19.04.2001: Zukunftstrends (2/5): Neue Boomtechnologien - Welche Hightechs schon bald profitieren könnten
Zehn Vorhersagen für das Jahr 2010 könnten Schwung in ein wachstumsorientiertes Depot bringen. Sonnenstrom, e-Commerce oder Gentechnik stecken erst in den Kinderschuhen. Damit ist dies bestimmt eine interessante Chance für Optimisten mit Mut zum Risiko.
William E. Halal - Der Macher
Hinter dieser Studie steht der Professor für Wissenschafts-Management Prof. Dr. William E. Halal. Nach seiner Kurzkarriere bei der US-Luftwaffe arbeitete er als Luftfahrtingenieur an dem legendären Apollo-Projekt. Als sein Weg ihn dann von Texas nach Kalifornien führte, stieg er als wirtschaftlicher Berater vieler Silicon Valley-Firmen und Mitarbeiter der Regierung des Staates Kalifornien zu einem der gefragtesten „Technologie-Propheten“ der USA auf. Auf seine Dienste bauen oder bauten unter anderem die Telekomgiganten MCI und AT&T, das sehr einflussreiche National Institue of Health und General Motors. Halal, dessen viele Studien immer wieder für Aufregung in den Führungsetagen von US-Konzernen sorgten, begann 1985 als Professor an der George Washington University in der amerikanischen Hauptstadt seine größte wissenschaftliche Studie, der „George Washington Forecast of Emerging Technologies“.
Methodik und Aussagekraft der bahnbrechenden Studie
Erstmals wurden 1997 Ergebnisse dieser Studie veröffentlicht. Mittlerweile werden die Ergebnisse in sehr unregelmäßigen Abständen vervollständigt oder aktualisiert. Die Studie gilt sowohl unter Futurologen als auch unter vielen Wirtschaftsexperten, wie zum Beispiel den Mitgliedern der FED, als eine der weltweit einflussreichsten Arbeiten in diesem Bereich.
Die an dem Projekt beteiligten Forscher bauen bei der Erstellung ihrer Studie auf verschiedene Möglichkeiten, Technologiedurchbrüche vorherzusagen. Zum einen werden Trends analysiert. Hierfür stehen führende Wissenschaftler aus fast allen Disziplinen zur Verfügung. Diese werden regelmäßig zu Innovations- und Entwicklungstrends in Ihren Feldern befragt. Nebenbei spielt vor allem die Erstellung von Szenarien eine wichtige Rolle. So hatten neue Entwicklungen bei Computern einen entscheidenden Einfluss darauf, dass bereits im vergangenen Jahr das menschliche Erbgut komplett entschlüsselt werden konnte. In den sogenannten Szenarien wird versucht, die Auswirkungen von bestimmten Innovationen auf andere Technologieentwicklungen vorherzusagen. Andere Prognosemodelle, die beim Forecast zum Einsatz kommen, sind spezielle Formen der Zustandserfassung und mathematische Projektionsmodelle, deren genauerer Hintergrund aber nur den Experten zugänglich ist. Die Studie versucht, das Jahr des technologischen Durchbruchs, das Marktpotenzial und die Auswirkungen einer Innovation zu erörtern.
Was die Forscher für das laufende Jahrzehnt erwarten
Die letzte Aktualisierung der Studie fand im August 2000 in Zusammenarbeit mit der World Future Society und deren Magazin „The Futurist“ statt. Dabei stellte das Team zehn Technologien vor, deren Einsatz bis 2010 maßgeblichen Einfluss auf die Welt haben werde. Die Trends zusammenfassend, könnten vor allem e-Commerce-Giganten, Telematiknetzwerke und Microcomputer langfristig auf der Siegerseite stehen. Hier die Details:
1. Mobilfunk wächst weiter rasch
Die Industrieländer werden bis 2005 in die Post-PC-Ära eintreten. Die Berechtigung für diese Prognose sehen die Forscher in der explosionsartigen Erhöhung der Übertragungsgeschwindigkeiten und der technischen Verfeinerung und Ausreifung von sogenannten Hand-Helds. Diese mobilen Geräte vereinen die Rechenleistung von PCs, die Netzwerkmöglichkeiten des Internets und die Funktionen des Fernsehens und des Telefons in sich. Die Nachfolger der Pager, Handies und Palms werden eine noch höhere Marktdurchdringung erreichen können, als dies aktuell Mobiltelefone in den führenden Industrienationen geschafft haben. Allerdings werden sich die Neuerungen im Bereich IT in den nächsten Jahren wesentlich langsamer durchsetzen, als dies heute im Volksmund angenommen wird. Die USA wird, nach Ansicht der Experten, weiterhin die weltweite Nummer eins im Bereich IT bleiben.
