Die derzeitige Marktverhältnisse stellen die höchsten Anforderungen an alle Marktteilnehmer. Es gibt kaum eine These, die kein Gehör findet. Von Weltuntergangsszenarien bis zum Schwur auf die unmittelbar anstehende Boomphase wird praktisch alles geboten. Im Sonderangebot, und ganz besonders beliebt ist der Vergleich mit dem Golfkrieg 1991. Seinerzeit fiel der Ölpreis dramatisch und führte zu einem konjunkturellen Aufschwung, der nicht zuletzt von einem Bullenmarkt an den internationalen Börsen begleitet worden ist.
Was war damals anders?
Nun, ich denke, dass damals eine Menge Dinge anders waren als heute. Der markanteste Punkt liegt meines Erachtens in der Bewertung. Anfang 1991, sprich als der Golfkrieg begann, hatte der S&P500 (SPX) ein KGV von 15 und war damit fair bewertet. Heute hat der SPX ein KGV von 32 und das ist eine komplett andere Ausgangslage. Dieses KGV gehört historisch gesehen zu den 3 % am oberen Ende der KGV Statistik. Im Juli 2002 formulierte ich die These, dass die Unternehmensgewinne depressiv seien und das KGV somit potentiell deflationär. Auf dieser Grundlage räumte ich dem Markt die Chance ein, seinen Bärenmarkt im zweiten Halbjahr 2002 zu beenden.
Leider wurde ich nicht bestätigt...
...und als ich Oktober 2002 den Telefonkonferenzen großer US-Unternehmen beiwohnte, änderten sich meine Ansichten wieder. Diverse CEOs verkündeten im Brustton der Überzeugung, dass die Nettomargen ausgebaut werden konnten, da diverse Kosteneinsparungen und Rationalisierungsmaßnahmen gegriffen haben sollen. Im November änderte ich meine Ansicht wieder und ich plädierte auf eine Fortsetzung des Bärenmarktes. Warum? Eigentlich aus dem einfachsten Grund der Welt und zwar, weil ich mich nicht im Stande sah, eine Wette abzuschließen, die seit Menschengedenken noch NIE gewonnen worden ist. Kein Bärenmarkt hat jemals mit einem KGV über 15 geendet, nicht einer!
Sicherlich hört man bullische Thesen...
...und die hören sich so an. Bla..bla...bla..bla, bis auf die Bewertung des Marktes, was in unseren Augen der einzige Riss in der Fassade ist. Nein, ich möchte den Bullen keine Hörner aufsetzen, die haben sie schließlich von Natur aus. Ich möchte nur klarstellen, dass JEDER, der am aktuellen Punkt vom Beginn eines Bullenmarktes spricht, ein Wette abschließt, die noch NIE gewonnen worden ist. Es wäre interessant zu wissen, ob man eine gute Quote bei einem englischen Buchmacher bekommt, wenn man wettet, dass wir in einem Jahr höhere Kurse haben werden, als heute. In Anbetracht der Tatsache, dass man auf einen Ausgang wettet, den es noch NIE gegeben hat, müsste man eine Quote im Bereich von 5:1 bekommen, und das ist besser als die meisten Börsengeschäfte.
Wie in aller Welt kann es also schlau sein, an aktueller Stelle mittel- bis langfristig ausgerichtete Aktienkäufe zu tätigen?
(Quelle: wallstreet-online.de)
So long,
Calexa
www.investorweb.de
Was war damals anders?
Nun, ich denke, dass damals eine Menge Dinge anders waren als heute. Der markanteste Punkt liegt meines Erachtens in der Bewertung. Anfang 1991, sprich als der Golfkrieg begann, hatte der S&P500 (SPX) ein KGV von 15 und war damit fair bewertet. Heute hat der SPX ein KGV von 32 und das ist eine komplett andere Ausgangslage. Dieses KGV gehört historisch gesehen zu den 3 % am oberen Ende der KGV Statistik. Im Juli 2002 formulierte ich die These, dass die Unternehmensgewinne depressiv seien und das KGV somit potentiell deflationär. Auf dieser Grundlage räumte ich dem Markt die Chance ein, seinen Bärenmarkt im zweiten Halbjahr 2002 zu beenden.
Leider wurde ich nicht bestätigt...
...und als ich Oktober 2002 den Telefonkonferenzen großer US-Unternehmen beiwohnte, änderten sich meine Ansichten wieder. Diverse CEOs verkündeten im Brustton der Überzeugung, dass die Nettomargen ausgebaut werden konnten, da diverse Kosteneinsparungen und Rationalisierungsmaßnahmen gegriffen haben sollen. Im November änderte ich meine Ansicht wieder und ich plädierte auf eine Fortsetzung des Bärenmarktes. Warum? Eigentlich aus dem einfachsten Grund der Welt und zwar, weil ich mich nicht im Stande sah, eine Wette abzuschließen, die seit Menschengedenken noch NIE gewonnen worden ist. Kein Bärenmarkt hat jemals mit einem KGV über 15 geendet, nicht einer!
Sicherlich hört man bullische Thesen...
...und die hören sich so an. Bla..bla...bla..bla, bis auf die Bewertung des Marktes, was in unseren Augen der einzige Riss in der Fassade ist. Nein, ich möchte den Bullen keine Hörner aufsetzen, die haben sie schließlich von Natur aus. Ich möchte nur klarstellen, dass JEDER, der am aktuellen Punkt vom Beginn eines Bullenmarktes spricht, ein Wette abschließt, die noch NIE gewonnen worden ist. Es wäre interessant zu wissen, ob man eine gute Quote bei einem englischen Buchmacher bekommt, wenn man wettet, dass wir in einem Jahr höhere Kurse haben werden, als heute. In Anbetracht der Tatsache, dass man auf einen Ausgang wettet, den es noch NIE gegeben hat, müsste man eine Quote im Bereich von 5:1 bekommen, und das ist besser als die meisten Börsengeschäfte.
Wie in aller Welt kann es also schlau sein, an aktueller Stelle mittel- bis langfristig ausgerichtete Aktienkäufe zu tätigen?
(Quelle: wallstreet-online.de)
So long,
Calexa
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