... kurz vor dem Start der Rallye am 15.10.2014. Die Verkäufer halten die Aktien einzig und allein aus diesem Grund zurück, um den Preis zu drücken. Das sind vielleicht 4-6 Mio. Aktien, die heute wirklich (neu) auf den Markt kommen und der Rest sind Daytrader, die sich die Stücke permanent hin und her schieben. So funktioniert das nun einmal und jeder größere Investor wird einen Teufel tun, heute zu intervenieren, weil diese Leute, die die Preise nach bestimmten Algorithmen (zumindest kurzfristig) in alle Richtungen bewegen können, natürlich auch unheimlich nützlich sind für den Markt, wenn man sie braucht. Gerade auch für die Börsen selbst sind sie wichtige Umsatztreiber.
Hier eine kleine Andeutung, wie der "Trick" (heute) funktioniert (quantitativ vereinfacht und zeitlich verzerrt): Der Shorty hat sich beim Preis von $48,50 Aktien 5 Mio. Aktien geliehen und zahlt dafür eine Leihgebühr von $0,50 pro Aktie ($2,5 Mio.). Er hat in den letzten Tagen 2,5 Mio. dieser Aktien zu Kursen von $50 bis $52 verkauft. Im Druchschnitt erlöst er damit also $127,5 Mio. Die anderen 2,5 Mio. der physisch vorhandenen Aktien nutzt er, um diese schrittweise zu immer günstigeren Konditionen zu verkaufen und damit den Preis zu drücken, auf sagen wir $48,00. Damit erlöst er im Schnitt noch einmal $125 Mio. Jetzt muss er schauen, dass er die 5 Mio. Aktien bei wieder steigenden Kursen so schnell wie möglich zurückkauft, weil ja niemand mehr da ist, der den Preis drückt. Angenommen das gelingt ihm zu Kursen bis zu $50, was ihn im Schnitt $49 pro Aktie oder $245 Mio. kostet. Wenn man jetzt diese Ausgaben ($245 Mio. + $2,5 Mio.) von den zuvor getätigten Erlösen ($127,5 + $125 Mio.) abzieht, bleibt ein Reingewinn von $5 Mio. übrig und der Kurs liegt noch immer 4% unter dem Höchstkurs!
Diese Maßnahmen sind zum einen wichtig für die Emittenten von Optionsscheinen, die auf diese Weise Gaps vermeiden können, als auch für die Durchsetzung "politischer" Ziele, die dann natürlich von entsprechend großen Investoren verfolgt werden und für die man auch etwas zu zahlen bereit wäre. Wäre das Speilchen heute zum Beispiel schief gegangen, dann wäre das Starboard locker $5 Mio. Wert gewesen, denn sonst könnte man keinen (weiteren) Druck auf Marissa Mayer ausüben, der womöglich (im Falle einer Absetzung) Milliarden an Dollar wert sein könnte. Die Daytrader sind nur Fliegen, die von einem Haufen auf den anderen springen. Ihre Volumina sind an Tagen wie diesen hoch und man muss auch diese Fliegen aufscheuchen ("auf den Teppich klopfen"), um Reaktionen (wie Deine weiter oben) hervorzurufen, aber tatsächlich bewegen sie den Wert selbst nur dann, wenn die großen Jungs das auch wirklich zulassen...