2. Autos mit Hybrid-Antrieb
Brennstoffzellenbetriebene Autos werden Marktreife erlangen. Allerdings werden zunächst ab etwa 2006 hybride Antriebe auf den Markt kommen, die elektrische Motoren und Verbrennungsmotoren kombinieren. Fortschrittliche Brennstoffzellenautos dürften aber erst ab 2010 Verbreitung finden. Die neuen Entwicklungen werden nicht unter der Herrschaft einer bestimmten Nation erreicht werden. Lediglich im Bereich der Hochgeschwindigkeitszüge ließe sich vorhersehen, dass Japan Dominanz erreichen könne. Die Experten erwarten außerdem, dass um das Jahr 2017 die Fortschritte der Verkehrstelematik intelligente Transportwege ermöglichen würden. Unter intelligenten Transportwegen verstehen die Experten Verkehrswege, die computergesteuert auf die Verkehrssituation maßgeblich reagieren.
3. Computerunterstützte Bauernhöfe
Noch bis 2010 werden die Fortschritte der Satellitennavigation und der Verkehrstelematik in die Landwirtschaft einziehen. Dabei wird im sogenannten „Precision Farming“ auf industrialisierten Farmen die Ausbringung von Wasser, Saat , Dünger und Pestiziden durch Computer optimiert werden. Und zwar so, dass diese auf jedem einzelnen Quadratmeter individualisiert und auf die Umweltgegebenheiten angepasst ist.
4. Riesenwachstum des e-Commerce
Der Trend zur Warenbestellung im Internet wird künftig zur Massenkundenberatung auswachsen. Dabei werden Konzerne die Möglichkeit nutzen, für jeden einzelnen Kunden maßgeschneiderte und individuelle Produkte (nach getätigter Bestellung) zu kreieren. Es wird bis 2018 dauern, so meinen die Experten, bis die Hälfte aller US-Konsumausgaben im e-Commerce getätigt werden wird.
5. Mobiles Wissen
Das sogenannte „Teleliving“ wird noch im laufenden Jahrzehnt zur Massentechnologie werden. Sich einmal mehr der Satellitenkommunikation und Telematiksysteme bedienend, werden spezielle Chips auf Anfrage überall auf der Welt auf den jeweiligen Ort zugeschnittene Informationen anbieten. So wird der Chip Antworten auf die Frage nach der Geschichte des Aufenthaltsortes, der billigsten Tankstelle im Umkreis oder dem nächsten Kino übermitteln.
6. Noch mehr Roboter
Der Einsatz intelligenter, mobiler Roboter wird sowohl im Privat- als auch im Arbeitsleben bis 2010 massiv zunehmen.
7. Bluetooth
Der Bedarf für Software, die automatisch immer wieder kehrende Routineaufgaben übernimmt, steuert und verteilt, wird zunehmen und durch entsprechende technologische Lösungen Einzug halten. Entscheidende technologische Voraussetzung hierfür könnte die Bluetooth-Technologie werden. Bluetooth ist eine drahtlose Übertragungstechnologie, die der Öffentlichkeit erstmals als zukünftiger Industriestandard auf der CeBIT 2000 vorgestellt wurde.
8. Mehr Gentechnik
Der Einsatz gentechnisch veränderter Lebensmittel wird nach Ansicht der Experten deutlich zunehmen. Diese Lebensmittel dürften zum einen weltweite Ernährungsprobleme etwas lindern können und sollten zum anderen in fortgeschrittenen Stadien zu einer gesünderen Ernährung führen.
9. Solarstrom aus der Wüste
Grüner Strom wird deutliche Marktanteile gewinnen. Bis 2010 soll sich mit großer Sicherheit die Abhängigkeit von kohlenstoffbasierenden Energieträgern, wie Erdöl, Erdgas oder Kohle klar reduziert haben. Die neuen Energieträger werden Solar- und Windenergie, sowie Biomasse und Erdwärme sein. Dabei könnten nach Ansicht des Expertenforums Fortschritte in der Supraleitungstechnologie ab etwa 2015 Solarfeldern in den Wüsten zum Durchbruch verhelfen. Unter Supraleitung wird das widerstandslose Leiten von Strom verstanden. Dies gelang Forschern bereits bei der Erhitzung und dem Umbau spezieller Materialien. Es wurden mehrfach Nobelpreise für die Erforschung dieses Phänomens vergeben.
