+1,11%
+1,07%
Die Alarmglocken an der Wall Street schrillen immer lauter. Der Shiller CAPE-Ratio des S&P 500 steht aktuell bei knapp unter 40 – das zweithöchste Niveau der Geschichte. Nur zweimal zuvor wurde ein solch extremes Level erreicht: vor der Großen Depression 1929 und auf dem Höhepunkt der Dot-Com-Blase 2000. Beide Male folgten verheerende Börsencrashs. Die Geschichte legt nahe: Wenn Bewertungen derart von der Realität entkoppelt sind, ist der Markt für eine massive Korrektur überfällig.
Ein Bewertungsniveau wie vor dem großen Knall
Der CAPE-Ratio glättet das Kurs-Gewinn-Verhältnis über zehn Jahre und zeigt damit die echte langfristige Bewertung – nicht nur die aktuellen Gewinne. Im Gegensatz zum klassischen KGV, das nur die Gewinne des vergangenen Jahres heranzieht, berücksichtigt der CAPE-Ratio die durchschnittlichen Gewinne der letzten zehn Jahre und ist damit weniger anfällig für kurzfristige Gewinnspitzen oder -einbrüche.
Ein CAPE-Ratio von knapp unter 40 bedeutet: Der S&P 500 ist etwa 40-mal so teuer wie seine durchschnittlichen Gewinne der letzten zehn Jahre. Das ist extrem. Historisch liegt der Durchschnitt bei etwa 17. Ein Wert von 40 ist fast das Doppelte der Norm. Die letzte Blase dieser Größenordnung war die Dot-Com-Blase 2000. Der S&P 500 verlor damals etwa 50%, der Nasdaq-100 sogar über 80%. Die Große Depression 1929 war noch extremer – der CAPE-Ratio lag damals bei etwa 32, also noch unter dem heutigen Niveau. Das Muster ist klar: Extreme Bewertungen steigern die Chancen auf extreme Korrektionen erheblich.
Milliarden werden abgezogen
Die nervöse Stimmung ist bereits spürbar. Große systematische Fonds haben begonnen, ihre Positionen zu reduzieren und bauen laut Goldman Sachs rund 36 Milliarden US-Dollar an investiertem Kapital in US-Aktien ab. Gleichzeitig steigen die Kosten für Absicherungen.
Der Volatilitätsindex VIX notierte zuletzt über 27 – deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Put-Optionen werden teurer. Das ist ein klassisches Zeichen von Marktangst.
Geopolitik und Geldpolitik – Ein gefährliches Dreieck
Zusätzlich zu den überhitzten Bewertungen wird die Lage durch externe Schocks verschärft. Der eskalierende Konflikt mit dem Iran und die damit verbundenen Sorgen vor höheren Ölpreisen wirken wie ein Brandbeschleuniger für die bereits vorhandene Marktangst. Extreme Bewertungen entstehen in der Regel nur in einem Umfeld lockerer Geldpolitik – niedriger Zinsen und reichlicher Liquidität.
Steigen die Ölpreise stark an, droht ein Inflationsschub, der die Zentralbanken zu einer Straffung der Geldpolitik zwingen könnte. Genau in solchen Phasen – wenn Kapital teurer wird und die Liquidität sinkt – neigen überbewertete Märkte dazu, scharf zu korrigieren. Es ist dieses Zusammenspiel aus historisch hohen Bewertungen, geopolitischer Unsicherheit und dem latenten Risiko eines Inflationsanstiegs, das die aktuelle Marktlage so komplex macht.
HKCM-Analyse: Wie reagiert der S&P500?
Von seinem bisherigen Zyklushoch bei über 7000 Punkten hat der S&P in den letzten Monaten schrittweise korrigiert. In den letzten Tagen ging es dann für den Leitindex unter die Unterstützung bei 6540 Punkten. Primär gehen wir davon aus, dass der S&P aktuell eine Zwischenkorrektur durchläuft, die ihn noch weiter südwärts führen dürfte. Im Anschluss rechnen wir mit Anstiegen auf neue Allzeithochs über dem Widerstand bei 7216 Punkten.
Weiterhin halten wir alternativ einen direkten Anstieg über den Widerstand bei 7216 Punkten für möglich, wodurch der S&P 500 vorgezogen das übergeordnete Hoch ausbauen würde (Wahrscheinlichkeit: 33%).
Leseempfehlung: Krieg als Geschäft: Boeing, DroneShield & Planet Labs im Goldrausch
Unsere Kunden erhalten Zugang zu allen Zielzonen und potenziellen Szenarien. Egal ob Geopolitische Krisen oder Marktchancen – wir begleiten Sie durch jede Phase und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Portfolio bestmöglich managen. Etwa mit unseren Analysen zum S&P500. Disclaimer: Unsere Analyse ist keine Anlageberatung. Sie dient nur zu Informationszwecken. Alle Angaben basieren auf verfügbaren Daten und sind ohne Gewähr.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.