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Windkraft
Experte bezeichnet Ertrag des ersten Offshore–Windparks als "Weltspitze"
Artikel erschienen am 08.05.2012
Betreiber sehen "alpha ventus" für Grundlastversorgung geeignet Bremerhaven (dapd). Trotz eines Todesfalls bei Unterwasserarbeiten und einer unvorhergesehenen Ausspülung des Meeresgrundes am Fundament einer Windkraftanlage sehen Forscher und Betreiber den ersten deutschen Offshore–Windparks "alpha ventus" auf einem guten Weg. "Die Ergebnisse bei den Energieerträgen sind Weltspitze", sagte der Leiter des Fraunhofer–Instituts für Windenergie,Jürgen Schmid, am Dienstag auf einer internationalen Fachkonferenz in Bremerhaven. Im ersten kompletten Betriebsjahr 2011 lag die durchschnittliche technische Verfügbarkeit des 45 Kilometer nördlich von Borkum liegenden Windparks den Angaben zufolge bei 95 Prozent. "Das kann noch besser werden. Aber es gibt Tage, da kommt man zu Reparaturarbeiten nicht raus auf See", sagte der Geschäftsführer des aus den Unternehmen EWE, E.on und Vattenfall bestehenden Betreiberkonsortiums DOTI, Claus Burkhardt. Für die Betreiber sei es ohnehin wichtiger, welche Strommenge produziert werde. Mit 267 Gigawattstunden, die 2011 in das deutsche Netz eingespeist wurden, liege die Menge um 15 Prozent über den prognostizierten Werten. 2012 setze sich dieser Trend fort. Auch die Kontinuität liege über Plan. "Es geht schon in Richtung Grundlastversorgung", sagte Burkhardt. Nur an drei Tagen des Jahres 2011 sei kein Strom produziert worden. Probleme gibt es aber auch: Vor kurzem war unter einem der zwölf Anlagenfundamente eine sieben Meter tiefe Ausspülung (Auskolkung) am Meeresboden entdeckt worden. "Das wächst sich nicht aus und hat keine Auswirkungen auf das Anlagenverhalten und die Standfestigkeit", sagte Burkhardt. Als Ursache wurde das hohle Zentralrohr der dreibeinigen Gründungsstrukturen (Tripods) ausgemacht, das mit der Tidebewegung wie eine Düse wirkt und Sediment ausspült. Bei Neuproduktionen soll das Rohr mit einer Klappe versiegelt werden. Als Neuentwicklung im Zuge der "alpha ventus"–Forschung nannte Schmid ein Warnsystem für U–Boote. Zudem seien keine größeren Kollisionen von Zugvögeln mit den Anlagen registriert worden. In der vergangenen Woche war ein britischer Taucher während eines Unterwassereinsatzes in dem Windpark ums Leben gekommen. "Todesursache war kein Arbeitsunfall, sondern ein Herzinfarkt", sagte Burkhardt. Alle Rettungs– und Notfallkonzepte hätten funktioniert. Die Konferenz der Forschungsinitiative RAVE (Research At Alpha Ventus) in Bremerhaven läuft bis Donnerstag. Die Initiative wird vom Bundesumweltministerium gefördert und vom Fraunhofer–Institut koordiniert. 300 Experten haben sich angemeldet.