10. Big Brother
Der Einsatz von Computerchips und Netzwerken wird für die Gesundheitsüberwachung und Ferndiagnose in den Industrieländern bis 2010 eine feste Einrichtung in den Gesundheitssystemen werden. Dies meint zumindest die Mehrheit der von der Universität befragten Experten.
Der Streitfall Amazon.com: Weltkonzern oder Fall für den Pleitegeier?
Ein potentieller Profiteur des vorher gesagten e-Commerce-Trends ist zweifelsohne Amazon.com – sollte es die Firma 2018 überhaupt noch geben, wie viele Experten einwerfen möchten. Das Unternehmen sorgte am vergangenen Mittwoch mit seinen Quartalszahlen für viel Aufsehen. Erstmals hatte Jeff Bezos, der (derzeit) umstrittene CEO des Konzerns, eine deutliche Schmälerung bei den Verlusten melden können. Der Quartalsumsatz des Online-Pioniers war mit fast 700 Mio. USD leicht über den Erwartungen der Analysten gelegen, der Verlust wurde auf 50 Mio. USD bzw. 0,22 USD pro Anteilschein reduziert. Die exakten Zahlen sollen allerdings erst am 24. April veröffentlicht werden. Diese Ankündigung eines wesentlich besseren Ergebnisses hatte vor allem in den USA Signalwirkung. Die Ratingagentur Moody´s, neben Standard & Poors eine der größten Institutionen in diesem Geschäft, behielt zwar ihr Kreditrating bei „Caa1“ bei, stufte aber das Unternehmen von „stabil“ auf „positiv“ auf, obgleich das Haus weiter ein hohes Risiko sieht. Die Ratings von Moody´s beurteilen die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und werden bei der Vergabe dieser weltweit als Maßstab verwendet.
Auch die Analysten stuften auf: Mittlerweile empfehlen (wieder) 22 der 33 bei Bigcharts erfassten Experten die Aktie zumindest zum moderaten Zukauf. Im laufenden Jahr soll der Amazon.com-Umsatz von 2,7 Mrd. USD im Jahr 2000 auf 3,4 Mrd. USD um 25 % anwachsen wachsen. Der Verlust der Firma mit 358,5 Mio. ausstehenden Aktien soll nach den aktualisierten Angaben von Hornblower Fischer bei etwa 0,60 USD pro Anteil im Geschäftsjahr 2001 liegen, wobei Jeff Bezos darauf schwört, dass sein in Seattle ansässiges Unternehmen im vierten Quartal 2001 erstmals profitabel sein werde. Für 2002 erwarten die Hornblower-Analysten einen Gewinn je Akte von 0,11 USD. Diese Schätzung wurde erst vor ein paar Tagen nach der positiven Überraschung vom vergangenen Montag von 0,10 USD um einen Cent angehoben.
Mit Bargeld ist das Unternehmen noch ausreichend versorgt: 640 Mio. USD bzw. 1,78 USD/Aktie stehen noch zur Verfügung. Das sollte im nach Angaben von Moody´s noch rund 24 Monate reichen. Und nach der Heraufstufung durch die Agentur sollte Bezos und sein Unternehmen auch an neue billigere Kreditlinien kommen können. Doch das Unternehmen hat einen großen Strategiewechsel eingeleitet und sollte nicht auf Gedeih und Verderb auf diese neuen Verbindlichkeiten angewiesen sein. 1.300 Mitarbeiter oder rund 15 % der Belegschaft wurden bereits entlassen. Außerdem werden Kooperationen nun verstärkt gesucht. Der ehemalige Erzkonkurrent und zweitgrößte Buchhändler der USA, Borders, reichte Amazon.com am vergangenen Mittwoch die Hand. Amazon.com wird die Webseite des Unternehmens künftig mitbetreuen und betreiben. Der Deal baut auf das Modell der Kooperation mit dem Spielzeughändler Toys“R“Us auf. Vor einem Jahr hatte der Lenker des bekannten Unternehmens zugegeben, dass der Vorsprung von Amazon im e-Commerce nicht einzuholen sei und den Betrieb seines Webauftritts dem Weltmarktführer in die Hände gelegt. Weitere Allianzen sollen, wenn man weit verbreiteten Gerüchte Glauben schenken will, bald mit Walmart und dem e-Commerce-Rivalen Bestbuy erfolgen. Für Amazon.com sprechen die beiden wichtigsten Gesetze des Internetgeschäfts: Der First-Mover-Advantage und das Prinzip „Big is beautiful“. Nach diesen beiden Prinzipien sollte der weltweit führende e-Tailer auch in Zukunft einen Löwenanteil der Umsätze in diesem Markt machen. Außerdem spielt auf dem Weg zur Weltherrschaft im e-Commerce auch der teure Markenname des Unternehmens eine wichtige Rolle. Nach der Ihnen vor einige Tagen vorgestellten Interbrand-Studie war die Marke Amazon.com vor 9 Monaten mit stolzen 4,3 Mrd. USD bewertet worden. Die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt nach einer Kursverdoppelung in nur drei Tagen wieder 5,3 Mrd. USD. Es versteht sich von selbst, dass Kaufinteressierte hier günstigere Kurse, als die aktuellen 14 USD abwarten sollten. Das KGV für 2002 ist auf dem aktuellen Niveau weit über 100. Das ist freilich ein horrender Wert. Doch Amazon.com hat sich eine Monopolstellung in einem Wachstumsmarkt erkämpft und somit eine einzigartige Basis für eine Erfolgsstory gelegt. Wer mit hohem Risiko langfristig auf einen Erfolg der Firma setzen will, sollte auf einstellige Kurse warten. Eine „wissenschaftliche Bewertung“ des Streitobjektes bleibt schwer. Chance und Risiko liegen in diesem Fall sehr dicht bei einander. Die aktuelle Marktbewertung halte ich aber für argumentierbar.
