Zweite Angriffswelle gegen Afghanistan

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Zweite Angriffswelle gegen Afghanistan

 
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ftd.de, Mo, 8.10.2001, 18:35, aktualisiert: Mo, 8.10.2001, 21:34  
Zweite Angriffswelle gegen Afghanistan

Die USA haben in der Nacht zum Dienstag die Angriffe auf militärische Ziele in Afghanistan fortgesetzt. Sie teilten zudem mit, die Militärschläge eventuell auf andere Länder auszuweiten.

Britische Flugzeuge oder Waffen sind diesmal nicht eingesetzt worden, teilte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld mit. An der zweiten Welle seien zehn Langstreckenbomber und zehn von Schiffen aufgestiegene Kampfflugzeuge beteiligt. Von Schiffen und U-Booten wurden Marschflugkörper abgefeuert. Rumsfeld bekräftigte als Ziel, den Boden für die Zerstörung des Terrornetzwerkes von Osama bin Laden zu bereiten. Luftangriffe seien dabei hilfreich, hätten aber nur begrenzte Wirkung, weil in Afghanistan nicht viele Taliban-Ziele anzugreifen seien.

Die neuen Angriffe richteten sich gegen Luftabwehrstellungen, Treibstofflager und Flughäfen, wie aus den US-Kreisen verlautete. Im Westen, Norden und Osten von Kabul schlugen Raketen ein. Die in Afghanistan herrschenden Taliban ordneten die Verdunkelung der Hauptstadt an. Die Bürger sollten zu Hause bleiben, hieß es in einer Anweisung, die im staatlichen Rundfunk verlesen wurde.


Laut Angaben des US-Fernsehsenders NBC wurde auch die Taliban-Hochburg Kandahar im Süden des Landes erneut bombardiert.



Wochenlange Angriffe angekündigt


Die Angriffe gegen "militärische und terroristische Ziele" sollten noch über Wochen anhalten, sagte der britische Außenminister Jack Straw. Der britische Premierminister Tony Blair berief für Dienstagabend ein Kriegskabinett ein, dem die wichtigsten Vertreter von Regierung und Parlament sowie Generalstabschef Sir Michael Boyce angehören werden. Es soll künftig regelmäßig tagen. Sein Verteidigungsminister Geoff Hoon schloss den Einsatz von Bodentruppen nicht aus.


Die Vereinigten Staaten informierten den UN-Sicherheitsrat darüber, dass sie möglicherweise auch Aktionen gegen andere Länder planen. Dies teilten Diplomaten der Vereinten Nationen in New York mit. In einem Brief an den UN-Sicherheitsrat hieß es demnach, die USA könnten zu dem Schluß kommen, "dass unsere Selbstverteidigung weitere Aktionen gegen andere Organisationen und Staaten erfordert".


Die Nato beschloss, im Rahmen der Antiterror-Koalition fünf Awacs-Maschinen in die USA zu verlegen, damit US-Aufklärungsflugzeuge in die Krisenregion entsandt werden können. Awacs-Maschinen haben eine multinationale Besatzung, an der die Bundeswehr mit 25 Prozent beteiligt ist. Da die Einsätze in Awacs-Maschinen innerhalb des NATO-Bündnisgebietes stattfinden, ist eine Entscheidung des Bundestages nicht nötig.



Kanada entsendet 2000 Soldaten


In Paris soll die Entscheidung über den Umfang der Beteiligung französischer Truppen an Angriffen gegen Ziele in Afghanistan in den nächsten Tagen fallen. Verteidigungsminister Alain Richard schloss einen Einsatz französischer Truppen auf afghanischem Territorium nicht aus.


Kanada wird sich mit Kriegsschiffen, Flugzeugen und rund 2000 Soldaten am Kampf gegen terroristische Ziele in Afghanistan beteiligen. Wie Verteidigungsminister Art Eggleton am Montag in Ottawa mitteilte, wird die kanadische Marine einen Zerstörer, vier Fregatten und ein Versorgungsschiff zur Verstärkung der von den USA geführten See- und Luftstreitkräfte in den Persischen Golf und das Arabische Meer entsenden. Hinzu kämen Kampfhubschrauber sowie Kampf- Transport- und Überwachungsflugzeuge.



Bush mit Erstschlag zufrieden


Schon am Sonntag hatten die USA mit Unterstützung Großbritanniens militärische Einrichtungen und angebliche Lager von Terroristen in Afghanistan bombardiert. Die Militärschläge seien "sehr erfolgreich" gewesen, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Das Pentagon teilte mit, die Raketen hätten 31 Ziele getroffen, darunter Taliban-Truppen, Radaranlagen, Kommandoanlagen, Flughäfen und Einrichtungen von Bin Ladens Netzwerk al-Kaida. Präsident George W. Bush sprach von einem planmäßigen Verlauf und mahnte die Nation zugleich erneut zur Geduld. Es werde ein langer Krieg werden, sagte er in Washington.



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