": Wie Evotec am KI-Boom verdient

KI macht Arzneimittelforschung billiger – und schafft paradoxerweise mehr Arbeit für Evotec. Warum Berenberg die Aktie trotz operativer Schwäche klar zum Kauf empfiehlt.
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Wissenschaftler bei der Arbeit in einem medizinischen Labor (Symbolbild).
Quelle: www.gettyimages.de"> - © SolStock / E+ / Getty Images www.gettyimages.de: http://www.gettyimages.de
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Die Pharmaindustrie setzt zunehmend auf künstliche Intelligenz, um neue Wirkstoffe schneller und günstiger zu entwickeln – und genau das könnte für Evotec zum Wachstumstreiber werden. Ausgerechnet KI-getriebene Pharmafirmen fragen verstärkt nach den Labordiensten des Unternehmens, weil ihre computer-generierten Wirkstoffkandidaten in der echten Biologie validiert werden müssen.

Das Prinzip dahinter ist aus der Wirtschaftstheorie bekannt: Wird ein Prozess effizienter, steigt oft nicht der Ersatz, sondern der Gesamtverbrauch. Für die Arzneimittelforschung bedeutet das: KI senkt die Kosten je Wirkstoffkandidat drastisch, weshalb Pharmaunternehmen schlicht mehr Kandidaten in die Pipeline schicken – und damit mehr Validierungsarbeit anfällt. Die Analysten der Berenberg Bank sehen Evotec in einer neuen Rolle als "KI-Validierungspartner" und bestätigen ihr Kaufvotum mit einem Kursziel von 9,70 Euro. Die Aktie kostet derzeit rund 4,70 Euro.

Rückenwind kommt auch aus dem operativen Geschäft: Seit Jahresbeginn 2026 hat sich die Zahl neuer Angebotsanfragen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte erhöht. Besonders die Biologics-Sparte JEB soll im laufenden Jahr zweistellig wachsen – bereinigt um zwei Großkunden sogar um rund zwei Fünftel. Dazu stärkt ein frischer Barmittelzufluss aus dem Verkauf einer Beteiligung die Bilanz; liquide Mittel lagen zuletzt bei fast einer halben Milliarde Euro.

Was Evotec für KI-Firmen attraktiv mache, so Berenberg, seien vor allem zwei Alleinstellungsmerkmale: eine integrierte Datenbasis, die maschinelle Lernmodelle der Kunden direkt mit Labordaten versorgt, sowie die Führungsposition bei menschennahen Zellmodellen auf Basis sogenannter iPSC-Stammzellen. Diese Modelle bilden Krankheitsverläufe weit realistischer ab als herkömmliche Tierversuche – ein entscheidender Vorteil, da KI-Algorithmen bei der Vorhersage komplexer biologischer Reaktionen im menschlichen Körper bislang eine ähnlich hohe Versagerquote aufweisen wie traditionelle Forschungsmethoden.

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"Wir sind davon überzeugt, dass der Markt das Unternehmen derzeit falsch bewertet, indem er sich auf kurzfristige operative Herausforderungen konzentriert und gleichzeitig die strategische Position des Konzerns als Hauptnutznießer des KI-getriebenen Wandels in der Arzneimittelforschung grundlegend unterschätzt", urteilt Berenberg-Analyst Christian Ehmann.

Wachstumsschmerzen bleiben: Für 2026 rechnen die Analysten mit einem Umsatz von rund 737 Millionen Euro, einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Auf Ebene des bereinigten Betriebsergebnisses erwartet Berenberg im laufenden Jahr noch rotes Territorium, 2027 dann eine Rückkehr in die Gewinnzone. Das Erholungsprofil ist also vorhanden – die Geduld der Anleger wird jedoch weiter gefordert.

Autor: Ariva-Redaktion/ js


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