Aktuelle Nachrichten zu Amazon.com
Kontron: Riesenumsätze mit modernen Computertechnologien
Ein weiterer Profiteur dieser Zukunftsszenarien ist der NEMAX-50-Wert Kontron. Der Computerspezialist meldete auch für das erste Quartal 2001 sehr erfreuliche Umsätze. In einer Vorabmeldung sprach der Konzern von über 100 Mio. DM. Dies entspricht einem Wachstum von über 150 % gegenüber den 39,5 Mio. DM Umsatz, die das Unternehmen im Vorjahresquartal erlösen konnte. Die Firma verkauft sogenannte Embedded Computers (ECs). Dabei handelt es sich um Computer, die nicht durch eine Person gesteuert werden können. Sie laufen automatisch auf Basis einer weitgehendst festen Software. Kontron ist dabei aber auf die PC-nahe Intel-Systemarchitektur spezialisiert, was den Embedded Computers Einsatzmöglichkeiten nicht nur bei der Roboter- und Anlagensteuerung, sondern künftig eventuell doch auch in den Bereichen „Teleliving“ und Gesundheitsüberwachung durch spezielle Kleincomputer ermöglichen sollte. Schon heute liegen die Hauptgeschäftsfelder von Kontron teilweise in diesen attraktiven Gebieten. Die Verkehrs-, Medizin-, Industrie- und Telekommunikationstechnik gibt die Firma, die in Deutschland und Kanada produziert, als ihre Fachbereiche an. Das Unternehmen mit Sitz in Eching erwartet im laufenden Jahr einen Umsatz von mehr als 240 Mio. Euro und einen Gewinn von 23 Mio. Euro. Dies entspricht bei 12 Mio. ausstehenden Aktien einem Ergebnis je Aktie von 1,92 Euro nach 1,17 Euro pro Aktie im Geschäftsjahr 2000. Für 2002 erwartet die optimistische Bankgesellschaft Berlin sogar schon Gewinne von 3,05 Euro pro Aktie.
Die Kontron Embedded Computers AG hat bewiesen, dass das langsamere Wachstum in der Telekommunikationsbranche durch die anderen Geschäftsfelder kompensiert werden kann. Das Papier ist auch nach dem jüngsten Kursanstieg auf gut 50 Euro mit einem 2001er KGV von 27 angesichts der enormen Wachstumsgeschwindigkeit in der Vergangenheit und den tollen Zukunftsperspektiven für eine Depotbeimischung in einem wachstumsorientierten Portfolio geeignet. Die Kurs- und Umsatzentwicklung sollten Sie derzeit allerdings genau beobachten. Denn seit dem 6. April ist die 12monatige Lockup-Frist für alle Altaktionäre abgelaufen. Zwischenzeitlich könnte sich so Verkaufsdruck entwickeln.
Aktuelle Nachrichten zu Kontron
Ausblick
Teil 3 unserer Serie soll sich speziell dem deutschen Modethema „Sustainability“ widmen und die Frage klären, was wirklich hinter der Phantasie in diesem Sektor steht und welche grünen Trends eines Tages noch für Aufsehen sorgen könnten.
von mir: ein Mörderlanger Artikel was aber wie ich meine, ínformativ, innovativ und toll recherchiert, oder was sagt ihr zu den Boombranchen der nächsten Zeit??
