ABB: Rekordaufträge und höhere Prognose – doch die Aktie gibt nach
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.
ABB konnte die Aufträge um 40 Prozent steigern und den Ausblick für 2026 erhöhen. Das Geschäft wird von Rechenzentren angetrieben. Doch der Reingewinn sinkt. Die Aktie gibt im frühen Handel nach.
Für dich zusammengefasst:
ABB erzielte im Q3 2026 Bestellungen über 12,06 Mrd. US-Dollar.
Die Erlöse stiegen um 14 Prozent auf 9,70 Mrd. US-Dollar.
Die Aktie fiel um mehr als drei Prozent auf 77,28 Euro.
Mit Bestellungen über 12,06 Milliarden US-Dollar – rund elf Milliarden Euro – hat ABB im dritten Quartal 2026 eine neue Bestmarke erreicht. Für den Schweizer Elektrotechnikkonzern und Siemens-Rivalen bedeutet das auf vergleichbarer Basis einen Zuwachs von 40 Prozent.
Für kräftigen Schub sorgten Rechenzentren: Die Aufträge aus diesem Kundenkreis stiegen dreistellig. Das größte und profitabelste Geschäftsfeld Elektrifizierung verzeichnete im Sommer einen Bestellzuwachs von 70 Prozent.
Die Erlöse nahmen um 14 Prozent auf 9,70 Milliarden US-Dollar zu. Die operative EBITA-Marge erreichte 20,8 Prozent und lag damit 1,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Sie bewegt sich im oberen Teil des Zielkorridors von 18 bis 22 Prozent. Dazu trugen Verbesserungen in zwei von drei Geschäftsbereichen und niedrigere Verluste bei E-Mobility bei. Der Reingewinn verringerte sich dagegen um zwei Prozent auf 1,18 Milliarden US-Dollar.
Für 2026 setzt ABB die Erwartungen leicht herauf: Vergleichbar soll der Umsatz nun im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen. Die operative EBITA-Marge soll den Vorjahreswert um mindestens 270 Basispunkte übertreffen.
Zudem will ABB mit Mitsubishi (Mitsubishi Aktie) Electric ein Gemeinschaftsunternehmen für Niederspannungsprodukte im Raum Asien-Pazifik aufbauen. Für rund 495 Millionen US-Dollar sind 51 Prozent für ABB vorgesehen. Der Konzern will damit seine Position in Japan ausbauen und leichteren Zugang zu den Wachstumsmärkten der Region bekommen. Vollzogen werden soll die Transaktion in der zweiten Hälfte 2027, sofern die Behörden zustimmen und die üblichen Abschlussbedingungen erfüllt sind.
An der Frankfurter Börse büßte die Aktie trotz der guten Zahlen im frühen Handel mehr als drei Prozent auf 77,28 Euro ein (Stand: 09:00 Uhr MESZ).
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