... die Teamleaderin eines Innovationsteams, wenn ich da etwas zu sagen hätte, niemals CEO. Sie hat(te) keine Erfahrung in strategischer Unternehmensführung und selbst das Innovative bei Yahoo! hat sie sich größtenteils teuer dazugekauft und nicht wirklich selbst (aus der Substanz des Unternehmens heraus) entwickelt. Sie hat womöglich eine wage Idee, wie das alles irgendwann zusammenpassen könnte, aber nicht wirklich einen Plan und schon gar keinen Business Plan für Yahoo!. Sie fand vor 3 Jahren einen Goldesel vor, der wegen der "guten alten Zeiten" und der Alibaba-Beteiligung nur so in Geld schwamm. Heute wissen wir, dass es sich für Yahoo!-Aktionäre doppelt und dreifach gerechnet hätte, wenn man aus Yahoo! eine Investment-Holding gemacht hätte mit Yerry Yang an der Spitze. Die Zukäufe von Marissa waren trotz der hohen Investitionen nicht in der Lage, den fortschreitenden Umsatzrückgang des Konzern aufzuhalten.
Wenn man eine Baustelle wie Yahoo! herangeht, dann sorgt man erst einmal dafür, dass in den eigenen Reihen ein neuer Wind weht, bevor man andere Unternehmen zu integrieren versucht. Die anderen Unternehmen und ihre Mitarbeiter wurden in eine ohnehin wirre und massiv aufgeblasene Organisation aufgenommen. Die Planlosigkeit ihres Vorgehens ist beispiellos. Als neuer CEO hätte sie sofort (in 12 Monaten) alle unnötigen Kosten kappen und die Organisation verschlanken sollen. Das wäre zwar teuer geworden, aber noch hätten die Umsätze gestimmt, die das hätten auffangen können. Die Gewinne wären nur moderat geschrumpft, aber die Gesellschaft wäre (für die Zukunft) schlagkräftiger und hierarchisch flacher aufgestellt gewesen, so wie es auch in Start-Ups der Fall ist. Wer noch geblieben wäre, hätte ihr vor Dankbarkeit die Füße geküsst. Dann hätte sie gemeinsam mit diesen Leuten einen Schlachtplan für die nächsten 24 Monate aufstellen müssen, wo dann von mir aus auch Übernahmen möglich gewesen wären. Diese hätten dann auch sofort einen nennenswerten Beitrag (zumindest in Sachen Umsatz und Nutzerzahlen) erzielen müssen.
In den ersten 24 Monaten ihrer "Regentschaft" flossen noch vermehrt Gelder aus Bereichen, die nichts mit dem Kerngeschäft zu tun haben (Provisionen, Dividenden etc.). Erst als diese Quellen versiegten, hat Frau Mayer angefangen, die Kosten zu senken. Das ist ein eklatanter strategischer Fehler gewesen, für den wir in diesen Monaten die Rechnung aufgezeigt bekommen. Einem erfahrenen Manager wäre so ein Schnitzer ganz sicher nicht passiert. Aber wie gesagt: Sie hat(te) niemals Ahnung von strategischer Unternehmensführung und so etwas wie ein Business Plan war (und ist) ihr völlig fremd. Geld spielt für sie keine Rolle, denn das hat man einfach. Woher es jedoch kommt, das wird sie bis heute noch nicht so wirklich wissen. Yahoo! wurde unter Marissa Mayer ein wirrer Gemischtwarenladen, den es nun zu zerschlagen gilt, wenn man das dort investierte Geld noch irgendwie retten möchte...
...und die Einzelteile sind ganz sicher zwischen $55 und $65 Mrd. wert, wenn man es geschickt anstellt und einen "Fachmann" da heranlässt, der den Laden anständig filetiert und das eine oder andere Unternehmen im Unternehmen womöglich noch an die Börse bringt oder einem anderen Unternehmen verkauft, dass dieses auch in sein Portfolio integrieren kann. Ich bin mir nämlich gar nicht sicher, ob Nutzer von Flickr oder Tumblr überhaupt wissen, dass die beiden Plattformen zu Yahoo! gehören. Yahoo! hat unter Mayer sehr viel getan, um sein Corporate Branding nach und nach zu zerstören. Womöglich ist Mayer am Ende auch nur der Maulwurf von Goolge bei Yahoo! gewesen, um dieses Unternehmen ein für allemal von der Bildfläche zu entfernen!?
Ihr persönlich kann man da auch keinen Vorwurf machen, denn wenn man als höchstens zweitklassiger Teammanger mit so mit Geld zugeschüttet wird, dann wäre man ja blöd, es nicht anzunehmen! Blöd ist Marissa Mayer ganz sicher nicht, was man aber von den Leuten, die im Board of Directors sitzen, nicht unbedingt sagen kann. Das ist ja auch mit ein Grund, weshalb Marissa so fest im Boot sitzt: Diese Gruppe von Leuten will sich nicht (wiederholt) eingestehen müssen, mit Frau Mayer so sehr danebengelegen zu haben. Ihnen fehlt es schlichtweg an Courage, ihren Fehler (endlich) einzusehen und dem Treiben ein schnelles Ende zu setzten! Spätestens dann, wenn die anstehende Geburt Ihrer Zwillinge mehr Schlagzeilen hervorbringt, als jede andere Unternehmensmeldung in den letzten 3 Jahren, sollte man sich doch ein paar ernsthafte Gedanken darüber machen, ob das Unternehmen und seine Zukunft noch im Mittelpunkt stehen oder nicht doch eher der "Bling-Bling-CEO"!?