Quelle: www.finanznachrichten.de/berichte/news.asp?s=berichte&id=181261
mfg Fips17
Zehn Vorhersagen für das Jahr 2010 könnten Schwung in ein wachstumsorientiertes Depot bringen. Sonnenstrom, e-Commerce oder Gentechnik stecken erst in den Kinderschuhen. Damit ist dies bestimmt eine interessante Chance für Optimisten mit Mut zum Risiko.
William E. Halal - Der Macher
Hinter dieser Studie steht der Professor für Wissenschafts-Management Prof. Dr. William E. Halal. Nach seiner Kurzkarriere bei der US-Luftwaffe arbeitete er als Luftfahrtingenieur an dem legendären Apollo-Projekt. Als sein Weg ihn dann von Texas nach Kalifornien führte, stieg er als wirtschaftlicher Berater vieler Silicon Valley-Firmen und Mitarbeiter der Regierung des Staates Kalifornien zu einem der gefragtesten „Technologie-Propheten“ der USA auf. Auf seine Dienste bauen oder bauten unter anderem die Telekomgiganten MCI und AT&T, das sehr einflussreiche National Institue of Health und General Motors. Halal, dessen viele Studien immer wieder für Aufregung in den Führungsetagen von US-Konzernen sorgten, begann 1985 als Professor an der George Washington University in der amerikanischen Hauptstadt seine größte wissenschaftliche Studie, der „George Washington Forecast of Emerging Technologies“.
Methodik und Aussagekraft der bahnbrechenden Studie
Erstmals wurden 1997 Ergebnisse dieser Studie veröffentlicht. Mittlerweile werden die Ergebnisse in sehr unregelmäßigen Abständen vervollständigt oder aktualisiert. Die Studie gilt sowohl unter Futurologen als auch unter vielen Wirtschaftsexperten, wie zum Beispiel den Mitgliedern der FED, als eine der weltweit einflussreichsten Arbeiten in diesem Bereich.
Die an dem Projekt beteiligten Forscher bauen bei der Erstellung ihrer Studie auf verschiedene Möglichkeiten, Technologiedurchbrüche vorherzusagen. Zum einen werden Trends analysiert. Hierfür stehen führende Wissenschaftler aus fast allen Disziplinen zur Verfügung. Diese werden regelmäßig zu Innovations- und Entwicklungstrends in Ihren Feldern befragt. Nebenbei spielt vor allem die Erstellung von Szenarien eine wichtige Rolle. So hatten neue Entwicklungen bei Computern einen entscheidenden Einfluss darauf, dass bereits im vergangenen Jahr das menschliche Erbgut komplett entschlüsselt werden konnte. In den sogenannten Szenarien wird versucht, die Auswirkungen von bestimmten Innovationen auf andere Technologieentwicklungen vorherzusagen. Andere Prognosemodelle, die beim Forecast zum Einsatz kommen, sind spezielle Formen der Zustandserfassung und mathematische Projektionsmodelle, deren genauerer Hintergrund aber nur den Experten zugänglich ist. Die Studie versucht, das Jahr des technologischen Durchbruchs, das Marktpotenzial und die Auswirkungen einer Innovation zu erörtern.
Was die Forscher für das laufende Jahrzehnt erwarten
Die letzte Aktualisierung der Studie fand im August 2000 in Zusammenarbeit mit der World Future Society und deren Magazin „The Futurist“ statt. Dabei stellte das Team zehn Technologien vor, deren Einsatz bis 2010 maßgeblichen Einfluss auf die Welt haben werde. Die Trends zusammenfassend, könnten vor allem e-Commerce-Giganten, Telematiknetzwerke und Microcomputer langfristig auf der Siegerseite stehen. Hier die Details:
1. Mobilfunk wächst weiter rasch
Die Industrieländer werden bis 2005 in die Post-PC-Ära eintreten. Die Berechtigung für diese Prognose sehen die Forscher in der explosionsartigen Erhöhung der Übertragungsgeschwindigkeiten und der technischen Verfeinerung und Ausreifung von sogenannten Hand-Helds. Diese mobilen Geräte vereinen die Rechenleistung von PCs, die Netzwerkmöglichkeiten des Internets und die Funktionen des Fernsehens und des Telefons in sich. Die Nachfolger der Pager, Handies und Palms werden eine noch höhere Marktdurchdringung erreichen können, als dies aktuell Mobiltelefone in den führenden Industrienationen geschafft haben. Allerdings werden sich die Neuerungen im Bereich IT in den nächsten Jahren wesentlich langsamer durchsetzen, als dies heute im Volksmund angenommen wird. Die USA wird, nach Ansicht der Experten, weiterhin die weltweite Nummer eins im Bereich IT bleiben.
