... gut $75 Mio. wert ist und dann kämen noch einmal $157,9 Mio. als Abfindung obendrauf, weil ich meinen Vertrag nicht erfüllen "darf", dann gehe ich doch lieber früher als später, bevor ich am Ende für mein Geld noch arbeiten muss und unter dem Strich nicht mehr übrig bleibt! Mit (dann) 3 Kindern hätte ich dann ohnehin mehr Stress, als wie ich es in 3,5 Jahren bei Yahoo! gehabt habe.
Nein, die Worte von Webb sind mir zu einseitig (negativ) ausgelegt worden. Er hat eigentlich ganz deutlich gesagt, dass man sich immer gutes Angebot eines ehrlichen (legitimen) Käufers anhörden wird, aber man selbst kann so etwas nicht beschwören oder hervorbringen, also konzentriert man sich weiter auf den Turnaround. Es ist doch logisch, dass er das sagt, wenn im Hintergrund die Mühlen schon mahlen. Auf diese Weise würde bei einer (baldigen) Übernahme nämlich jeder sein Gesicht wahren, der erfolgreiche Turnaround wäre nur noch eine Frage der Zeit gewesen und obendrein regnet es jede Menge Dollarnoten in die eigenen Taschen. Natürlich gehört Mayer gefeuert und Webb machte gestern auch keinen vertrauenseinflößenden Eindruck, aber die haben gar kein Interesse daran, jetzt noch unnötig Unruhe reinzubringen, wo der Drops vermutlich schon längst gelutscht ist...
Sie warten wahrscheinlich noch den großen Verfallstermin im Dezember ab und zwischen diesem Termin und den Zahlen, die natürlich bei diesem Managment nicht gut ausfallen können, wird womöglich eine Übernahme von Yahoo! erfolgen. Ich rechne auch damit, dass der potenzielle Käufer nicht nur das Kerngeschäft, sondern auch den Alibaba-Anteil (mit) schlucken möchte, weshalb die Abspaltung jetzt auch (endgültig) abgesagt wurde. Ich habe sogar einen Artikel gelesen, bei dem Apple als potenzieller Käufer mit besonderem (strategischen) Interesse am Alibaba-Anteil genannt wurde. Sollten sich die Verhandlungen dann doch länger hinziehen, hat man sich mit den Turbulenzen der letzten Tage noch ein paar Tage, Wochen oder (im schlimmsten Fall) Monate verschafft und die drängendsten aktuellen Fragen (erst einmal, wenn auch für die Aktionäre unbefriedigend) gelöst.
Ich verstehe das sehr gut, dass vielen jetzt der Kragen platzt, die bisher (noch) Ruhe bewahrt haben. Es ist auch wirklich eine unsägliche Situation, in die Yahoo! uns im Laufe der letzten Monate (seit dem Alibaba-IPO) hineinmanövriert hat, aber wenn jetzt doch sicher ist, dass keine $12 Mrd. Steuern auf die Alibaba-Beteiligung (aktueller Wert: ca. $32 Mrd.) fällig werden, die Yahoo! Japan-Beteiligung (voll versteuert) $5,6 Mrd. wert ist und über $7 Mrd. an Cash auf der Bank liegen, wieso um Gottes Willen ist Yahoo! dann insgesamt nur $32,3 Mrd. wert? Noch (!) wird dieses Vermögen durch das Kerngeschäft nicht verzehrt und wenn Mayer die eine oder andere Entscheidung nicht so getroffen hätte, wie man sie wohl hätte treffen können, dann würde am Ende des Tages auch ein ordentlicher Gewinn unter dem Strich herauskommen, der einen Wert von (zusätzlichen) $10 bis $15 Mrd. locker rechtfertigen würde. Sattdessen wird auf Teufel komm' raus in Traffic investiert und das kann eigentlich nur bedeuten, dass Yahoo! nicht (mehr) seine ureigenen Ziele verfolgt, denn sonst würde man so ganz sicher nicht handeln: Das Unternehmen ist wahrscheinlich fremdgesteuert, der Kurs wird mit ebenso großer Wahrscheinlichkeit manipuliert und den Marionetten bei Yahoo! wird kein Haar gekrümmt, weil sonst womöglich Dinge ans Tageslicht kommen, die dafür (noch) nicht vorgesehen sind. Dann ist es auch nicht verwunderlich, wenn Leute aus der 2. Reihe das Unternehmen in Scharen verlassen, weil sie ihre Vorhaben nicht durchbringen (können), da sie mit dem (übergeordneten) Masterplan nicht korrespondieren und davon wohl auch nichts wissen - und Marissa Mayer bezieht für die Prügel, die sie intern und extern einstecken muss, ein sehr sehr ordentliches "Schmerzensgeld"!
Der Drops ist hoffentlich bald gelutscht, und da nun alle dem Management ganz genau auf die Finger schauen, sollte die Auflösung des Ganzen nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Etwas Sorge bereitet mir diese Erklärung, dass Mitarbeiter sich für 3 Jahre an Yahoo! binden sollten. In den USA verpönt, wird so etwas in Asien sehr hoch angesehen und honoriert! Das könnte auf der einen Seite aber auch bedeuten, dass wir noch über 2 Jahre durch das Tal der Tränen gehen müssen, oder aber dass der (vermutlich asiatische) Käufer sich sicher sein wollte, dass diese Leute auch einer Übernahme mit an Board bleiben! Womöglich wären Sie dann auch entsprechend über die "wahren Pläne" aufgeklärt worden und intern aufgestiegen, so wie Lisa Utzschneider zuletzt. Wie gesagt, es ist alles eine große Spekulation mit vielen Wenns und Abers. Man muss jedoch auch die zahllosen Merkwürdigkeiten und Widersprüche in Yahoo's Handeln in den letzten Jahren berücksichtigen, und an so viel Dummheit, Irrationalität und Amateurhaftigkeit an der Spitze eines S&P 500-Unternehmens wage ich beim allerbesten Willen nicht zu glauben.