ANALYSE/Ruland (Steubing): "Nächster Zinsschritt in vier Wochen"
"Die Europäische Zentralbank wird die Leitzinsen in vier Wochen um
weitere 50 Basispunkte senken", so Heino Ruland von Steubing im Gespräch mit
vwd. Die Zentralbank habe wohl eingesehen, dass Abwarten in der
Deflationsgefahr keinen Sinn mache, sie folge nun der in der Vergangenheit
viel aggressiveren US-Geldpolitik. Der Euro-Raum habe nur die Chance, die
Nachfrage aus dem Ausland über die Wechselkurse zu stabilisieren. Denn den
Privaten Konsum stabilisiere die Geldpolitik nicht, und die Investitionen
zögen erst an, wenn die Aufträge im Verarbeitenden Gewerbe nach oben wiesen,
diese hätten zuletzt aber neben der schwachen "Inlandskonjunktur" in der
Euro-Zone eben auch noch unter der Euro-Stärke gelitten.
Alle Beschäftigungs-Indikatoren in den Wirtschaftsdaten wiesen nach
unten, so Ruland mit Blick auf den Euro-Raum. Das gelte für die Teil-Indizes
im Einkaufsmanager-Index für den Euro-Raum, aber auch für den NTC-Bau-Index
oder den Economic Sentiment Index für die Euro-Zone. In den USA sehe die
Situation anders aus, hier wiesen die Konjunktursignale in den vergangenen
Tagen deutlich nach oben. Ruland meint deshalb, der nächste Zinsschritt in
den USA werde ebenfalls nach oben weisen, das werde "aber sehr lange
dauern".
Zur Anlagestrategie meint Ruland, Aktien seien nun erste Wahl. Der
Aktienmarkt habe in den vergangenen Wochen den "turning-point" erkannt.
+++Herbert Rude
vwd/5.6.2003/hru/rz
Grüße
ecki