2. Autos mit Hybrid-Antrieb
Brennstoffzellenbetriebene Autos werden Marktreife erlangen. Allerdings werden zunächst ab etwa 2006 hybride Antriebe auf den Markt kommen, die elektrische Motoren und Verbrennungsmotoren kombinieren. Fortschrittliche Brennstoffzellenautos dürften aber erst ab 2010 Verbreitung finden. Die neuen Entwicklungen werden nicht unter der Herrschaft einer bestimmten Nation erreicht werden. Lediglich im Bereich der Hochgeschwindigkeitszüge ließe sich vorhersehen, dass Japan Dominanz erreichen könne. Die Experten erwarten außerdem, dass um das Jahr 2017 die Fortschritte der Verkehrstelematik intelligente Transportwege ermöglichen würden. Unter intelligenten Transportwegen verstehen die Experten Verkehrswege, die computergesteuert auf die Verkehrssituation maßgeblich reagieren.
3. Computerunterstützte Bauernhöfe
Noch bis 2010 werden die Fortschritte der Satellitennavigation und der Verkehrstelematik in die Landwirtschaft einziehen. Dabei wird im sogenannten „Precision Farming“ auf industrialisierten Farmen die Ausbringung von Wasser, Saat , Dünger und Pestiziden durch Computer optimiert werden. Und zwar so, dass diese auf jedem einzelnen Quadratmeter individualisiert und auf die Umweltgegebenheiten angepasst ist.
4. Riesenwachstum des e-Commerce
Der Trend zur Warenbestellung im Internet wird künftig zur Massenkundenberatung auswachsen. Dabei werden Konzerne die Möglichkeit nutzen, für jeden einzelnen Kunden maßgeschneiderte und individuelle Produkte (nach getätigter Bestellung) zu kreieren. Es wird bis 2018 dauern, so meinen die Experten, bis die Hälfte aller US-Konsumausgaben im e-Commerce getätigt werden wird.
5. Mobiles Wissen
Das sogenannte „Teleliving“ wird noch im laufenden Jahrzehnt zur Massentechnologie werden. Sich einmal mehr der Satellitenkommunikation und Telematiksysteme bedienend, werden spezielle Chips auf Anfrage überall auf der Welt auf den jeweiligen Ort zugeschnittene Informationen anbieten. So wird der Chip Antworten auf die Frage nach der Geschichte des Aufenthaltsortes, der billigsten Tankstelle im Umkreis oder dem nächsten Kino übermitteln.
6. Noch mehr Roboter
Der Einsatz intelligenter, mobiler Roboter wird sowohl im Privat- als auch im Arbeitsleben bis 2010 massiv zunehmen.
7. Bluetooth
Der Bedarf für Software, die automatisch immer wieder kehrende Routineaufgaben übernimmt, steuert und verteilt, wird zunehmen und durch entsprechende technologische Lösungen Einzug halten. Entscheidende technologische Voraussetzung hierfür könnte die Bluetooth-Technologie werden. Bluetooth ist eine drahtlose Übertragungstechnologie, die der Öffentlichkeit erstmals als zukünftiger Industriestandard auf der CeBIT 2000 vorgestellt wurde.
8. Mehr Gentechnik
Der Einsatz gentechnisch veränderter Lebensmittel wird nach Ansicht der Experten deutlich zunehmen. Diese Lebensmittel dürften zum einen weltweite Ernährungsprobleme etwas lindern können und sollten zum anderen in fortgeschrittenen Stadien zu einer gesünderen Ernährung führen.
9. Solarstrom aus der Wüste
Grüner Strom wird deutliche Marktanteile gewinnen. Bis 2010 soll sich mit großer Sicherheit die Abhängigkeit von kohlenstoffbasierenden Energieträgern, wie Erdöl, Erdgas oder Kohle klar reduziert haben. Die neuen Energieträger werden Solar- und Windenergie, sowie Biomasse und Erdwärme sein. Dabei könnten nach Ansicht des Expertenforums Fortschritte in der Supraleitungstechnologie ab etwa 2015 Solarfeldern in den Wüsten zum Durchbruch verhelfen. Unter Supraleitung wird das widerstandslose Leiten von Strom verstanden. Dies gelang Forschern bereits bei der Erhitzung und dem Umbau spezieller Materialien. Es wurden mehrfach Nobelpreise für die Erforschung dieses Phänomens vergeben.
