59 Testflüge, 12 weitere Maschinen in Produktion: Eve, Joby und FACC bringen eVTOL Richtung Serie

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Bei neuen Fluggeräten entscheidet sich der Fortschritt nicht am Computerbild, sondern zwischen Prototyp, Testprogramm und Serienfertigung. Genau an dieser Schwelle stehen mehrere eVTOL-Projekte inzwischen. Eve Air Mobility schloss im Mai 2026 einen Testblock nach 59 erfolgreichen Flügen ab und begann im August mit der ersten Teilphase des Übergangs vom vertikalen zum flügelgetragenen Flug. Joby Aviation hatte zur Jahresmitte fünf Fluggeräte in der Luft und zwölf weitere in unterschiedlichen Produktionsstadien. 

Für die FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) ist diese Entwicklung unmittelbar relevant. Das Unternehmen besitzt einen Auftrag im hohen zweistelligen Millionenbereich für wesentliche Strukturkomponenten des eVTOL von Eve. 

Bei Eve verändert sich gerade die schwierigste Flugphase 

Die Eve Holding Inc. (ISIN: US29970N1046) entwickelt ein elektrisch angetriebenes Fluggerät für vier Passagiere und einen Piloten. Das Konzept kombiniert separate Rotoren für den vertikalen Auftrieb mit einem hinteren Propeller für den Vorwärtsflug. 

Bis Mai 2026 absolvierte der Engineering-Prototyp 59 erfolgreiche Flüge im Schwebeflug und bei niedrigen Geschwindigkeiten. Dabei sammelte Eve Daten über Steuerung, Belastungen und das Zusammenspiel zwischen Aerodynamik und Antrieb. 

Am 3. August folgte der nächste Schritt. Eve aktivierte erstmals während des Flugs den hinteren Schubpropeller. Das Fluggerät erreichte dabei eine stabilisierte Geschwindigkeit von 27 Knoten und maximal 30 Knoten über Grund. Dieser Test markierte den Beginn des Übergangs vom reinen Vertikalflug zur zunehmenden Nutzung der Tragflächen. 

Der einzelne Flug dauerte nur etwas mehr als drei Minuten. Seine Bedeutung liegt deshalb nicht in der zurückgelegten Strecke, sondern darin, dass ein weiterer Teil der vorgesehenen Flugarchitektur erstmals in der Luft getestet wurde. 

Joby steht bereits in der letzten Zertifizierungsphase 

Die Joby Aviation Inc. (ISIN: KYG651631007) verfolgt ein anderes technisches Konzept, steht aber vor derselben industriellen Herausforderung: Aus Testfluggeräten müssen zertifizierbare und später reproduzierbar herstellbare Produkte werden. 

Zum Ende des zweiten Quartals 2026 hatte Joby fünf Fluggeräte im Flugbetrieb. Zwölf weitere befanden sich in verschiedenen Produktionsstadien. Das Unternehmen meldete außerdem seine bislang größten Fortschritte in der fünften und letzten Phase des FAA-Typenzertifizierungsprozesses. Unter den fliegenden Maschinen befand sich bereits das erste FAA-konforme Fluggerät. 

Das ist ein wichtiger Unterschied zum klassischen Prototyp. Ein Demonstrator soll zunächst zeigen, dass eine technische Idee funktioniert. Ein konformes Fluggerät muss dagegen der vorgesehenen zertifizierbaren Konstruktion entsprechen. Je näher ein Programm diesem Punkt kommt, desto stärker verschiebt sich die Aufgabe von Entwicklung und Versuch hin zu dokumentierter, wiederholbarer Produktion. 

FACC entwickelt genau die Bauteile zwischen Auftrieb und Steuerung 

FACC ist nicht an Joby beteiligt und veröffentlicht auch keine Lieferbeziehung zu dem Unternehmen. Joby dient hier als Vergleich dafür, wie ein eVTOL-Programm vom Versuch in Richtung industrieller Herstellung wandert. 

Die direkte Verbindung besteht zu Eve. FACC entwickelt und produziert für dessen eVTOL das horizontale und vertikale Leitwerk sowie die beweglichen Teile – Seitenruder, Höhenruder und Querruder. Der gesamte Auftrag besitzt nach Angaben von FACC ein Volumen im hohen zweistelligen Millionenbereich. 

Diese Komponenten übernehmen während des Vorwärtsflugs zentrale aerodynamische Steuerungsaufgaben. Für FACC besteht die industrielle Herausforderung deshalb nicht nur darin, leichte Composite-Bauteile zu entwickeln. Die Prozesse müssen später auch für höhere Stückzahlen reproduzierbar funktionieren. 

FACC verweist in seinem AAM-Angebot ausdrücklich auf mehr als 35 Jahre Erfahrung mit Verbundwerkstoffen und Hochratenfertigung. Zum Portfolio gehören Flügel- und Rumpfstrukturen, Steuerflächen sowie Kabinenkomponenten für Passagier- und Logistikdrohnen. 

Nach dem erfolgreichen Flug beginnt die industrielle Prüfung 

Eve arbeitet sich derzeit Schritt für Schritt durch den Flugbereich seines Prototyps. Joby besitzt bereits ein erstes konformes Fluggerät und baut weitere Maschinen. FACC liefert für Eve jene Komponenten, die später nicht nur einmal funktionieren, sondern in reproduzierbarer Qualität gefertigt werden müssen. 

Genau darin liegt der nächste große Test der eVTOL-Branche. Ein spektakulärer Erstflug beweist, dass ein Konzept fliegen kann. Er beantwortet noch nicht die Frage, ob sich Hunderte identische Fluggeräte zertifizieren, produzieren und zuverlässig betreiben lassen. 

Für einen Zulieferer wie FACC beginnt die wirtschaftlich entscheidende Phase deshalb dort, wo der Prototyp langsam aufhört, ein Einzelstück zu sein.                     

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Lassen Sie sich in den Verteiler für FACC oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: „Verteiler FACC“ und/oder „Nebenwerte“. 

Quellen

facc.com – Auftrag von Eve Air Mobility 

facc.com/de/was-wir-tun/advanced-air-mobility/ 

eveairmobility.com – 59 Testflüge 

eveairmobility.com – erster Transition-Meilenstein 

jobyaviation.com – Q2 2026 

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