- Europäische Bankaktien stiegen im Q2 um 21 Prozent.
- Der europäische Bankenindex legte seit 2023 um 180% zu.
- Banca Monte dei Paschi di Siena steht derzeit im Fokus.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Nicolas Ebert Europäische Bankaktien haben ein starkes zweites Quartal hinter sich. Der Stoxx 600 Banks Index legte um 21 Prozent zu. Damit war der Sektor in Europa nach Technologie der zweitstärkste Bereich.
Viele Finanzinstitute profitierten von höheren Zinsen, dem Waffenstillstand im Nahen Osten, Hoffnungen auf Effizienzgewinne durch Künstliche Intelligenz und neuer Übernahmefantasie.
Die Bank of America sieht weiter Chancen. Analysten um Riddhi Prasad erklärten, Banken der Eurozone blieben attraktiv, um auf die nächste Phase der europäischen Konjunkturerholung zu setzen. Die Bewertungen seien weiter günstig, und viele Anleger seien noch niedrig positioniert.
Seit Anfang 2023 ist der europäische Bankenindex um rund 180 Prozent gestiegen. Anleger setzen auf stärkere Bilanzen, höhere Margen im Kreditgeschäft sowie bessere Erträge aus Handel und Transaktionen. Die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im Juni stützte zusätzlich das klassische Bankgeschäft.
Auch Scope Ratings bleibt bullish. Marco Troiano erklärte, höhere Zinsen stärkten Margen und Profitabilität der Banken. Das könne mögliche Risiken bei der Kreditqualität teilweise ausgleichen.
Übernahmen liefern zusätzliche Fantasie
In Italien steht Banca Monte dei Paschi di Siena im Fokus. Intesa Sanpaolo (Intesa Sanpaolo Aktie) und Banco BPM zeigen Interesse an Transaktionen. UniCredit verfolgt weiter die Commerzbank (Commerzbank Aktie). Die Bawag Group hat zudem dem Kauf der irischen Permanent TSB Group zugestimmt.
Kjell Morten, Portfoliomanager bei DNB Asset Management, hält Finanzwerte trotz der Rallye weiter für unterschätzt. Viele Anleger betrachteten Banken noch immer durch die Brille der Finanzkrise. Der heutige Sektor sei aber deutlich robuster als 2008.
Banken und Versicherer hätten mehr Kapital aufgebaut, ihre Liquidität verbessert und ihr Risikomanagement gestärkt. Deshalb könnten sie in einem Abschwung eher stabilisieren, statt eine Krise zu verschärfen.
Besonders europäische Banken sieht Morten zu skeptisch bewertet. Ein Abschlag gegenüber US-Instituten sei zwar teilweise gerechtfertigt. Europa wachse langsamer und sei stärker reguliert. Das Ausmaß dieses Abschlags erscheine aber übertrieben.
Hinzu kommt der hohe Investitionsbedarf in Europa. Der Draghi-Bericht von 2024 beziffert ihn auf rund 750 bis 800 Milliarden Euro pro Jahr. Dafür brauche Europa stärkere Banken, tiefere Kapitalmärkte und eine funktionierende Spar- und Investitionsunion.
Auch Künstliche Intelligenz könnte den Sektor verändern. Kurzfristig sieht DNB vor allem Chancen bei Effizienz, Risikomanagement, Betrugserkennung und Kostenkontrolle. Davon könnten Banken, Versicherer und Fintechs profitieren.
Risiken bleiben real
Eine schwächere Konjunktur könnte die Kreditqualität belasten. Zudem werden Cybersicherheit und operative Widerstandsfähigkeit wichtiger.
Europas Finanzwerte sind stark gelaufen, könnten aber weiter unterschätzt werden. Für Anleger zählt deshalb die Auswahl. Gefragt sind starke Bilanzen, diszipliniertes Management, solide Kapitalrenditen und robuste Geschäftsmodelle.
Autor: Nicolas Ebert, sbh-Redaktion
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
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Put
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