10. Big Brother
Der Einsatz von Computerchips und Netzwerken wird für die Gesundheitsüberwachung und Ferndiagnose in den Industrieländern bis 2010 eine feste Einrichtung in den Gesundheitssystemen werden. Dies meint zumindest die Mehrheit der von der Universität befragten Experten.
Der Streitfall Amazon.com: Weltkonzern oder Fall für den Pleitegeier?
Ein potentieller Profiteur des vorher gesagten e-Commerce-Trends ist zweifelsohne Amazon.com – sollte es die Firma 2018 überhaupt noch geben, wie viele Experten einwerfen möchten. Das Unternehmen sorgte am vergangenen Mittwoch mit seinen Quartalszahlen für viel Aufsehen. Erstmals hatte Jeff Bezos, der (derzeit) umstrittene CEO des Konzerns, eine deutliche Schmälerung bei den Verlusten melden können. Der Quartalsumsatz des Online-Pioniers war mit fast 700 Mio. USD leicht über den Erwartungen der Analysten gelegen, der Verlust wurde auf 50 Mio. USD bzw. 0,22 USD pro Anteilschein reduziert. Die exakten Zahlen sollen allerdings erst am 24. April veröffentlicht werden. Diese Ankündigung eines wesentlich besseren Ergebnisses hatte vor allem in den USA Signalwirkung. Die Ratingagentur Moody´s, neben Standard & Poors eine der größten Institutionen in diesem Geschäft, behielt zwar ihr Kreditrating bei „Caa1“ bei, stufte aber das Unternehmen von „stabil“ auf „positiv“ auf, obgleich das Haus weiter ein hohes Risiko sieht. Die Ratings von Moody´s beurteilen die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und werden bei der Vergabe dieser weltweit als Maßstab verwendet.
Auch die Analysten stuften auf: Mittlerweile empfehlen (wieder) 22 der 33 bei Bigcharts erfassten Experten die Aktie zumindest zum moderaten Zukauf. Im laufenden Jahr soll der Amazon.com-Umsatz von 2,7 Mrd. USD im Jahr 2000 auf 3,4 Mrd. USD um 25 % anwachsen wachsen. Der Verlust der Firma mit 358,5 Mio. ausstehenden Aktien soll nach den aktualisierten Angaben von Hornblower Fischer bei etwa 0,60 USD pro Anteil im Geschäftsjahr 2001 liegen, wobei Jeff Bezos darauf schwört, dass sein in Seattle ansässiges Unternehmen im vierten Quartal 2001 erstmals profitabel sein werde. Für 2002 erwarten die Hornblower-Analysten einen Gewinn je Akte von 0,11 USD. Diese Schätzung wurde erst vor ein paar Tagen nach der positiven Überraschung vom vergangenen Montag von 0,10 USD um einen Cent angehoben.
Mit Bargeld ist das Unternehmen noch ausreichend versorgt: 640 Mio. USD bzw. 1,78 USD/Aktie stehen noch zur Verfügung. Das sollte im nach Angaben von Moody´s noch rund 24 Monate reichen. Und nach der Heraufstufung durch die Agentur sollte Bezos und sein Unternehmen auch an neue billigere Kreditlinien kommen können. Doch das Unternehmen hat einen großen Strategiewechsel eingeleitet und sollte nicht auf Gedeih und Verderb auf diese neuen Verbindlichkeiten angewiesen sein. 1.300 Mitarbeiter oder rund 15 % der Belegschaft wurden bereits entlassen. Außerdem werden Kooperationen nun verstärkt gesucht. Der ehemalige Erzkonkurrent und zweitgrößte Buchhändler der USA, Borders, reichte Amazon.com am vergangenen Mittwoch die Hand. Amazon.com wird die Webseite des Unternehmens künftig mitbetreuen und betreiben. Der Deal baut auf das Modell der Kooperation mit dem Spielzeughändler Toys“R“Us auf. Vor einem Jahr hatte der Lenker des bekannten Unternehmens zugegeben, dass der Vorsprung von Amazon im e-Commerce nicht einzuholen sei und den Betrieb seines Webauftritts dem Weltmarktführer in die Hände gelegt. Weitere Allianzen sollen, wenn man weit verbreiteten Gerüchte Glauben schenken will, bald mit Walmart und dem e-Commerce-Rivalen Bestbuy erfolgen. Für Amazon.com sprechen die beiden wichtigsten Gesetze des Internetgeschäfts: Der First-Mover-Advantage und das Prinzip „Big is beautiful“. Nach diesen beiden Prinzipien sollte der weltweit führende e-Tailer auch in Zukunft einen Löwenanteil der Umsätze in diesem Markt machen. Außerdem spielt auf dem Weg zur Weltherrschaft im e-Commerce auch der teure Markenname des Unternehmens eine wichtige Rolle. Nach der Ihnen vor einige Tagen vorgestellten Interbrand-Studie war die Marke Amazon.com vor 9 Monaten mit stolzen 4,3 Mrd. USD bewertet worden. Die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt nach einer Kursverdoppelung in nur drei Tagen wieder 5,3 Mrd. USD. Es versteht sich von selbst, dass Kaufinteressierte hier günstigere Kurse, als die aktuellen 14 USD abwarten sollten. Das KGV für 2002 ist auf dem aktuellen Niveau weit über 100. Das ist freilich ein horrender Wert. Doch Amazon.com hat sich eine Monopolstellung in einem Wachstumsmarkt erkämpft und somit eine einzigartige Basis für eine Erfolgsstory gelegt. Wer mit hohem Risiko langfristig auf einen Erfolg der Firma setzen will, sollte auf einstellige Kurse warten. Eine „wissenschaftliche Bewertung“ des Streitobjektes bleibt schwer. Chance und Risiko liegen in diesem Fall sehr dicht bei einander. Die aktuelle Marktbewertung halte ich aber für argumentierbar.
