Der Gegenwind um marissa kommt leider ein Jahr zu spät und ist immer noch nicht stark genug. Das ist einfach nur unverschämt, jetzt schon wieder Zeit zu schinden. Und wenn da halbwegs gute Zahlen kommen, was ja sein könnte, und die ein oder andere gute Nachricht präsentiert wird, können wir uns auf mindestens ein weiteres Quartal bis zu HV einstellen, bis es personelle Veränderungen an der Spitze geben könnte. Vielleicht geht alles auch ganz schnell, aber momentan sieht es noch so aus, dass marissa schon genug Macht hat, um ihren Hintern im Trockenen zu behalten. Jeder weitere Tag mit ihr, ist ein verschenkter Tag für Yahoo!.
Was die Ökonomen und Analysten angeht, die uns im Moment die Hölle auf Erden prophezeien, fällt mir bald nichts mehr zu ein. Diese Menschen sind auf dem Stand des 20 Jahrhunderts, wo Öl, Gold und irgendwelche Prognosen wichtiger sind, als Fakten. Schon echt witzig, Jahrzehnte lang wurde uns eingeredet, dass wir spätestens 2050 keinen Tropfen Öl mehr haben werden und nun das: Öl ist relativ günstig, man könnte noch mehr fördern und weiß bald garnicht mehr wohin mit dem bereits geförderten Öl. Es gibt zig Tanker, die voll beladen auf den Weltmeeren im Kreis fahren, weil das geladene Öl nicht verkauft werden kann oder soll. Vor einem Jahr war der gefallene ölpreis ein kostenloses Konjunkturprogramm, heute ist es ein wichtiger Indikator für die schwächelnde Weltwirtschaft. Das aber seit den 90ern auch versucht wird, weniger Öl zu verbrauchen und dass dadurch natürlich der Bedarf etwas gemindert wird, spielt keine Rolle. Die Welt ist nicht mehr so wie 1980. Lediglich in den Köpfen von einigen Ökonomen. Warum Knicken den Kurse von unternehmen ein, die rein garnichts mit Öl zu tun haben? Weil alles im großen Ganzen miteinander zusammenhängt? Sicherlich! Aber dann kann man auch Vogelschwärme beobachten und in Relation zum kaffeepreis setzen, denn irgendeinen Zusammenhang wird man schon finden.
Es ist auch vollkommen normal, dass bestimmte Marktmechanismen nicht mehr funktionieren, weil die Welt sich geändert hat und weiter verändert. Man muss nicht Gegenstände kaufen, die produziert werden müssen, um anhand der verbrauchten Rohstoffe einen Rückschluss auf die Wertigkeit einer Branche zu erlangen. Heute geben viele Menschen Geld für digitale Leistungen und Dinge aus, da ist es logisch, dass bestimmt Rohstoffe nicht mehr gefragt sind. Des Weiteren versucht jedes Unternehmen, die verbrauchten Ressourcen möglichst gering zu halten. Also warum soll bitte das Überangebot, welches wir momentan bei den Rohstoffen haben, negativ zu deuten sein? Weil wir nicht mehr so verschwenderisch sind wie früher? Man Kauft heute beispielsweise Filme digital, da muss niemand ne Dvd im Laden kaufen. Die Produktion und alles, was damit zusammenhängt fällt also weg. Viele westliche Städte haben gute öpnv-Netze, da braucht man nicht mehr soviel mit dem Auto fahren. Gibt genug Beispiele, wo Fortschritt zur Reduzierung vom Rohstoffbedarf führt. Nur leider verstehen das einige nicht, weil in deren Köpfen immer mehr verbraucht werden muss.
Das verrückte ist ja auch, dass die Unternehmen, die die letzten Jahre für teuer Geld Rohstoffe einkaufen mussten, jetzt bei günstigen Rohstoffen genauso abgestraft werden.
Das der Wert eines Unternehmens mit dem Lineal am Monitor bestimmt werden kann, in dem man Punkte und Linien verbindet, dazu will ich hier garnichts sagen.
Wir leben in hektischen und verrückten Zeiten. Aktien kaufen und liegenlassen funktioniert nur, wenn man in Dekaden denkt. Heute sind Schwankungen in den Märkten, die jenseits von gut und böse sind. Von den Auslösern garnicht zu sprechen. Wenn die Märkte so unruhig bleiben, dann muss man seine Aktien mindestens monatlich kaufen und verkaufen. Wenn Indizes in 4 Wochen 3000 Punkte verlieren können, brauch man nicht auf kontinuierliches Wachstum zu setzen.
Yahoo! und alibaba sind reine Casino-Aktien. Es geht rauf und runter, wesentliche Fakten für die objektive Bewertung werden einfach ignoriert. Vielleicht würde ein kompletter reset der Weltwirtschaft mal wieder allen Beteiligten ganz gut tun. Nur für uns kleine wäre es schlimmer, als für die großen. Wenn ich aber täglich lese, dass Großbanken Strafen zahlen müssen und Klagen eröffnet werden, dann wünsche ich mir insgeheim schon, dass einfach mal alles in sich zusammenfallen soll.