Aktuelle Nachrichten zu Amazon.com
Kontron: Riesenumsätze mit modernen Computertechnologien
Ein weiterer Profiteur dieser Zukunftsszenarien ist der NEMAX-50-Wert Kontron. Der Computerspezialist meldete auch für das erste Quartal 2001 sehr erfreuliche Umsätze. In einer Vorabmeldung sprach der Konzern von über 100 Mio. DM. Dies entspricht einem Wachstum von über 150 % gegenüber den 39,5 Mio. DM Umsatz, die das Unternehmen im Vorjahresquartal erlösen konnte. Die Firma verkauft sogenannte Embedded Computers (ECs). Dabei handelt es sich um Computer, die nicht durch eine Person gesteuert werden können. Sie laufen automatisch auf Basis einer weitgehendst festen Software. Kontron ist dabei aber auf die PC-nahe Intel-Systemarchitektur spezialisiert, was den Embedded Computers Einsatzmöglichkeiten nicht nur bei der Roboter- und Anlagensteuerung, sondern künftig eventuell doch auch in den Bereichen „Teleliving“ und Gesundheitsüberwachung durch spezielle Kleincomputer ermöglichen sollte. Schon heute liegen die Hauptgeschäftsfelder von Kontron teilweise in diesen attraktiven Gebieten. Die Verkehrs-, Medizin-, Industrie- und Telekommunikationstechnik gibt die Firma, die in Deutschland und Kanada produziert, als ihre Fachbereiche an. Das Unternehmen mit Sitz in Eching erwartet im laufenden Jahr einen Umsatz von mehr als 240 Mio. Euro und einen Gewinn von 23 Mio. Euro. Dies entspricht bei 12 Mio. ausstehenden Aktien einem Ergebnis je Aktie von 1,92 Euro nach 1,17 Euro pro Aktie im Geschäftsjahr 2000. Für 2002 erwartet die optimistische Bankgesellschaft Berlin sogar schon Gewinne von 3,05 Euro pro Aktie.
Die Kontron Embedded Computers AG hat bewiesen, dass das langsamere Wachstum in der Telekommunikationsbranche durch die anderen Geschäftsfelder kompensiert werden kann. Das Papier ist auch nach dem jüngsten Kursanstieg auf gut 50 Euro mit einem 2001er KGV von 27 angesichts der enormen Wachstumsgeschwindigkeit in der Vergangenheit und den tollen Zukunftsperspektiven für eine Depotbeimischung in einem wachstumsorientierten Portfolio geeignet. Die Kurs- und Umsatzentwicklung sollten Sie derzeit allerdings genau beobachten. Denn seit dem 6. April ist die 12monatige Lockup-Frist für alle Altaktionäre abgelaufen. Zwischenzeitlich könnte sich so Verkaufsdruck entwickeln.
Aktuelle Nachrichten zu Kontron
Ausblick
Teil 3 unserer Serie soll sich speziell dem deutschen Modethema „Sustainability“ widmen und die Frage klären, was wirklich hinter der Phantasie in diesem Sektor steht und welche grünen Trends eines Tages noch für Aufsehen sorgen könnten.
von mir: ein Mörderlanger Artikel was aber wie ich meine, ínformativ, innovativ und toll recherchiert, oder was sagt ihr zu den Boombranchen der nächsten Zeit??
Quelle: www.finanznachrichten.de/berichte/news.asp?s=berichte&id=181261
mfg Fips17